Montag, 24. September 2018

Depressionen - ein Überblick zum Thema


Ein Interview mit Frau Dr. Susanne Stuppi- Fachärztin für Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie

 „Stell dich nicht so an! Reiß dich mal zusammen! Du bist selbst schuld, du musst es nur wollen!“ Diese Aufforderungen müssen sich Depressions- Erkrankte zu genüge anhören.
Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Pessimismus. Schlafstörungen, ein geschwächtes Immunsystem und erhöhter Genussmittelkonsum, das sind psychische und physische Anzeichen einer Depression. Die Ursachen dafür reichen von übermäßigem Stress oder Schicksalsschlägen, über Probleme in Berufs- und Privatleben, bis hin zu Stoffwechselstörungen und ernsthaften Krankheiten.
 Wir durften uns mit Frau Dr. Susanne Stuppi, Fachärztin für Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie in St. Wendel, über diese ernstzunehmende Erkrankung unterhalten.


Frau Dr. Stuppi, wie würden Sie vereinfacht beschreiben, was eine Depression ist?
„ Am einfachsten ist es dies an einem Beispiel zu erklären. Vera ist seit einem längeren Zeitraum niedergeschlagen, ihre Stimmung ist deutlich gedrückt und sie ist sehr oft müde. Den Antrieb für ganz alltägliche Dinge wie Einkaufen gehen, soziales Miteinander, Hobbys und andere schöne Dinge im Leben, hat sie gänzlich verloren. Darüber hinaus treten bei ihr verschiedenste körperliche Beschwerden auf. Sie ist in ihrer gesamten Lebensführung beeinträchtigt. Die Alltagsbewältigung gelingt ihr nur schwer, sie leidet an starken Selbstzweifeln, Schuldgefühlen, Ängsten und Konzentrationsstörungen. Sie neigt immer wieder dazu scheinbar endlos zu grübeln. Das Schlimmste ist, dass sie kaum Gefühle mehr empfindet. Keine Trauer, keine Liebe, keine Freude. Ihr sexuelles Verlangen ist vermindert und sie steht unter einem hohen Leidensdruck. Ihre Erkrankung, die Depression, beeinflusst ihr Selbstwertgefühl und ihr Wohlbefinden in zentraler Weise.
Es existieren nicht viele andere Krankheiten, deren Leidensdruck die Betroffenen so häufig zur Selbsttötung treiben. Auch die Lebenserwartung ist um circa 10 Jahre gesenkt.
Die Depression ist oft weiblich, die Diagnose wird drei Mal so oft bei Frauen, als bei Männern, gestellt. Möglicherweise, weil Frauen häufiger erkrankt sind, aber auch, weil sich diese eher professionelle Hilfe suchen als Männer, dies bestätigen auch meine Erfahrungen.“


Welche verschiedenen Arten von Depressionen gibt es?
„Die Diagnose richtet sich nach den ICD-10 Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und kann nur gestellt werden, wenn aus einer Reihe von Symptomen mehrere Krankheitszeichen für eine Dauer von über 2 Wochen vorliegen.Man unterscheidet unter anderem zwischen leichten, mittelgradigen und schweren depressiven Episoden. Diese Episoden können sogar mit einer wahnhaften Symptomatik einhergehen. In diesen Fällen müssen sich die Betroffenen fast ausnahmslos in stationäre Behandlung begeben, da sie in der Regel in hoher Weise suizidgefährdet sind.
Je nach Ausprägung unterscheiden wir gehemmte Depressionen, bei denen Betroffene verlangsamt, schweigsam und verzögert handeln und agitierte Depressionen, bei denen die Betroffenen sehr ängstlich agieren, unruhig und rastlos sind. Darüber hinaus steht bei den larvierten Depressionen die Depression unter einer Art „Larve“ körperlicher Beschwerden.


