Mittwoch, 22. August 2018

Weg aus dem Burnout finden


Tolles Beispiel wie sich ein Burnout als nützlich erweisen kann (Artikel):

Wenn in Stefan Mais Leben etwas nicht so läuft wie geplant, wenn seine Pläne durchkreuzt werden, dann hat er einen Standardsatz, der ihm durch den Kopf geht: „Jetzt bin ich aber mal gespannt, wofür das wieder gut ist.“
Dass Dinge, die ganz und gar nicht gut sind, dennoch ihr Gutes haben, hat er schmerzhaft gelernt. Mai arbeitete als Wirtschaftsinformatiker lange Jahre in derselben Firma, als der Einbruch kam. Er war völlig ausgebrannt und bekam Depressionen. Im Rückblick sagt er heute: „Ich hatte ein Helfersyndrom.“
In Klinik und Reha einiges gelernt
Damals aber wusste er erst einmal nicht mehr weiter. Fast acht Monate fiel er wegen Krankheit aus. In Klinik und Reha aber hat er einiges gelernt, nicht nur die Kunst Nein zu sagen. „Wenn vieles in unserem Verhalten an der Konditionierung hängt“, dachte er, „dann kann man solche Konditionierungen ja auch ändern.“

Das ist leichter gesagt als getan, dennoch kam ein veränderter Stefan Mai nach acht Monaten in seinen Betrieb zurück. „Und damit konnten die Kollegen nicht umgehen“, erinnert er sich. Es dauerte noch zwei Jahre, dann endete das Arbeitsverhältnis und der damals 45-Jährige stand auf der Straße. Das Einzige, was er zu dieser Zeit mit Sicherheit wusste, er wollte nicht wieder zurück ins alte Schema. Wo der Weg stattdessen hingehen sollte, war ihm noch völlig unklar. „Ich habe gespürt, da wartet noch etwas auf mich“, sagt er heute, aber die Zweifel waren groß.

Was hat ihm letztlich geholfen? Nun da war einmal die Unterstützung seiner Familie. Seine Frau Sabine und die beiden Töchter trugen die kommenden Jahre mit, in denen Mai vor allem Ausbildungen machte. Betriebliches Gesundheitsmanagement war die erste, dann qualifizierte er sich als Stressmanagementtrainer, als systemisch integrativer Coach, als Kursleiter und Ausbilder und er ist NLP-Practitioner. NLP steht für Neuro-Linguistisches Programmieren, Kommunikationstechniken und Methoden zur Veränderung psychischer Abläufe im Menschen.
Neben der Familie hat ihn vor allem seine spirituelle Orientierung getragen, das Bewusstsein, dass es da „eine Macht gibt, die für uns da ist und uns lenkt“. Und so kam für ihn eins zum anderen, während seiner Ausbildungen lernte er immer wieder Menschen kennen „die mich bereichert haben“, erklärt Mai.

2017 selbständig gemacht
2017 machte er sich dann selbstständig. Zwei dieser Menschen sind jetzt seine Kollegen, gemeinsam mit ihnen gründete er sein Unternehmen Benefit mit Standorten in Fulda Nürnberg und Üchtelhausen. Das, was er in seiner schweren Zeit über die Gesundheit gelernt hat, will er weitergeben, egal ob es um die persönliche, betriebliche oder gesellschaftliche Gesundheit geht.
2018 ließ sich Mai noch zum externen Datenschutzbeauftragten zertifizieren, so dass er jetzt auch wieder auf zwei Beinen steht, dem des Datenschutzbeauftragten und im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Im Rückblick sagt Mai heute: „Ich habe diesen Arschtritt vom Leben gebraucht, um etwas Neues anzufangen.“
Daneben kümmert er sich um etwas, dem es ebenso geht wie ihm vor wenigen Jahren noch: Die alte Kirchbergschule scheint am Ende. Als zweiter Vorsitzender des Fördervereins Kirchbergschule kämpft er um deren Erhalt und bemüht sich mit vielen Mitstreitern, dem alten Gemäuer in Üchtelhausen wieder Leben einzuhauchen. Und so ist es nur logisch, dass er sein Büro im ehemaligen Lehrerzimmer der Schule eingerichtet hat. Auch einen Seminar- und Schulungsraum hat er seit diesem Jahr angemietet und eingerichtet. Mit anderen Ehrenamtlichen teilt er den Traum, aus der ehemaligen Schule einen Ort der Begegnung mit Kunst, Kultur und Gesundheitsangeboten zu machen.

Quelle: https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Den-Weg-aus-dem-Burnout-finden;art763,10040129

Dienstag, 21. August 2018

Burnout Test


Burn-out: Symptome, Ursachen, Therapie
Erschöpft, ausgebrannt, gestresst – ist das noch normal oder bereits ein Burn-out? Unser kleiner Test liefert erste Hinweise. Mehr über Ursachen, Anzeichen und Therapien des Burn-out.
 

