Mittwoch, 19. September 2018

Lehrer und Burnout


Dramatischer Bericht über die Situation der Lehrer, die massiv vom Burnout bedroht sind:

Lehrer verlassen die Schule

Zurzeit geistern Meldungen durch die Presse, die sich so lesen, als würden Lotsen das sinkende Schiff verlassen. Diesmal sind es die Lehrer. Sie kündigen. Das sinkende Schiff – um im Bild zu bleiben – ist das Bildungssystem in Deutschland. Es gibt neuerdings nicht nur das Problem, dass es in den Schulen zu wenig Nachwuchs gibt, erstmalig hat sich die Zahl der Lehrer, die vorzeitig kündigen, drastisch erhöht.
 
»Die Zahl der als dienstunfähig ausgeschiedenen Berliner Lehrer hat einen Rekordstand erreicht«, meldet die Berliner Zeitung. Allein im vergangenen Schuljahr verließen 621 Lehrkräfte vorzeitig wegen Berufsunfähigkeit den Schuldienst – mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Das geht aus der Antwort der Bildungsverwaltung auf eine Anfrage der CDU-Abgeordneten Hildegard Bentele hervor.
Auch der Tagesspiegel meldet, dass immer mehr Lehrer Berlins Schulen verlassen. »Hunderte Kündigungen«, beklagt die Zeitung. Schon im Sommer hatte es schlecht ausgesehen, jetzt sieht es noch schlechter aus: »Die Lage ist noch ernster als es die Einstellungszahlen dieses Sommers erahnen ließen: Berlin hat zunehmend nicht nur ein Defizit beim Nachwuchs, sondern es gibt auch einen massiven Schwund der Bestandslehrer.« Die Lehrer gehen. Warum?
Liegt es womöglich daran, dass die Lehrer in Berlin nicht verbeamtet werden? Im Tagesspiegel wird das so gesehen. Da wird eine Lehrerin zitiert, die 30 Jahre alt ist. Sie ist zufrieden mit ihrer Arbeit – nur nicht mit der Rente, die sie erwartet. »Wenn ich an die Altersversorgung denke, werde ich neidisch auf meine verbeamteten Kollegen«, sagt sie.
Die Situation ist verfahren. Von der CDU-Fraktion war schon die Forderung gekommen, neu darüber nachzudenken, ob man die Verbeamtung nicht doch wieder einführen sollte. Bildungssenatorin Sandra Scheeres von der SPD hatte sich von dem Vorstoß allerdings wenig begeistert gezeigt. Auch aus Sicht der GEW ist die Rückkehr zur Verbeamtung nicht sinnvoll. »Viel zu viele Lehrkräfte würden dabei rausfallen«, heißt es. Das Ergebnis wären neue Ungerechtigkeiten. Da bleibt man doch lieber bei den alten Ungerechtigkeiten. 
Die Berliner Zeitung sieht Krankheiten als Grund dafür, dass so viele Lehrer vorzeitig aufgeben: »Diese Lehrer leiden unter massiven Krankheiten wie Krebs oder Herz-Rhythmusstörungen, mitunter verbunden mit psychischen Problemen wie Burnout«. So stellte es der Vize-Gesamtpersonalrat Dieter Haase dar. Eine genaue Auflistung der Krankheiten könne die Bildungsverwaltung allerdings nicht liefern.
Es ist auch nicht nötig. Die Meldungen bleiben sowieso alle an der Oberfläche. Die Misere wird zwar in Einzelheiten beschrieben, aber die wahren Gründe werden dabei nicht erwähnt. Was sind die wahren Gründe?
Es sind die Zustände an den Schulen. Im letzten Jahr gab es aus fast jedem Bundesland Brandbriefe und Hilferufe. Auf der Achse des Guten sind aktuell unter dem Titel »25 Jahre Lehrerin – ich gebe auf« einige Berichte zu dem Thema zusammengestellt und es wird auf ein Buch hingewiesen – ein Buch, das den 'Kulturkampf im Klassenzimmer' (so der Titel) beschreibt.
Damit kommen wir der Sache schon näher. Die Schulen sind kaputt. Ein Unterricht ist vielerorts nicht möglich. Im Lehrerzimmer sitzen Lehrerinnen und weinen. Niemand wagt es, sich zu der Misere zu äußern, wenn er dazu seinen richtigen Namen nennen müsste.
So also sieht es aus im Jahre 2018: Richter sind überfordert, Ärzte und Polizisten sehen sich Angriffen ausgesetzt, Lehrer kündigen frühzeitig. Sie alle verlassen das sinkende Schiff: die MS Deutschland.