Wie wirkt sich eine Depression körperlich aus?
Körperliches und psychisches Befinden ist eng miteinander verknüpft. In Zusammenhang mit Depressionen kann eine Vielzahl körperlicher Symptome auftreten.Die krankheitstypische innere Anspannung verursacht auch Verspannungen der Muskulatur, die zu Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen führen. Der Dauerstress fördert Herzrasen, Herzstechen und ein Beklemmungsgefühl in der Brust. Häufig bestehen Verdauungsstörungen mit Übelkeit, Blähungen, Verstopfung sowie Appetitverlust, es kommt oft zu einem auffälligen Gewichtsverlust.
Wenn die Seele belastet ist, geht der Antrieb schnell verloren. Als Folge dessen, bewegen sich Betroffene oftmals viel weniger, gehen selten raus und kümmern sich weniger um ihre Erkrankungen. Die Beschwerden können so stark sein, dass manche Patienten erst nach langen Voruntersuchungen und Krankenhausaufenthalten, zum Beispiel in internistischen Fachabteilungen, zum Psychiater kommen.“


Was sagen Sie dazu, dass viele Menschen der Meinung sind, dass die Krankheit „Depression“ de facto nicht existiert, sondern lediglich eine negative Verstimmung ist, unter der jeder mal leidet ?
Die Existenz dieser anerkannten Erkrankung lässt sich aus fachlicher Sicht keinesfalls leugnen. Eine Depression ist keine Befindlichkeitsstörung, ein schlechter Tag ist keine Depression.
Die organische Grundlage der Depression sind Störungen der Hirnaktivität, wobei nicht alle Details geklärt sind. Die Hauptursache liegt in der Veranlagung, aber auch schwere Lebensbelastungen und Traumata können Depressionen auslösen.
Leider wird der Begriff der Depression häufig missbräuchlich oder nachlässig verwendet. Die Einschränkung der Lebensqualität in Zusammenhang mit der Depression ist sehr weit reichend, sowohl für die Patienten, als auch für die Angehörigen. Meist verläuft eine Depression in Form einer langsamen und schleichenden Entwicklung, sie kann Wochen bis hin zu Monaten dauern, im Durchschnitt circa 4 bis 6 Monate. Es können Wiederholungsphasen auftreten, mitunter auch erst nach Jahren. Seltener entwickeln sich auch chronische Formen, die zwar weniger stark ausgeprägte Symptome zeigen, aber das Leben in gravierender Weise beeinträchtigen, die sogenannte Dysthymie.“
Ich denke, dass es ein allgemeines Problem ist, dass seelische Erkrankungen häufig nicht ernst genommen werden, weil sie nach außen hin nicht sichtbar sind. Oft denken die Betroffenen selbst, dass sie sich nur zusammenreißen müssten.
Wenn jemand im Krankhaus liegt, weil er körperliche Beschwerden hat, wird dies akzeptiert und anerkannt. Der Mensch ist körperlich krank und er muss unter ärztlicher Betreuung stehen, damit er bald wieder gesund ist. Wenn sich aber ein Mensch mit einer psychischen Erkrankung in stationäre Behandlung begibt, kann es vorkommen, dass seine Probleme von Außenstehenden nicht ernst genommen werden.


Denken Sie, dass depressive Menschen häufig diskriminiert werden?„Ich denke, dass diese Annahme leider wahr und teilweise immer noch weit verbreitet ist.
Im Jahr 2010 wurden knapp 1100 Patienten aus 53 Ländern im Zuge des „Anti Stigma Programm European Network“ (ASPEN) interviewt. Die Betroffenen wurden im persönlichen Gespräch speziell zum Thema „Stigmatisierung und Diskriminierung von Patienten mit mentalen Störungen“ befragt.