Burn-out – kurz zusammengefasst

Für "Burn-out" gibt es keine einheitliche Definition. Meistens wird damit ein Zustand starker emotionaler und körperlicher Erschöpfung durch chronische Überforderung oder auch anhaltende Kränkungen im Beruf bezeichnet. Prävention und Therapie zielen darauf ab, die Strategien der Betroffenen im Umgang mit solchen Belastungen zu verbessern und Entlastungsmöglichkeiten zu schaffen.
Der Begriff "burn out" kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt "ausbrennen". Ausgebrannt, überfordert, erschöpft – so fühlte sich der Psychotherapeut Herbert Freudenberger im New York der 70er Jahre, nachdem er lange Zeit über seine Kräfte gearbeitet hatte. Bis zu einem Punkt, an dem plötzlich nichts mehr ging. Freudenberger schrieb über seine Erfahrung, sein Ausgebranntsein, und prägte auf diese Weise den Begriff.

Burn-out ist keine medizinische Diagnose

Burn-out – was genau ist das? Die Antwort auf diese Frage spaltet die Fachwelt. Zunächst einmal ist "Burn-out" ein prägnanter Begriff. Menschen, die sich in unserer Leistungsgesellschaft überlastet und chronisch körperlich und emotional erschöpft fühlen, können sich mit diesem Begriff unmittelbar identifizieren. Burn-out ist keine medizinische Diagnose. Es gibt auch keine eindeutigen, eine solche Krankhkeit beweisenden Krankheitszeichen. Insofern ist der Begriff Burn-out-Syndrom irreführend.
Manche Symptome überschneiden sich mit den Beschwerden einer Depression – zum Beispiel Antriebslosigkeit, Mutlosigkeit, Müdigkeit, das Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit. Manche Experten vermuten daher, dass es vielleicht keine scharfe Trennlinie zwischen den beiden Leiden gibt. Es ist nicht zuletzt eine Frage der Perspektive: Wer sich betroffen fühlt definiert selbst, ob er seinen Zustand "ausgebrannt" oder "Burn-out" nennt. Von außen betrachtet, anhand medizinischer Kriterien, erfüllt aktuell etwa jeder sechste Mensch, der sich "ausgebrannt" fühlt, die Kriterien einer Depression. 
Ursprünglich galt Burn-out als spezifische Problematik helfender Berufe. Ausbrennen konnten demnach zum Beispiel nur Krankenschwestern oder Lehrer, die sich in ihrem Job für ihre Mitmenschen verausgaben. Es zeigte sich jedoch, dass Burn-out-Beschwerden in jedem Beruf und auch ohne erkennbaren äußeren Arbeitsstress entstehen können.

Symptome: Welche Anzeichen deuten auf Burn-out hin?

Die Beschwerden, die mit Burn-out-Erleben einhergehen, können individuell verschieden sein. Eine klare Definition von Burn-out anhand von Symptomen ist nicht möglich. Für Betroffene ist in der Regel auch weniger die Symptomatik als die vermutete Ursache entscheidend, etwa: Ich fühle mich ausgebrannt, weil... ich im Beruf zu viel Stress hatte. Folgende Symptome werden oft im Rahmen von Burn-out-Konstellationen erlebt:
  • Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung: Die Betroffenen haben den Eindruck, dass sie ihre täglichen Aufgaben nicht mehr bewältigen können, fühlen sich überfordert und müde. Sie haben das Bedürfnis nach immer mehr Ruhepausen. Doch die Erholung hält nicht mehr so lange an wie gewohnt. Vielen fällt es immer schwerer, nach der Arbeit "abzuschalten".
  • Nachlassende Leistungsfähigkeit: Die Arbeit gelingt nicht mehr. Es kommt zu Konzentrationsstörungen und Nervosität. Entscheidungen fallen schwer. Fehler passieren. Die erhofften Erfolgserlebnisse bleiben aus. Oft versuchen die Betroffenen dann, umso intensiver zu arbeiten, um gegenzusteuern – was ihnen noch mehr Kraft raubt. Ängste können entstehen. Die emotionale Belastbarkeit nimmt ab.
  • Rückzug: Viele Burn-out-Betroffene igeln sich immer mehr ein. Sie geben Hobbies auf und vernachlässigen Partner und Freundeskreis.
  • Innere Leere, Sinnverlust: Die Freude am Alltag geht immer mehr verloren. Nichts macht mehr Spaß, alles ist anstrengend. Unzufriedenheit und Gleichgültigkeit machen sich breit. An die Stelle der ursprünglichen Begeisterungsfähigkeit tritt Zynismus, schließlich Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
Auch körperliche Symptome können sich bei Burn-out einstellen, für die der Arzt keine organische Ursache findet – sogenannte psychosomatische Beschwerden. Zum Beispiel Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme oder Rückenschmerzen.
Die US-amerikanische Psychologin Christina Maslach entwickelte Ende des vergangenen Jahrhunderts das Maslach Burnout Inventory (MBI), den bis heute am häufigsten verwendeten Fragebogen auf diesem Gebiet. Als Hauptmerkmale des Burn-out definierte sie dabei emotionale Erschöpfung, Gleichgültigkeit und Zynismus (sogenannte Depersonalisation) sowie verringerte Leistungsfähigkeit.
Oftmals wurde vermutet, dass sich Burn-out quasi gesetzmäßig in verschiedenen aufeinander folgenden Phasen entwickelt, vom Idealismus zu depressions-ähnlichen Zuständen. Wissenschaftlich ist dies nicht belegt.