Quelle: https://www.freiewelt.net/nachricht/lehrer-verlassen-die-schule-10075699/

Dienstag, 18. September 2018

Winter-Depression


Die dunkle Jahreszeit schlägt vielen Menschen auf die Stimmung. Hat man nur schlechte Laune oder ist es schon eine Winterdepression? 

Inhalt
  1. Symptome: Schlechte Laune oder Winterdepression?
  2. Wie entsteht die saisonal abhängige Depression?
  3. Was hilft gegen die Winterdepression?
Die Jahreszeiten gehen nicht spurlos am Menschen vorbei. Ich beispielsweise bin im Sommer meist deutlich aktiver als im Winter – und damit nicht alleine, wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umhöre. Das ist vor allem ganz normal. Während die Tage kürzer, kälter und dunkler werden, verwandelt sich das Sofa klammheimlich in den absoluten Wohlfühlort, den man nur ungern verlässt. Nichts spricht gegen Einkuscheln und Tee trinken.

Nimmt die Niedergeschlagenheit jedoch überhand, kann sie krankhaft werden. Die Winterdepression ist mehr als ein Mythos. Hält die gedrückte Stimmung grundlos und durchgehend länger als zwei Wochen an, spricht man von einer depressiven Verstimmung. Tritt diese jahreszeitenbedingt auf, handelt es sich um eine saisonal abhängige Depression – kurz SAD -, wie sie im allgemeinen Sprachgebrauch als Winterdepression bekannt ist.
 
Auch wenn es sich bei der Winterdepression um eine depressive Verstimmung handelt, sind die Symptome im Vergleich zu einer regulären Depression dabei leicht verändert – zum Beispiel tritt verstärkt Heißhunger statt Appetitlosigkeit auf. Auch haben Betroffene meist keine Probleme mit dem Einschlafen, sondern vielmehr mit dem Aufwachen, eine bleierne Müdigkeit legt sich wie eine Decke über sie.
 
Im Allgemeinen ähneln die Symptome denen einer ausgeprägten Depression, sind jedoch schwächer ausgeprägt:
  • Langanhaltende Niedergeschlagenheit und Unausgeglichenheit
  • Schlafstörungen - im Falle der SAD vermehrtes Schlafbedürfnis und Tagesmüdigkeit
  • Interessensverlust und Antriebslosigkeit
  • Heißhunger auf Kohlenhydrate
  • Schuldgefühle und Gedankenspirale
  • Gefühl der Nutzlosigkeit
  • Leistungsminderung
  • Soziales Zurückziehen
  • Saisonal bedingtes Auftreten zum Herbst und Verschwinden der Symptome zum Frühjahr

Wie entsteht die saisonal abhängige Depression?

Dass sich die Stimmung im Winter verändert, ist nicht nur normal, sondern auch ganz natürlich erklärbar. Auch, dass das Phänomen der Winterdepression vor allem im Norden bekannt ist. Grund dafür ist der Lichtmangel. Die Tage werden kürzer. Nach einem langen Tag in geschlossenen Räumen kann es sogar vorkommen, dass man im Winter das Tageslicht nicht einmal zu sehen bekommt. Diese Umstellung bleibt nicht folgenlos, sie bringt das Gehirn, genauer gesagt die Botenstoffe und Hormone, durcheinander. Das gestörte Gleichgewicht im Gehirn bekommen wir über Stimmungsschwankungen zu spüren.
Gänzlich erforscht ist die Winterdepression nicht. Eine besondere Rolle scheinen jedoch die Hormone Serotonin und Melatonin zu spielen. Man geht bei der SAD heutzutage von einem Serotoninmangel aus, der gleichzeitig den Heißhunger auf Süßes erklären würde - Schokolade sorgt für eine Ausschüttung der Glückshormone. Zudem reagiert das Gehirn bei einer Winterdepression auf das fehlende Tageslicht mit einer vermehrten Ausschüttung von Melatonin - das wiederum steuert normalerweise den Schlaf-Wach-Rhythmus und macht müde.
Hormone, Stimmung und innere Uhr geraten aus dem Gleichgewicht - und das bekommen manche Menschen stärker als andere zu spüren. In milder Form kennen daher fast alle die veränderte Gemütslage in der kalten Jahreszeit. Erst wenn die Symptome stark ausgeprägt sind und das soziale und berufliche Leben beeinträchtigen, spricht man von einer Winterdepression.