Die Ergebnisse waren eindeutig. Knapp 80 Prozent der Befragten waren schon mehrfach Opfer von Diskriminierungen aufgrund ihrer psychischen Erkrankung geworden. Etwa drei Viertel der Patienten verheimlichten ihre Erkrankung, aus Sorge vor Diskriminierung.
Mehr als ein Drittel erklärte, dass sie wegen ihrer Depressionen gemieden wurden und aufgrund wiederkehrender Zurücksetzungen davon Abstand nahmen, enge persönliche Beziehungen einzugehen.
Ein Viertel der Befragten teilte mit, dass sie die starke Diskriminierung schon davon abgehalten habe, sich um einen Arbeitsplatz zu bewerben. Viele scheuen sich deswegen immer noch, sich in Behandlung zu begeben.


Können Kinder auch Depressionen bekommen?
Ja, auch Kinder und Jugendliche können eine Depression haben. Schon Vierjährige können auf schwierige Lebensumstände depressiv reagieren. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Kind mit den typischen Symptomen auch tatsächlich eine Depression haben muss. Ich persönlich habe einen 7-jährigen Patienten mit den typischen Symptomen einer schweren Depression erlebt, häufiger sind Depressionen aber im Jugendalter.
Die Ursache für eine frühe depressive Episode ist, wie bei Erwachsenen, oft ein Zusammenspiel von genetischen Komponenten und Ereignissen im Umfeld. Mobbing, Überforderung in der Schule und Trennung oder Erkrankung der Eltern können Beispiele für Auslöser sein.“


Sind Medikamente Ihrer Meinung nach zwingend notwendig?
Medikamente gehören zu den Behandlungsmöglichkeiten, sind jedoch nicht immer zwingend notwendig. Mit Hilfe der heutigen, spezifischeren Diagnose ist eine Verbesserung der Behandlungssituation eingetreten. Die Diagnose „Depression“ wird häufiger gestellt, was nicht gleichzeitig bedeutet, dass die Depression häufiger als früher vorkommt. Früher versteckte sich die Diagnose oft hinter den oben beschriebenen Symptomen.
Heute wird somit mehr und zielführender behandelt. Die Zahl der Verschreibungen für Antidepressiva und Psychotherapie sind in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Gleichzeitig ist die Anzahl der Suizide fast um die Hälfte gesunken. Ein deutlicher Beleg für den Erfolg von Aufklärung, Offenheit und Behandlung.“


Wie kann man diese Krankheit am besten bekämpfen? Was raten Sie Betroffenen?
Depressionen sind häufig. Sie belasten den Menschen und die Gesellschaft. Es ist wichtig früh zu handeln. Gute Ratschläge und Aufmunterungsversuche oder gar Vorwürfe reichen nicht aus.
Die Diagnose zu stellen, ist bedeutsam, da gute Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Neben Medikamenten, sogenannten Antidepressiva, die weder süchtig machen, noch die Persönlichkeit verändern, können mit bestimmten psychotherapeutischen Verfahren, vor allem der kognitiven Verhaltenstherapie, den meisten Patienten geholfen werden.
Mit neuen Medien werden derzeit verschiedene Therapiekonzepte via Internet und Telemedizin entwickelt, die durchaus erfolgversprechend sind. Zum Beispiel das Programm „iFightDepression“, Tool der deutschen Depressionshilfe, das kostenfrei zur Verfügung steht und zur Verbesserung der Selbsthilfe eingesetzt wird. Weitere seltenere Verfahren werden im Einzelfall angewendet, wobei dies im Rahmen stationärer Behandlungsmöglichkeiten erfolgt.“


Wir hoffen, dass wir den einen oder anderen Leser für dieses Thema sensibilisieren konnten.
Wir wünschen Betroffenen den Mut zu ihrer Erkrankung zu stehen und fachmännische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
„Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis unsere Seelen uns wieder eingeholt haben.“[Indianische Weisheit]


Quelle: https://wndn.de/depressionen-wenn-schatten-auf-der-seele-liegen-ein-interview-mit-frau-dr-susanne-stuppi/

Freitag, 21. September 2018

Wochenbettdepression


Klingt sehr traurig und kommt leider viel zu oft vor. Nach der Entbindung kommen statt schöne Gefühle ganz andere "düstere" Gedanken und Gefühle auf. Zum Bericht:

Nicht bei jeder Mutter stellt sich nach der Geburt dieses unbeschreibliche Glücksgefühl ein. Viele Mütter leiden unter Wochenbettdepressionen. 