Test: Bin ich Burn-out-gefährdet?

Wichtig: Der folgende Test kann lediglich Hinweise geben, ob Sie womöglich unter hoher Belastung stehen und sich tendenziell zusätzlich unter Druck setzen. Er ersetzt keine ärztliche beziehungsweise therapeutische Untersuchung. Ihre tatsächliche Situation, einschließlich der Frage ob und wenn ja welche Form der Behandlung angebracht ist, kann nur in einem solchen Rahmen angemessen geklärt werden. Der Fragenkatalog wurde von Professor Andreas Hillert zusammengestellt.
Welche Aussagen treffen auf Sie zu?
1. Ich erwarte von mir höhere Leistungen bei meinen täglichen Aufgaben, als die meisten anderen Menschen von sich verlangen.
2. Wenn ich bei meiner Arbeit versage, dann bin ich als Mensch an sich ein Versager.
3. Für mich ist es sehr wichtig, dass mich andere Menschen mögen.
4. Wenn Dinge schief gehen, mache ich üblicherweise mich selber dafür verantwortlich.
5. Kollegen um Unterstützung zu bitten, ist ein Zeichen von Schwäche.
6. Ich vermeide es, Risiken einzugehen, wann immer es möglich ist.
7. Ich habe genug Probleme im Leben gehabt und habe es verdient, keine neuen mehr zu bekommen.
8. Ich investiere mehr Energie in meinen Beruf, als ich dafür als Gegenleistung – sei es in Form von Geld, sei es in Form von Anerkennung – erhalte.
Wenn Sie einer oder mehreren Aussagen zugestimmt haben, muss das noch nicht heißen, dass Sie ausgebrannt sind. Insbesondere dann nicht, wenn Sie sich in Ihrem Leben, beruflich wie privat, wohl fühlen.
Nachdenklich sollte es Sie aber machen, wenn Sie sich in einer beruflichen Situation befinden, die Sie als sehr bedrückend empfinden, und wenn Ihre Stimmung und Ihr Schlaf beeinträchtigt sind. Oder auch, wenn Ihre Konzentrationsfähigkeit in der letzten Zeit gelitten hat, Sie nur noch widerwillig ins Büro gehen oder am Wochenende viel an Ihre Arbeit denken.
Sie leiden unter Ihrer derzeitigen Lebenssituation und schaffen es nicht, etwas zu ändern? Auch nicht durch die Unterstützung von Freunden, die Ihnen vermutlich bereits mehrfach geraten haben, "einen Gang zurück zu schalten"? Dann sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen. Erster Ansprechpartner kann der Hausarzt sein. Er kann bei Bedarf an einen Psychotherapeuten überweisen.

Quelle: https://www.apotheken-umschau.de/burnout

Sonntag, 19. August 2018

Burnout bei 11jährigen Schülern ?


«Jetzt gegensteuern, sonst werden die Folgen fatal sein»: 11-Jährige erleiden Burn-out

Der Leistungsdruck auf Kinder hat in der Schweiz massiv zugenommen. Neben den schulischen Anforderungen müssen auch die Erwartungen der Eltern erfüllt werden. Nicht alle kommen damit klar – und erleiden ein Burn-out. 
 
Der Druck in der Schule war schon immer vorhanden. Jedoch scheint für viele die Grenze des Erträglichen überschritten worden zu sein. Bereits Kindergärtner klagen über Bauchschmerzen. Zudem leiden viele Volksschüler an Schlaflosigkeit, Angstattacken, Atemnot und Schwindel.
An der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bern verdreifachten sich Notfälle innerhalb von zehn Jahren. Beim Notfalldienst der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich stellte man im selben Zeitraum einen noch höheren Anstieg fest. «Die Gründe dafür sind vielfältig. Doch ein wesentlicher Faktor ist die Schule», zitiert die SonntagsZeitung Gregor Berger, Leiter der Notfallstation.
 
Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigt Erschreckendes: Jedes dritte 11-jährige Kind in der Schweiz leidet unter Schlafproblemen, 15 Prozent klagen über Niedergeschlagenheit und 12 Prozent über Kopfschmerzen. Auch bei Pro Juventute kommt man zu ähnlichen Erkenntnissen. 30 Prozent der Jugendlichen, die Gebrauch vom Sorgentelefon machen, klagen über «schwerwiegende persönliche Probleme». 2010 waren es noch 18 Prozent.
 

Ursachen

Thomas Mattig, Direktor der nationalen Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz, sagt, dass längstens nicht mehr alle Kinder dem Druck der Eltern und der Schule gewachsen sind. Und die Anforderungen sind in der Tat sehr hoch: Nach dem Regelunterricht warten Hausaufgaben, Nachhilfe, musische und sportliche Angebote. Einfach mal Kind sein, liegt da nicht drin. 
Gemäss Reto Wyss, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) und CVP-Regierungsrat im Kanton Luzern, ist die Schule nicht unbedingt der Hauptauslöser für die zunehmende Überforderung der Kinder. Die zusätzliche Belastung kommt durch weitere Tätigkeiten, wie Sport oder Musikunterricht zu Stande. «Dazu kommt der Medienkonsum – der teilweise schon bei Kindern mehr als zwei Stunden pro Tag beträgt.», sagt Wyss weiter. 
Doch die Daten der Unikliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie sprechen für sich. Während der regulären Schulzeit gibt es nicht sehr viele Vorfälle. Jedoch steigt die Zahl der Notfälle vor der Aufnahmeprüfung ins Gymnasium, während der Probezeit und vor der Lehrabschlussprüfung drastisch an.
 