Was hilft gegen die Winterdepression?

In der Ursache der Winterdepression liegt in leichten Fällen bereits die Lösung: Licht. Eine Lichttherapie kann bereits helfen, die Stimmung zu heben und auszugleichen. In nördlichen Ländern werden daher im Winter Tageslichtlampen empfohlen, die die fehlende Sonne imitieren.

Bei besonders schweren Fällen können zudem Medikamente zur Bekämpfung einer Depression verschrieben werden. Bei anhaltender schlechter Laune oder veränderter Gemütslage im Winter sollte man sich also nicht scheuen, einen Arzt aufzusuchen. 
Was kann ich selbst tun, damit die Winterdepression mich verschont? Die Antwort heißt: Bewegen, bewegen, bewegen.

Auch wenn das gemütliche Sofa noch so herzzerreißend nach uns ruft - gib der Sehnsucht nach Gemütlichkeit das nächste Mal erst nach einem ausgedehnten Spaziergang nach. Deine Stimmung wird es dir danken!

Quelle: https://www.wunderweib.de/winterdepression-wie-entsteht-sie-und-wie-schuetzt-du-dich-104954.html

Sonntag, 16. September 2018

Medikamente können Depressionen auslösen


Medikamente haben oft viele Nebenwirkungen, die irgendwo im "Beipackzettel" versteckt geschrieben sind. Immer den Beipackzettel genau durchlesen und/oder Arzt/Apotheker fragen.   Siehe Artikel:
 
Depressionen haben viele Ursachen. Jetzt stehen jedoch rezeptpflichtige Medikamente, die viele von uns nehmen, im Verdacht, Depressionen auszulösen.

Immer mehr Menschen leiden heutzutage an Depressionen. In Deutschland liegt die Zahl der Betroffenen bei über vier Millionen, weltweit sind es sogar 322 Millionen, wie die Weltgesundheitsorganisation berichtet. Die Krankheit wird durch therapeutische Gespräche und Antidepressiva behandelt. Eine Depression zeigt sich unter anderem durch Lustlosigkeit, Angstzustände, Apathie, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit.
Die Ursachen einer Depression können laut der „Stiftung Deutsche Depressionshilfe“ seelische Belastungen, Überforderung oder biochemische Veränderungen im Gehirn sein.
 
Jetzt rücken als weiterer Auslöser für Depressionen auch bestimmte Medikament in den Fokus von Wissenschaftlern.

Verschreibungspflichtige Medikamente, die als Nebenwirkung Depressionen auslösen können

Einer US-Studie zufolge, die im Fachblatt „Journal of the American Medical Association“ veröffentlicht wurde, können bestimmte Medikamente das Risiko an eine Depression zu erkranken merklich steigern. Laut Online-Seite „bbc.com“ beinhalten rund 37 Prozent aller rezeptpflichtigen Medikamente Inhaltsstoffe, die als Nebenwirkung eine Depression auslösen können. Die Macher der Studie zeigten sich überrascht, wie viele verschiedene Medikamente, die nicht zur Behandlung von Angstzuständen eingesetzt werden, als Auslöser für eine Depression infrage kommen.
Daher solltest du unbedingt den Beipackzettel von verschreibungspflichtigen Medikamenten sorgfältig lesen und den Inhalt daraufhin zu prüfen, ob dieses Medikament Depressionen verursachen kann. Eine Studie hat 2011 eine Liste von insgesamt 110 Medikamente, die Depressionen auslösen können, veröffentlicht. Dazu gehören unter anderem:

Hepatitis-Medikamente

Bei der Behandlung von Hepatitis C erkranken 7 von 100 Patienten in der Folge an einer Depression. Als Ursache gilt die in der Behandlung eingesetzte Kombination der Wirkstoffe Interferon alfa und Ribavirin.

Malaria-Medikamente

In diesen Präparaten ist der Wirkstoff Mefloquin enthalten. Der bietet zwar einen vorbeugenden Schutz gegen Malaria, kann aber der Gesundheit schaden und depressiv machen. Weil Mefloquin vom Körper nur sehr langsam wieder abgebaut wird, können die Depressionen über mehrere Wochen andauern.