Inhalt
  1. Was ist eine Wochenbettdepression? 
  2. Was sind die Symptome einer Wochenbettdepression? 
  3. Wie lange dauert eine Wochenbettdepression? 
  4. Wie wird eine Wochenbettdepression behandelt? 
  5. Kann ich einer Wochenbettdepression vorbeugen?
  6. Wochenbettdepression: Wo finde ich Hilfe?
Die Wochenbettdepression auch postpartale Depression genannt, stellt für betroffene Frauen eine enorme Belastung dar. Die Wochenbettdepression sollte nicht mit dem Baby Blues verwechselt werden. Rund acht von zehn Frauen verspüren wenige Tage nach der Geburt plötzlich das Gefühl, ständig weinen zu müssen. Doch in der Regel verschwindet der Baby Blues nach ein paar Tagen genauso plötzlich, wie er gekommen ist. Bei einer Wochenbettpsychose sind die Symptome deutlich stärker, verschwinden nicht von allein und sollten unbedingt ärztlich behandelt werden. 

Was ist eine Wochenbettdepression? 

Etwa zehn bis 15 Prozent aller Mütter leiden an einer Wochenbettdepression. Die psychotische Erkrankung tritt meist innerhalb der ersten drei Wochen nach der Geburt auf. Eine Wochenbettdepression muss unbedingt ärztlich behandelt werden, weil sie anders als der Baby Blues nicht einfach nach ein paar Tagen wieder verschwindet. Für eine komplette Heilung ist eine grundlegende und persönlich zugeschnittene Therapie erforderlich. 

Was sind die Symptome einer Wochenbettdepression? 

Die Symptome bei einer Wochenbettdepression sind sehr vielfältig. Ein Kind zu bekommen stellt Körper und Seele vor eine große Herausforderung. Das muss erst verarbeitet werden. Wenn du nach der Geburt also eine gewisse Traurigkeit und Überforderung spürst, dann muss das nicht gleich der Hinweis auf eine postnatale Depression sein. Schließlich müssen die Hormone erstmal wieder ins Gleichgewicht kommen.
Treten jedoch die unten genannten Symptome konstant und in Kombination miteinander auf, ist es wichtig, dass du schnellstmöglich mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin sprichst. 
  • Du fühlst dich ständig schuldig. 
  • Das eigene Kind fühlt sich fremd an. Du hast das Gefühl, dein Kind niemals richtig lieben zu können.  
  • Du fühlst dich elend, empfindest keine Freude und das Leben als nicht mehr lebenswert. 
  • Gereiztheit und Überforderung machen sich permanent bemerkbar. 
  • Deine Konzentration lässt nach. 
  • Es fällt dir immer schwerer dich um dein Baby zu kümmern. 
Auch starke Appetitlosigkeit oder das Gegenteil, das Gefühl ständig essen zu müssen, können auf eine Wochenbettdepression hinweisen. Ebenso wie ein nicht vorhandener Sexualtrieb. Dieses Symptom wird jedoch von den meisten Frauen nicht bemerkt, da Sex nach der Geburt eh erstmal kein Thema ist.
 

Wie lange dauert eine Wochenbettdepression? 

Schnelle Hilfe ist bei einer postnatalen Depression unheimlich wichtig. Befinden sich die Betroffenen in einer Therapie und sind medikamentös eingestellt, wird sich bereits nach zwei bis drei Wochen eine Besserung zeigen. Aber Geduld und Zeit ist gefragt, denn es kann mehrere Monate oder manchmal auch Jahre dauern, bis eine Depression komplett ausheilt. Auch eine spezielle Mutter-Kind-Kur kann in dieser Zeit wirksam sein. 
 