Mädchen eher betroffen

Tendenziell sind Mädchen eher betroffen. Dies sei darauf zurückzuführen, dass Mädchen alle Anforderungen erfüllen wollen. «Wenn sie merken, dass sie das nicht können, geraten sie in eine Krisensituation», sagt Psychiater Gregor Berger von der Zürcher Notfallstation gegnüber der SonntagsZeitung
Das Beispiel eines 10-Jährigen zeigt aber, dass auch Knaben gegen ein Burn-out nicht gefeit sind. Der besagte Junge wollte eines Morgens nicht mehr aufstehen. Trotz allem Zureden der Eltern und Lehrer verweigerte er den Schulbesuch. Psychologen diagnostizierten eine Erschöpfungsdepression, sprich ein Burn-out.
Ausgelöst wurde die Depression durch ständige Lehrerwechsel – der Bub hatte ganze acht davon. Kinder- und Jugendpsychologe Allan Guggenbühl bestätigt, dass einige Kinder mit einer hohen Anzahl von Lehrpersonen nicht klar kommen.
 

Weniger Hausaufgaben

Der schulpsychologische Dienst des Kantons Schwyz ist gegenwärtig daran, ein Angebot für Schüler mit Prüfungsangst zu erarbeiten. Im Kanton St.Gallen wurde ein solches Gruppentraining bereits im letzten Schuljahr durchgeführt. 
Um Schüler zu entlasten, gilt im Kanton Zürich während den Ferien ein Hausaufgabenverbot. In Bern wurde die Zeit für Hausaufgaben beschränkt: Erst- und Zweitklässler sollen wöchentlich nur noch 30 Minuten, Dritt- bis Sechstklässler 45 Minuten und Schüler der Oberstufe 90 Minuten dafür aufwenden. Im Kanton Genf besteht zudem die Möglichkeit, Hausaufgaben in einer betreuten Stunde gleich nach dem Unterricht zu lösen. 
Thomas Mattig sagt, dass das Problem in der Zukunft sicher zunehmen werde. Zusammen mit Bund und Kantonen wolle die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz das Problem breiter angehen und in den nächsten Jahren rund acht Millionen Franken in eine Kampagne zur psychischen Gesundheit investieren. «Wir müssen jetzt Gegensteuer geben», zitiert die SonntagsZeitung Mattig. «Sonst sind die Folgen für die Gesellschaft fatal.» (vom)
 

Freitag, 17. August 2018

Burnout erkennen


Guter Artikel zum Thema Burnout aus der Schweiz.
Mit Notfallkontakten in der Schweiz (für Betroffene) !

Hauptsächliches Merkmal eines Burn-outs ist die Erschöpfung. Normalerweise erholen wir uns in einer Nacht, über ein Wochenende oder mindestens in den Ferien. Wenn man sich aber nicht mehr erholen kann in einer nützlichen Frist, ist das ein Warnzeichen für ein Burn-out.
Eine normale Stressbelastung unterscheidet sich von einem Burn-out-Syndrom dadurch, dass die Symptome der Stressbelastung aufhören, wenn die Stressbelastung aufgehört hat. Ein Burn-out aber ist ein Zustand, der auch dann noch beobachtbar ist, wenn kein akuter Stress mehr da ist.
Häufige Erkältungen oder Reizbarkeit können ein Burnout-Symptom sein, aber auch «nur» eines für Stress. Wenn aber grosse Ängste entstehen, grosse Reizsensibilität, ausgeprägte Gefühlslabilität, häufiges Weinen, sozialer Rückzug, dann sprechen wir von einem beginnenden oder schon fortgeschrittenen Burn-out. Ebenfalls sind ausgeprägte Schlafstörungen im Sinne von langer Einschlafzeit oder Durchschlafstörungen ein Zeichen von einem sich entwickelnden Burn-out. Sind zudem die Konzentration und das Gedächtnis nicht mehr so gut und vergisst oder verlegt man ständig Dinge, könnte eine Abklärung angezeigt sein.
 
Burn-out ist ein Zustand, der sich stufenweise entwickelt. Er kann alle Menschen treffen, nicht nur Kaderpersonen oder Singles, sondern auch Menschen mit Familien und in ganz unterschiedlichen Berufen oder beruflichen Positionen. Insbesondere Menschen in sozialen Berufen, die viel mit anderen Menschen zu tun haben, sind Burn-out-gefährdet.