Akne-Medikamente

Ganz besonders gefährlich ist der Anti-Akne-Wirkstoff Isotretinoin. Er kann nicht nur Depressionen und Stimmungsschwankungen verursachen, sondern auch die gesamte Persönlichkeit verändern. In den USA wurden 40 Selbstmorde durch Isotretinoin bekannt, die sich in den Jahren 1982 bis 2000 ereigneten.

Appetitzügler

Der Wirkstoffe Rimonabant, mittlerweile nicht mehr erhältlich, ist auch für eine Vielzahl von schweren Depressionen verantwortlich. Er sollte das Abnehmen unterstützen, indem er das Hungergefühl unterdrückt und wurde ursprünglich zur Raucherentwöhnung entwickelt.  
 

Noch mehr Medikamente, die der psychischen Gesundheit schaden können

Daneben gibt es eine Vielzahl weitere Medikamente, die als Nebenwirkung Depressionen auslösen können oder bei schon leicht depressiven Menschen die Krankheit verstärken können. Dazu zählen Antibiotika, Antibabypillen, Prostatamittel und Mittel gegen Migräne. Eine vollständige „Liste“ der rezeptpflichtigen Arzneimittel und deren Inhaltsstoffen wurde im Jahr 2014 in dem Fachmagazin „BMC Pharmacology and Toxicology“ publiziert.
Du solltest daher immer, wenn du ein rezeptpflichtiges Medikament verordnet bekommst, deinen Arzt fragen, ob dieses Präparat als Nebenwirkung Depressionen auslösen kann. Ist das der Fall, erörtere mit deinem Arzt ein alternatives Medikament oder eine Behandlungsform mit geringeren Nebenwirkungen.
 

Samstag, 15. September 2018

Depression in der Firma melden ?


Fast zehn Prozent der Deutschen leiden aktuell unter Depressionen. Jeder Fünfte hat mindestens einmal im Leben mit dieser Krankheit zu kämpfen. Die Zahlen steigen seit Jahren.
Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe spricht inzwischen von einer Volkskrankheit.
Fast 36 Krankheitstage pro Fall brauchen Arbeitnehmer im Durchschnitt, um eine depressive Episode überwinden und in den Job zurückkehren zu können.
Doch muss man seinen Chef konkret darüber informieren, dass man an einer Depression erkrankt ist oder darf man das für sich behalten?

Mit einer Depression kann man seinen Job selten wirklich gut machen und seine arbeitsvertraglichen Pflichten voll erfüllen.
Wer trotzdem einfach weiterarbeitet, riskiert Abmahnungen und seinen Job.
▶︎ Deshalb sollten Betroffene unbedingt zum Arzt gehen und sich krankschreiben lassen. Diese Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss natürlich in der Firma oder beim Chef vorgelegt werden.

Und seinem Chef muss man nicht mitteilen, welche Krankheit man hat. Weder eine Depression noch ein anderes körperliches oder seelisches Leiden muss im Detail offenbart werden.

Ihr Arzt ist an die Schweigepflicht gebunden und wird Ihre Firma nicht über Ihr Leiden informieren.
Auch in betriebsärztlichen Untersuchungen dürfen die Ärzte den Arbeitgebern nur die Information weitergeben, ob ein Mitarbeiter für den Job geeignet ist oder nicht.
Die konkreten Untersuchungsergebnisse dürfen auch hier nicht an die Chefs übermittelt werden.
Übrigens müssen Sie auch nicht darauf antworten, wenn Ihr Chef wissen will, wann Sie voraussichtlich zurückkommen. Eine mögliche Antwort könnte dann lauten: „Das kann ich nicht sagen. Das muss der Arzt entscheiden.“

Quelle: https://www.bild.de/ratgeber/leben-und-wissen-verbraucherportal/verbraucherportal/arbeitsrecht-muss-ich-meine-depression-dem-chef-melden-57248908.bild.html

Dienstag, 11. September 2018

Früherkennung von Depressionen


Früherkennung ist ein ganz wichtiges Thema, vor allem um einen Suizid zu verhindern !
Lesen Sie den Artikel:

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) fordert, die Früherkennung psychischer Erkrankungen in Gesellschaft, Politik, Forschung und Versorgung stärker in den Blick zu nehmen. Deutschlandweit nehmen sich laut der Fachgesellschaft jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen das Leben. Bis zu 90 Prozent dieser Suizide stünden im Zusammenhang mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen. Besonders alarmierend sei die Zahl der Suizidversuche, die sich auf mindestens 100.000 belaufe.
„Das Ziel muss sein, den Prozess so früh wie möglich aufzuhalten, im besten Fall schon bevor die Psyche leidet – Prävention ist eines der großen Zukunftsthemen der Psychiatrie“, sagte der Präsident der DGPPN, Arno Deister, anlässlich des heutigen Welttages der Suizidprävention.