Wie wird eine Wochenbettdepression behandelt? 

Wenn der Arzt die richtige Diagnose gestellt hat, wird er einen auf das Krankheitsbild zugeschnittenen Behandlungsplan erstellen. Meistens setzt sich dieser aus zwei Faktoren zusammen:
Die Therapie: Der zuständige Arzt wird vermutlich eine Gesprächstherapie empfehlen, damit du den möglichen Ursachen für die Erkrankung in Ruhe auf den Grund gehen kannst. Die Therapie kann in Gruppen- oder Einzelsitzungen stattfinden. Wichtig ist zu sehen, womit du dich am wohlsten fühlst.
Die Medikamente: Die zweite Komponente der Therapie wird wahrscheinlich die Einnahme von Antidepressiva sein. Keine Sorge, es gibt auch stillfreundliche Medikamente, sodass du nicht abstillen musst, wenn du es nicht möchtest.
Wichtig ist, die Behandlung so lange fortzuführen, wie es der Arzt verordnet. Auch die Antidepressiva sollten nicht ohne Einverständnis des Mediziners abgesetzt werden. Dann kann es schnell zu Rückschlägen kommen.
 

Kann ich einer Wochenbettdepression vorbeugen?

Ob wir an einer postnatalen Depression erkranken, haben wir meist nicht selbst in der Hand. Dennoch gibt es ein paar Möglichkeiten sich zu schützen:
Auf die Ernährung achten: Jede Neu-Mama wird das Problem kennen. Nach der Geburt auf die eigene Ernährung zu achten, ist einfacher gesagt als getan. Jedoch ist es wahnsinnig wichtig, regelmäßig und gesund zu essen. Gesundes, frisches und ausgewogenes Essen versorgt den Körper mit Vitaminen und Energie.
Im Wochenbett bleiben: Die Zeit nach der Geburt wird nicht umsonst als Wochenbett bezeichnet. Und diese Ruhe sollten auch alle Mütter in Anspruch nehmen. Legt euch mit euren Babys ins Bett, kuschelt, schlaft viel, kommt zur Ruhe, wachst als Familie zusammen. Diese kostbaren Wochen sind so wichtig und kommen nicht wieder.
Bewegung und frische Luft: Um nach der Schwangerschaft wieder in Schwung zu kommen, ist Bewegung wichtig. Am Anfang müssen es keine langen Spaziergänge sein. Steigert euch mit der Zeit. Frische, klare Luft und ab und zu ein bisschen Sonne sind Balsam für Seele.
Den Kontakt zur Außenwelt nicht verlieren: Egal, ob es der Austausch mit anderen Müttern, der Besuch einer guten Freundin oder das offene Ohr der eigenen Mama ist, es hilft, einfach mal rauszulassen, dass Mama sein gar nicht so einfach ist. Tipps von anderen Müttern, das Gefühl nicht alleine zu sein oder einfach nur die eigenen Probleme laut auszusprechen kann Wunder wirken.

Quelle: https://www.wunderweib.de/wochenbettdepression-wenn-nach-der-geburt-das-gluecksgefuehl-ausbleibt-105006.html

Mittwoch, 19. September 2018

Lehrer und Burnout


Dramatischer Bericht über die Situation der Lehrer, die massiv vom Burnout bedroht sind:

Lehrer verlassen die Schule

Zurzeit geistern Meldungen durch die Presse, die sich so lesen, als würden Lotsen das sinkende Schiff verlassen. Diesmal sind es die Lehrer. Sie kündigen. Das sinkende Schiff – um im Bild zu bleiben – ist das Bildungssystem in Deutschland. Es gibt neuerdings nicht nur das Problem, dass es in den Schulen zu wenig Nachwuchs gibt, erstmalig hat sich die Zahl der Lehrer, die vorzeitig kündigen, drastisch erhöht.
 