Bestimmte Eigenschaften erhöhen das Risiko: Geringes Selbstwertgefühl, sehr hohe Leistungsbereitschaft und Verausgabungsbereitschaft – ­gerade bei Menschen, die sich nicht gut abgrenzen können, bei Menschen, die in Beziehungen eher ambivalent sind, die eher zögerlich sind hinsichtlich der Problembewältigung von Herausforderungen, oder bei Alleinstehenden. Es gibt jedoch auch eine Serie von beruflichen oder privaten Situationen, die mehr Stress beinhalten und so ein Burn-out begünstigen: Wenn man besonders viele Aufgaben hat, ferner Zeitdruck, wenn man wenig Wertschätzung erhält oder ein Mangel an Autonomie oder Unterstützung vorliegt.
Burn-out wird in der medi­zinischen Diskussion als ein Risikozustand verstanden. Dieser entsteht durch Stress­belastung, insbesondere im Arbeitskontext, die zu psychischen oder körperlichen Folgeerkrankungen führen kann. Unter den psychischen Folgeerkrankungen ist die Depression die häufigste. Menschen, die beim Burn-out in eine Depression geraten, weisen eine soge­nannte Erschöpfungsdepression auf, die sich auszeichnet durch depressive Symptome und ausgesprochene Erschöpfung.
Bei Verdacht auf Burn-out ist es generell ratsam, sich an den Hausarzt zu wenden mit einer genauen Beschreibung der Probleme und der Bitte, bei Bedarf an eine Fachperson überwiesen zu werden. Verschiedene Internetseiten bieten Burn-out-Tests, zum Beispiel www.stressnostress.ch
 

Depressionen und der Schnitt ins eigene Fleisch


 
Ist es ein Schrei nach Aufmerksamkeit? Warum verletzen sich manche Menschen? Anders als bei Piercings oder Tattoos sind Selbst-Schnitte in der Regel kein Lifestyle-Phänomen. Vielmehr weisen sie auf eine ernste psychische Erkrankung hin. Bislang fehlte ein fundiertes Therapieangebot. Mit den fünf neuen Therapie-Plätzen am Max-Planck-Institut in München soll sich das ändern.

Freiwilliges Therapieangebot

Die Plätze stehen Erwachsenen aus ganz Bayern offen, die sich vom Arzt oder Therapeut überweisen lassen wollen. Für ihre Therapie hat das MPI ein Selbstverletzungs-Tagebuch entwickelt, das die Patienten vor ihrer Ankunft und während ihres stationären Aufenthalts führen. So lassen sich gezielt individuelle Muster erkennen und auch der Erfolg der Behandlung belegen.

Erleichterung Schmerz – bei unerträglicher innerer Anspannung

Sich selbst weh zu tun - das beginnt oft im Kindes- oder Jugendalter und ist ein ernstes Symptom. Bei einer Studie der Universität Ulm gaben 20 Prozent der befragten Jugendlichen an, sie würden sich schneiden oder ritzen. Betroffene suchen das Gefühl einer "Entspannung" in emotional stressigen Situationen. Doch oft verselbständigt sich diese Strategie. Bei einer unbehandelten zugrunde liegenden Störung weit über die Jugendzeit hinaus an. Experten gehen davon aus, dass sich heute fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung nicht-suizidale Selbstverletzungen zufügen.

Jeder 10. Depressive verletzt sich selbst

Ritzen ist in der Regel Ausdruck einer stressbedingten psychischen Erkrankung etwa der Borderline-Persönlichkeitsstörung, einer Posttraumatischen Belastungsstörung, oder einer Depression oder Essstörung. Und davon sind immer mehr Menschen betroffen: Heute leiden rund eine Millionen Erwachsener an einer Depression, so die AOK Bayern. Das MPI will zunächst den Therapiebedarf für junge Erwachsene ermitteln und plant langfristig weitere Kapazitäten ein, damit interessierte Patienten von dem neuen Therapieangebot in München profitieren können.

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/bayern/hilfe-gegen-den-schnitt-ins-eigene-fleisch,R0p3Sxn

Donnerstag, 16. August 2018

Bipolar - Depression und Manie


Manche haben neben ihren depressiven Phasen, Phasen in denen sie sich wie ausgetauscht,
wie im 7ten Himmel fühlen und sich alles zutrauen.. Hier kann es sich um eine bipolare Störung handeln. Die Depression wechselt sich mit Phasen der Manie ab. Zum Artikel:

Bei einer bipolaren Störung wechseln sich depressive und manische Phasen ab. Während der Depression ist die Stimmung gedrückt und es fehlt den Betroffenen an Interesse und Antrieb. In der Manie kehrt sich die Stimmung um. Euphorie, Tatendrang und grenzenlose Selbstüberschätzung sind dann typische Symptome.