Dabei seien nicht nur Ärzte und Wissenschaftler gefragt, sondern vielmehr die gesamte Gesellschaft und das Gesundheitswesen. „Gesundheitspolitik und Selbstverwaltung müssen unbedingt sicherstellen, dass für psychisch erkrankte Menschen passgenaue Versorgungsangebote zur Verfügung stehen“, betonte Deister. Wichtig sei auch, das Wissen über psychische Erkrankungen und Suizid in der Bevölkerung zu fördern, damit jeder bei sich selbst oder in seinem Umfeld Warnsignale erkennen könne.
Auch die Deutsche DepressionsLiga fordert anlässlich des Welttages ein offenes Ohr für Menschen mit suizidalen Gedanken. „Geben wir den betroffenen Erkrankten und deren Angehörigen Mut, indem wir sie ernst nehmen und ihnen zuhören. Damit helfen wir ihnen, einen Weg aus der psychischen Krise zu finden“, sagte die Vorsitzende der Depressionsliga, Waltraud Rinke.

Auf die besondere Gefährdung von Schlaganfall-Patienten weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hin. Der Schlaganfall sei die häufigste Folge für Behinderungen im Erwachsenenalter. Rund 60 Prozent der überlebenden Patienten seien langfristig auf Therapie, Hilfsmittel oder Pflege angewiesen.

„Nicht verwunderlich ist deshalb, dass die Post Stroke Depression (PSD), die Depression nach Schlaganfall, mittlerweile als eine der häufigsten Folgen der Erkrankung gilt“, hieß es aus der Stiftung. Experten gingen davon aus, dass rund ein Drittel der Patienten früher oder später eine Depression entwickle. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe appelliert deshalb an Ärzte und Therapeuten, die Schlaganfall-Patienten behandeln, eine besondere Sensibilität für dieses Risiko zu entwickeln.

Auf die positiven Effekte von körperlicher Aktivität auf depressive Symptome weist anlässlich des Welttages der Deutsche Verband für Physiotherapie hin, Physio­thera­peuten seien deshalb auch für depressive Patienten wichtige Ansprechpartner.

Suizide sind auch international ein gravierendes Problem. Laut der Weltgesundheits­organisation (WHO) nehmen sich pro Jahr weltweit mindestens 800.000 Menschen das Leben. Die WHO hat daher zusammen mit der Mental Health Commission of Canada ein sogenanntes Community Engagement Toolkit entwickelt, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Gemeinschaften, die sich an Aktivitäten zur Selbstmordprävention beteiligen.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/97755/Mehr-Frueherkennung-psychischer-Erkrankungen-notwendig

Montag, 10. September 2018

7 Dinge die man nicht zu Depressiven sagen darf


Von "Reiß' Dich mal zusammen" bis hin zu "Mach’ doch mal ein bisschen Yoga" – diese Sätze solltet Ihr Euch als Angehörige oder Freunde von Depressiven klemmen.
Falls Ihr jemanden kennt, der an Depressionen leidet, solltet Ihr natürlich das Gespräch suchen und Eure Hilfe anbieten. Allerdings gibt es bei diesem Gespräch ein paar Tipps, die Ihr beachten solltet, denn Depressionen sind eine Krankheit und diese muss professionell behandelt werden.
Küchenpsychologische Sprüche helfen dabei nicht weiter, auch, wenn sie von Herzen kommen und gut gemeint sind. Am besten Ihr nehmt Eure depressive Freundin oder Euren depressiven Freund an die Hand und bietet ihr/ihm an gemeinsam eine professionelle Beratungsstelle aufzusuchen. Anlaufstellen findet Ihr hier .