»Die Zahl der als dienstunfähig ausgeschiedenen Berliner Lehrer hat einen Rekordstand erreicht«, meldet die Berliner Zeitung. Allein im vergangenen Schuljahr verließen 621 Lehrkräfte vorzeitig wegen Berufsunfähigkeit den Schuldienst – mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Das geht aus der Antwort der Bildungsverwaltung auf eine Anfrage der CDU-Abgeordneten Hildegard Bentele hervor.
Auch der Tagesspiegel meldet, dass immer mehr Lehrer Berlins Schulen verlassen. »Hunderte Kündigungen«, beklagt die Zeitung. Schon im Sommer hatte es schlecht ausgesehen, jetzt sieht es noch schlechter aus: »Die Lage ist noch ernster als es die Einstellungszahlen dieses Sommers erahnen ließen: Berlin hat zunehmend nicht nur ein Defizit beim Nachwuchs, sondern es gibt auch einen massiven Schwund der Bestandslehrer.« Die Lehrer gehen. Warum?
Liegt es womöglich daran, dass die Lehrer in Berlin nicht verbeamtet werden? Im Tagesspiegel wird das so gesehen. Da wird eine Lehrerin zitiert, die 30 Jahre alt ist. Sie ist zufrieden mit ihrer Arbeit – nur nicht mit der Rente, die sie erwartet. »Wenn ich an die Altersversorgung denke, werde ich neidisch auf meine verbeamteten Kollegen«, sagt sie.
Die Situation ist verfahren. Von der CDU-Fraktion war schon die Forderung gekommen, neu darüber nachzudenken, ob man die Verbeamtung nicht doch wieder einführen sollte. Bildungssenatorin Sandra Scheeres von der SPD hatte sich von dem Vorstoß allerdings wenig begeistert gezeigt. Auch aus Sicht der GEW ist die Rückkehr zur Verbeamtung nicht sinnvoll. »Viel zu viele Lehrkräfte würden dabei rausfallen«, heißt es. Das Ergebnis wären neue Ungerechtigkeiten. Da bleibt man doch lieber bei den alten Ungerechtigkeiten. 
Die Berliner Zeitung sieht Krankheiten als Grund dafür, dass so viele Lehrer vorzeitig aufgeben: »Diese Lehrer leiden unter massiven Krankheiten wie Krebs oder Herz-Rhythmusstörungen, mitunter verbunden mit psychischen Problemen wie Burnout«. So stellte es der Vize-Gesamtpersonalrat Dieter Haase dar. Eine genaue Auflistung der Krankheiten könne die Bildungsverwaltung allerdings nicht liefern.
Es ist auch nicht nötig. Die Meldungen bleiben sowieso alle an der Oberfläche. Die Misere wird zwar in Einzelheiten beschrieben, aber die wahren Gründe werden dabei nicht erwähnt. Was sind die wahren Gründe?
Es sind die Zustände an den Schulen. Im letzten Jahr gab es aus fast jedem Bundesland Brandbriefe und Hilferufe. Auf der Achse des Guten sind aktuell unter dem Titel »25 Jahre Lehrerin – ich gebe auf« einige Berichte zu dem Thema zusammengestellt und es wird auf ein Buch hingewiesen – ein Buch, das den 'Kulturkampf im Klassenzimmer' (so der Titel) beschreibt.
Damit kommen wir der Sache schon näher. Die Schulen sind kaputt. Ein Unterricht ist vielerorts nicht möglich. Im Lehrerzimmer sitzen Lehrerinnen und weinen. Niemand wagt es, sich zu der Misere zu äußern, wenn er dazu seinen richtigen Namen nennen müsste.
So also sieht es aus im Jahre 2018: Richter sind überfordert, Ärzte und Polizisten sehen sich Angriffen ausgesetzt, Lehrer kündigen frühzeitig. Sie alle verlassen das sinkende Schiff: die MS Deutschland.