Mal traurig, mal fröhlich, mal lustlos, mal energiegeladen: Bei allen schwankt die Gefühlslage. Das ist ganz normal.
Menschen mit bipolarer Störung erleben jedoch Stimmungsschwankungen, die weit über das normale Maß hinausgehen: Ihre Stimmung ist ohne äußeren Anlass übertrieben gedrückt oder übersteigert – von manisch bis depressiv.
Was ist eine bipolare Störung?
Bei einer bipolaren Störung (auch: bipolare affektive Störung, früher: manisch-depressive Erkrankung) schwankt die Stimmung immer wieder zwischen zwei Extremen: zwischen Hochstimmung (Manie) und Depression. Diese Schwankungen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein, sie gehen aber immer weit über ein angemessenes Maß hinaus. Zwischen Manie und Depression liegen Abschnitte, in denen die Stimmung in einem gesunden Rahmen liegt.
Während einer manischen Phase sind die Betroffenen voller Begeisterung: Sie trauen sich nahezu alles zu, fühlen sich übertrieben selbstbewusst und könnten buchstäblich Bäume ausreißen. Oft schlafen sie kaum, weil sie ihre Flut an Ideen sofort in die Tat umsetzen wollen. Sie verhalten sich ungewohnt leichtsinnig, risikofreudig und hemmungslos.
Das genaue Gegenteil ist die Depression. An Stelle der Hochstimmung treten nun eine tiefe Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit. Was früher Spaß gemacht hat, ist plötzlich bedeutungslos geworden.
Symptome von Manie und Depression können bei einer bipolaren Störung auch gleichzeitig auftreten oder sich in rascher Folge abwechseln.

Wie häufig sind bipolare Störungen?

Circa 1 von 100 Personen entwickelt im Laufe ihres Lebens eine bipolare Störung mit depressiven und manischen Episoden. Etwas häufiger ist eine abgeschwächte Form (Bipolar-II-Störung): Schätzungen zufolge erkranken rund 4 von 100 Personen daran. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.

Bipolare Störung: Formen

Ärzte unterscheiden zwischen zwei Ausprägungen der bipolaren Störung:
  • Der Typ Bipolar I (Bipolar-I-Störung) steht für den typischen Verlauf mit ausgeprägten depressiven und manischen Phasen.
  • Menschen mit einer sogenannten Bipolar-II-Störung erleben hingegen depressive und hypomanische Phasen. Das bedeutet: Die Hochstimmung ist weniger stark ausgebildet als bei einer echten Manie – depressive Episoden können hingegen genauso schwer verlaufen wie beim Typ Bipolar I.
Die einzelnen Krankheitsphasen können unterschiedlich lange anhalten. In den meisten Fällen dauert es zwei bis drei Jahre, bis ein kompletter manisch-depressiver Zyklus abgeschlossen ist. Die Zyklen können aber auch deutlich kürzer sein:
  • Rapid cycling: Bei einem sog. rapid cycling (engl. = "schneller Zyklus") erlebt der Patient pro Jahr mindestens vier (hypo-)manische oder depressive Phasen. Schätzungen zufolge kommt rapid cycling bei bis zu 2 von 10 Personen mit bipolarer Störung vor.
  • Ultra rapid cycling: Die Phasen wechseln wöchentlich oder häufiger.
Ist die jeweilige Krankheitsphase abgeklungen, schließt sich in der Regel eine beschwerdefreie Phase an (sog. Remission). In manchen Fällen bleibt die beschwerdefreie Phase jedoch aus und Depression und Manie wechseln sich unmittelbar ab.

Zyklothymia: Leichte, anhaltende Stimmungsschwankungen

Eine lang anhaltende (chronische), aber eher leichte Form der Stimmungslabilität ist die sogenannte Zyklothymia: Dabei schwankt die Stimmung über Jahre hinweg immer wieder. Sie schlägt jedoch weniger stark in eine Richtung aus. Vielmehr erleben Patienten immer wieder Phasen einer leicht gehobenen Stimmung (Hypomanie), die sich mit einer leichten Depression abwechseln. Ausgeprägte manische oder depressive Episoden kommen nicht vor. Eine Zyklothymia entwickelt sich oft im frühen Erwachsenenalter.

Bipolare Störung: Symptome

Je nachdem, ob gerade eine Manie oder eine Depression vorherrscht, können die Symptome einer bipolaren Störung sehr unterschiedlich sein. Nicht nur die Stimmung, auch Denken, Handeln und Fühlen sind während einer akuten Krankheitsphase erheblich beeinträchtigt.

  Überblick: Typische Symptome von Manie und Depression

Symptome während einer ManieSymptome während einer Depression
unangemessene Hochstimmung bis hin zur Euphorie, aber auch Reizbarkeitgedrückte Stimmung, Unruhe, Ängste
übermäßige Aktivität, ständiger Wechsel zwischen verschiedenen Aktivitätenverminderter Antrieb; verlangsamte Bewegungen, aber auch psychomotorische Erregung
immer neue, schnell wechselnde Ideen ("Ideenflucht")Freud- und Interesselosigkeit
mangelndes SchlafbedürfnisSchlafstörungen
Gedankensprünge, schnell wechselnde Gedanken ("Gedankenrasen"); Ablenkbarkeitverlangsamtes Denken; Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren
Rededrangverlangsamte Sprache
Selbstüberschätzungniedriges Selbstwertgefühl, Minderwertigkeitsgefühle
starkes Kontaktbedürfnis, riskantes oder rücksichtloses Verhaltensozialer Rückzug 
gesteigertes sexuelles Bedürfnis, verringertes sexuelles Bedürfnis
psychotische Symptome wie z.B. Größenwahnpsychotische Symptome, z.B. Verarmungswahn