Diese Sätze jedenfalls sind mit Vorsicht zu geniessen ...
1. "Reiß’ Dich mal zusammen"
Depressionen sind nicht einfach nur eine schlechte Laune. Der Psychiater Ashwini Nadkarni zu "Seventeen.com": "Leute mit Depressionen leiden an einer Krankheit, die im Gehirn festzustellen ist. Genauso, wie man nicht jemanden bei Asthma sagen kann, hör doch mal auf zu husten, kann man einer depressiven Person nicht sagen, sei’ doch jetzt mal nicht depressiv." Am besten bietet man an dass man gerne zuhören möchte und interessiert ist an der Krankheit.
2. "Du brauchst keine Therapie oder Tabletten. Du braucht nur ein bisschen Sonne und Yoga"
Keiner von uns kann es gut ertragen, wenn es Menschen, die wir lieben, schlecht geht. Der häufigste Impuls ist sofort für den anderen eine Lösung finden zu wollen, denn die Tragik aushalten zu müssen ist zu schwer zu ertragen. Doch mit einem solchen Spruch zeigt man eher, dass man das Problem nicht ernst nimmt. Und das führt wiederum häufig zu einer weiteren Distanzierung der betroffenen Person.
3. "So viele Menschen haben es schlechter als Du"
Der typische Abwärtsvergleich führt in der Sozialpsychologie oft dazu, dass wir uns besser fühlen. Doch dies trifft nur bei alltäglichen Problemen zu, nicht bei Krankheiten. Zudem impliziert dieser Satz, dass man davon ausgeht, der Depressive hat seine Krankheit selbst zu verschulden, jemand, der in Afrika an Hunger leidet nicht. Doch beides, also eine Depression als auch eine an Hunger leidende Person haben ihre Situation nicht selbst verschuldet und würden alles dafür tun, um ihre Lage zu ändern. Wenn sie denn könnten und Hilfe bekommen. Deswegen ist es so wichtig zu helfen.
4. "Jetzt sei doch mal nicht so eine Bremse"
Klar ist es manchmal schwer mit einer an Depressionen erkrankten Person zu tun zu haben. Doch die schlechte Laune sucht sich die Person nicht aus und kann sie nicht einfach an- oder abschalten, so wie viele gesunde Personen es schaffen, sich durch Musik, positive Gefühle oder Ablenkung wieder aus einer schlechten Laune zu holen.
5. "Sie haben meine Make-Up-Marke nicht mehr bei Rossman, ich bin so depressed! "
Diese Sätze rutschen einem leicht mal über die Lippen, denn viele Dinge ärgern uns tagtäglich. Doch für einen Depressiven bedeutet dieses Wort jeden Tag aufs Neue Kummer und eine tief sitzende Krankheit, die bedrohlich ist. Deswegen sollte man erst überlegen, bevor man so etwas sagt und sich am besten ein anderes Wort überlegen. Vielleicht "enttäuscht" oder "verärgert".
6. "Suizid ist so egoistisch"
Ihr mögt Recht haben, aber mit diesem Satz werdet Ihr Eure Freundin oder Euren Freund von Euch wegtreiben und ihm nicht das Gefühl geben, dass sie/er mit Euch sprechen kann, wenn Selbstmordgedanken da sind. Fakt ist: Depressionen enden oft tödlich. 3 bis 4% der Erkrankten sterben laut der "Gesundheitsberichterstattung des Bundes" durch Suizid, alleine in Deutschland waren das im Jahr 2008 9.451 Sterbefälle. Besser als diesen Satz zu formulieren wäre ganz sensibel und empathisch zuzuhören und professionelle Hilfe zu holen.
7. "Fühlst Du Dich jetzt besser? "
Auch hier – wir verstehen das Bedürfnis zu wollen, dass alles wieder gut ist und das Gegenüber wieder gesund ist. Oft helfen Gespräche mit Freunden, doch am Ende muss ein Fachmann die Situation einschätzen und gegebenenfalls Medikamente verschreiben. Lasst Euch also als Angehörige helfen und seid offen für das Thema ohne Vorurteile zu schüren und vorschnelle Lösungen zu präferieren.
 

Samstag, 8. September 2018

Generation Z und Burnout


Es ist so weit: Die Generation Z strömt auf den Arbeitsmarkt. Mitglieder dieser Generation wurden nach 1995 geboren und sind dementsprechend gerade höchstens Anfang 20. Im Gespräch mit Business Insider warnt der Experte für Entscheidungspsychologie, Unternehmensberater und TedX-Speaker Benedikt Ahlfeld: Sie sind gefährdeter, an Burnout zu leiden, als jede andere Generation zuvor.
Die Menschen, die der Generation Z angehören, sind die ersten echten Digital Natives. Sie wurden mit Internet und Smartphones groß. Doch ihre Jugend war auch von Krisen gezeichnet.