Symptome einer Manie

Eine manische Phase entsteht meist sehr plötzlich. Personen, die eine manische Phase durchleben, glauben, sie seien unverwundbar. Sie sind in absoluter Hochstimmung und fühlen sich übertrieben selbstbewusst. Sie neigen dazu, sich zu überschätzen. Manche reagieren auffällig gereizt, unruhig oder aggressiv und sind anderen gegenüber sehr misstrauisch.
Maniker sind unangemessen unternehmungslustig, kontaktfreudig und voller Energie. Sie sprudeln nur so über vor Ideen, die sie möglichst sofort in die Tat umsetzen möchten. Meist sind ihre Gedanken jedoch so sprunghaft, dass sie es nicht schaffen, ein Vorhaben zu Ende zu führen. Sie denken, sprechen und handeln schnell, sind dabei aber sehr zerstreut. Oft verlieren sie jegliche Hemmschwellen gegenüber anderen und verhalten sich zum Beispiel sexuell sehr freizügig.
Während einer Manie sind die Betroffenen kaum oder gar nicht in der Lage, einen geregelten Alltag zu führen. Zudem kommen sie kaum zur Ruhe, weil ihnen Schlaf eher lästig erscheint.
Eine manische Phase kann mit psychotischen Symptomen einhergehen. Das bedeutet: Der Bezug zur Realität geht vorübergehend verloren. Häufig entwickeln Maniker einen Größenwahn: Sie überschätzen sich maßlos und glauben, jede noch so riskante oder schwierige Aufgabe bewältigen zu können – obwohl das aus objektiver Sicht unrealistisch ist. Halluzinationen oder Verfolgungswahn können während einer Manie ebenfalls auftreten.
Maniker geraten immer wieder in Schwierigkeiten und setzen leichtsinnig Gesundheit, Beziehungen, Beruf oder Finanzen aufs Spiel. Sie legen ein Verhalten an den Tag, dass normalerweise nicht ihrer Natur entspricht. Einige Beispiele:
  • Sie geben ihr ganzes Geld für ein eigentlich aussichtsloses Projekt aus und verschulden sich.
  • Sie kündigen ihren Job und treten ad hoc eine Weltreise an, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben.
  • Sie setzen beim Roulette ihr gesamtes Geld auf eine Zahl.
  • Sie stürzen sich in sexuelle Abenteuer und gefährden dabei ihre Beziehung.

Hypomanie: Die kleine Schwester der Manie

Eine abgeschwächte Form der Manie ist die Hypomanie. Bei der Hypomanie ist die Stimmung deutlich gesteigert – aber nicht so stark, dass man von einer Manie sprechen könnte. Im Gegensatz zu Menschen mit Manie sind Personen mit Hypomanie in der Lage, einen geregelten Alltag zu führen. Eine Hypomanie hält meist nur einige Tage an.
Weitere Anzeichen einer Hypomanie sind
  • vermindertes Schlafbedürfnis,
  • erhöhtes Redebedürfnis, Bedürfnis nach Geselligkeit,
  • Konzentrationsprobleme,
  • Unruhe,
  • erhöhtes sexuelles Bedürfnis sowie
  • Hang zu Leichtsinnigkeit/Verantwortungslosigkeit.

Symptome einer Depression

Die Symptome der Depression stellen gewissermaßen das Gegenteil der Manie dar. Depressive Phasen kommen in der Regel häufiger vor als manische und halten länger an.
Zu den Hauptsymptomen einer Depression zählen
  • eine gedrückte Stimmung,
  • Freud- und Interessenlosigkeit sowie
  • verminderter Antrieb.
Depressionen können mit Suizidgedanken einhergehen. Wenn Sie solche Gedanken haben oder bemerken, dass eine Person in Ihrem Umfeld suizidgefährdet sein könnte: Scheuen Sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenden Sie sich bei Suizidgedanken an die nächste psychiatrische Klinik oder informieren Sie den Notruf unter 112.
Eine weitere Anlaufstelle kann die Telefonseelsorge sein. Diese erreichen Sie kostenlos und anonym unter den Nummern:
  • +49 (0)800 1110111
  • +49 (0)800 111 0 222
Depressive haben keine Freude mehr an Dingen, die ihnen vorher Spaß gemacht haben. Sie spüren eine tiefe Traurigkeit oder eine innere Leere. Manche haben den Eindruck, zu keinerlei Gefühlsregungen mehr fähig zu sein. Während der Depression blicken die Betroffenen pessimistisch in die Zukunft und trauen sich nichts zu. Sie haben nicht mehr so viel Antrieb wie vorher, sodass ihnen Aktivitäten häufig schwerfallen. Sie haben Probleme damit, selbst kleine Entscheidungen zu treffen. Oft ziehen sie sich von Freunden und Bekannten zurück.
Depressionen können sich in ganz unterschiedlichen Ausprägungen äußern: Bei einigen stehen körperliche Symptome im Vordergrund, andere leiden vor allem unter seelischen Beschwerden. Zu den möglichen körperlichen Symptomen zählen etwa Magen- oder Kopfschmerzen. Andere leiden besonders unter dem Gefühl, nichts wert zu sein. Bewegungen und Sprechen können verlangsamt sein (sog. psychomotorische Hemmung). Aber auch Unruhe und ein starker Bewegungsdrang (sog. psychomotorische Agitiertheit) kommen häufiger vor. Seelisch macht sich eine Depression häufig dadurch bemerkbar, dass die Betroffenen das Gefühl haben, nichts wert zu sein.
In einer depressiven Phase kann es passieren, dass der Bezug zur Realität vorübergehend verloren geht (psychotische Symptome). Zum Beispiel hat der Depressive dann den Wahn, zu verarmen und sich zu verschulden.

Mischzustände

Symptome von Manie und Depression können gleichzeitig oder in raschem Wechsel auftreten. Ärzte sprechen dann von einer gemischten Episode. Bis zu 60 von 100 Erkrankten erleben solche Mischzustände.
Ein Beispiel für einen Mischzustand: Eine Person fühlt sich niedergeschlagen und depressiv. Gleichzeitig ist sie aber sehr unruhig, aktiv und fühlt sich getrieben.

Bipolare Störung: Ursachen

Die Ursachen der bipolaren Störung sind noch nicht im Detail bekannt. Fest steht, dass mehrere Faktoren im Zusammenspiel an der Entstehung einer manisch-depressiven Erkrankung beteiligt sind. Dazu zählen vor allem:
  • genetische Komponenten: Eine genetische Veranlagung scheint bei bipolaren Erkrankungen eine große Rolle zu spielen, ist aber nicht die alleinige Ursache. Personen mit einem bipolaren Verwandten ersten Grades (z.B. Mutter, Vater) entwickeln 10-mal häufiger eine bipolare Störung als Personen ohne erbliche Vorbelastung. Ist ein Elternteil erkrankt, liegt das eigene Erkrankungsrisiko bei 10 bis 20 %. Sind beide Elternteile krank, erhöht sich das Risiko auf bis zu 60 %.
  • Charaktereigenschaften: Menschen mit bestimmten Charaktereigenschaften haben ein erhöhtes Risiko für eine bipolare Störung. Dazu zählen vor allem Personen, die von Natur aus eher extrovertiert und übertrieben ausgelassen (hypothym) sind.
  • äußere Einflüsse: Einschneidende Lebensereignisse (z.B. Trennung der Eltern, Tod eines Angehörigen) oder Traumata (z.B. durch Missbrauch) können eine akute manische oder depressive Episode auslösen, wenn die Person entsprechend veranlagt ist.

Wie diagnostiziert man eine bipolare Störung?

Bis der Arzt eine bipolare Störung diagnostiziert, kann einige Zeit vergehen. Insbesondere (hypo-)manische Phasen werden oft lange übersehen. Der Grund: Viele Betroffene fühlen sich durch die Hochstimmung gar nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil – sie sind froh, nach einer depressiven Phase wieder besser gelaunt zu sein. Sie bemerken nicht, dass ihre Stimmung über ein gesundes Maß hinausgeht und reagieren bisweilen aggressiv, wenn Angehörige sie darauf hinweisen. So geht der Arzt möglicherweise zunächst davon aus, es habe sich um eine reine Depression gehandelt.
Es gilt: Erst wenn der Arzt sowohl mindestens eine (hypo-)manische als auch eine depressive Episode festgestellt hat, kann er eine bipolare Störung (manisch-depressive Erkrankung) diagnostizieren.
Nicht jede Missstimmung ist gleich eine Depression. Und nicht jede Hochstimmung muss bedeuten, dass es sich um eine Manie handelt. Um herauszufinden, ob sein Patient tatsächlich gerade eine manische beziehungsweise depressive Phase durchmacht, wird sich der Arzt an bestimmten Diagnosekriterien orientieren. Ein Beispiel: Um von einer depressiven Episode zu sprechen, muss die Stimmung über mindestens zwei Woche hinweg gedrückt sein. Dabei müssen mindestens vier von zehn typischen Symptomen auftreten – darunter wenigstens zwei der drei Hauptsymptome (gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Antriebsminderung).

Quelle: https://www.onmeda.de/krankheiten/bipolare-stoerung.html


Mittwoch, 15. August 2018

Meditation zur Prävention


Meditation ist eine sehr gute Präventionsmaßnahme gegen Burnout und Depressionen.
Meditation ist eine hervorragende Möglichkeit sich selbst und sein seelisches
Gleichgewicht zu finden.
In der letzten Konsequenz kann man mit Meditation auch zu Gott finden.
Davon bin ich überzeugt.

Das Meditation ein sehr gutes Instrument ist, um sich gesundheitlich (Ausgeglichenheit, Ruhe und innere Kraft) zu verbessern, ist wohl weltweit inzwischen anerkannt und kann ich an dieser Stelle als allgemeine Erkenntnis voraussetzen.

Vor ein paar Monaten bin ich auf eine Meditationsmethode gestoßen, die ich seitdem auch selbst täglich praktiziere. Es ist eine weltweite Bewegung, die frei und unabhängig von Religionen auftritt.
In verschiedenen Teilen Deutschlands gibt es inzwischen Meditationsgruppen und es gibt auch eine Online-Gruppenmeditation.

Meditation kann ihr Leben (zum positiven!) verändern.
Hier ist der Link zu meiner empfohlenen Bewegung / Gruppe:
https://de.samarpanmeditation.org/index.html