Desillusionierung durch Krisen

„Da sie in einer global vernetzten Welt aufgewachsen sind, haben sie globale Krisen und Terror unmittelbarer mitbekommen als frühere Generationen. Die Rezession von 2008 und die oft damit verbundene finanzielle Unsicherheit der eigenen Eltern, aber auch zum Beispiel den 11. September 2001. Darum ist die Generation Z desillusioniert, was die Jobsicherheit und das wirtschaftliche Wachstum angeht“, sagt Ahlfeld. „Sie hat gelernt: Selbst wenn ich viel arbeite, bedeutet das noch nicht, dass ich finanziell abgesichert bin.“

Das unerreichbare Ideal

Dieser Ernüchterung stand, während die Generation Z aufwuchs, ein anderes Extrem gegenüber: Die sozialen Medien, die den Schreckensmeldungen eine Idealvorstellung des perfekten Lebens entgegensetzten.
„In den sozialen Medien wirken alle extrem erfolgreich, obwohl sie dauernd in Urlaub zu sein scheinen. Sie geben vor, das perfekte Leben zu haben“, sagt Ahlfeld. „Doch egal, was wir nach außen hin vortäuschen ─ innerlich wissen wir, dass wir der Idealvorstellung nicht gerecht werden.“
Frühere Generationen kannten diese massive Diskrepanz zwischen Realität und Idealvorstellung nicht. Ahlfeld vermutet, dass aus dem Empfinden, das echte Leben sei nicht mehr gut genug, die Filter aufkamen, die beispielsweise auf Instagram über das Foto gelegt werden.
„Das führt zu einer Sinnkrise, denn wenn wir uns mit etwas unerreichbar Perfektem vergleichen, versperren wir uns den Weg zur Selbstliebe“, sagt der Coach. „Die Generation Z ist im Grunde darauf konditioniert, nur das Positive nach außen darzustellen. Denn wer das tut, wird belohnt: In Form von Aufmerksamkeit, Likes, Herzchen und ‘Daumen rauf’.“
Zusätzlich entstehe durch die Fokussierung auf das Positive in den sozialen Medien im Kopf des Einzelnen eine größere Barriere, sich mitzuteilen, wenn es ihm oder ihr nicht gut gehe.

Das Missverständnis der Elterngeneration

Jeder vierte Europäer leidet laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens einmal im Leben an einer Depression, jeder zehnte nimmt im Laufe eines Jahres Antidepressiva. Das beginne auch schon bei jüngeren Menschen, sagt Ahlfeld, und liege nicht allein am ständigen Vergleich mit der perfekt gefilterten Scheinwelt.
„Die Generation Z ist daran gewöhnt, mehrere Kommunikationskanäle gleichzeitig zu bedienen und ständig ihren Fokus zu wechseln. Das ist an sich nichts Negatives. Das Problem entsteht erst, wenn sie auf ein System treffen, das anders aufgebaut ist.“
Eine Schulstunde dauert zum Beispiel in der Regel 45 Minuten — erst danach wird das Thema gewechselt. Das macht Leute, die an ständige Refokussierung angepasst sind, nervös. Laut Ahlfeld denken darum Eltern und Lehrer fälschlicherweise, die jungen Leute könnten sich nicht konzentrieren. 
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Der Coach und Speaker hat einen Rat für junge Menschen, die sich durch den ständigen Vergleich mit unerreichbaren Idealen überfordert fühlen: „Versucht, die Außendarstellung locker zu nehmen. Richtet stattdessen euren Blick nach innen. Werdet euch bewusst, was Erwartungen von anderen sind, und was eure eigenen Wünsche und Ziele. Und verfolgt diese dann konsequent.“
Benedikt Ahlfeld sagt, Geduld sei dabei besonders wichtig: „Die Dinge, die im Leben wirklich zählen, brauchen Zeit. Und wenn ich mein Ziel heute noch nicht erreicht habe, bedeutet das nicht, dass ich weniger wert bin.“

Quelle: https://www.businessinsider.de/die-generation-z-ist-gefaehrdeter-an-burnout-zu-leiden-als-jede-vor-ihr-warnt-ein-business-coach-2018-9