Quelle: https://www.freiewelt.net/nachricht/lehrer-verlassen-die-schule-10075699/

Dienstag, 18. September 2018

Winter-Depression


Die dunkle Jahreszeit schlägt vielen Menschen auf die Stimmung. Hat man nur schlechte Laune oder ist es schon eine Winterdepression? 

Inhalt
  1. Symptome: Schlechte Laune oder Winterdepression?
  2. Wie entsteht die saisonal abhängige Depression?
  3. Was hilft gegen die Winterdepression?
Die Jahreszeiten gehen nicht spurlos am Menschen vorbei. Ich beispielsweise bin im Sommer meist deutlich aktiver als im Winter – und damit nicht alleine, wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umhöre. Das ist vor allem ganz normal. Während die Tage kürzer, kälter und dunkler werden, verwandelt sich das Sofa klammheimlich in den absoluten Wohlfühlort, den man nur ungern verlässt. Nichts spricht gegen Einkuscheln und Tee trinken.

Nimmt die Niedergeschlagenheit jedoch überhand, kann sie krankhaft werden. Die Winterdepression ist mehr als ein Mythos. Hält die gedrückte Stimmung grundlos und durchgehend länger als zwei Wochen an, spricht man von einer depressiven Verstimmung. Tritt diese jahreszeitenbedingt auf, handelt es sich um eine saisonal abhängige Depression – kurz SAD -, wie sie im allgemeinen Sprachgebrauch als Winterdepression bekannt ist.
 
Auch wenn es sich bei der Winterdepression um eine depressive Verstimmung handelt, sind die Symptome im Vergleich zu einer regulären Depression dabei leicht verändert – zum Beispiel tritt verstärkt Heißhunger statt Appetitlosigkeit auf. Auch haben Betroffene meist keine Probleme mit dem Einschlafen, sondern vielmehr mit dem Aufwachen, eine bleierne Müdigkeit legt sich wie eine Decke über sie.
 
Im Allgemeinen ähneln die Symptome denen einer ausgeprägten Depression, sind jedoch schwächer ausgeprägt:
  • Langanhaltende Niedergeschlagenheit und Unausgeglichenheit
  • Schlafstörungen - im Falle der SAD vermehrtes Schlafbedürfnis und Tagesmüdigkeit
  • Interessensverlust und Antriebslosigkeit
  • Heißhunger auf Kohlenhydrate
  • Schuldgefühle und Gedankenspirale
  • Gefühl der Nutzlosigkeit
  • Leistungsminderung
  • Soziales Zurückziehen
  • Saisonal bedingtes Auftreten zum Herbst und Verschwinden der Symptome zum Frühjahr

Wie entsteht die saisonal abhängige Depression?

Dass sich die Stimmung im Winter verändert, ist nicht nur normal, sondern auch ganz natürlich erklärbar. Auch, dass das Phänomen der Winterdepression vor allem im Norden bekannt ist. Grund dafür ist der Lichtmangel. Die Tage werden kürzer. Nach einem langen Tag in geschlossenen Räumen kann es sogar vorkommen, dass man im Winter das Tageslicht nicht einmal zu sehen bekommt. Diese Umstellung bleibt nicht folgenlos, sie bringt das Gehirn, genauer gesagt die Botenstoffe und Hormone, durcheinander. Das gestörte Gleichgewicht im Gehirn bekommen wir über Stimmungsschwankungen zu spüren.
Gänzlich erforscht ist die Winterdepression nicht. Eine besondere Rolle scheinen jedoch die Hormone Serotonin und Melatonin zu spielen. Man geht bei der SAD heutzutage von einem Serotoninmangel aus, der gleichzeitig den Heißhunger auf Süßes erklären würde - Schokolade sorgt für eine Ausschüttung der Glückshormone. Zudem reagiert das Gehirn bei einer Winterdepression auf das fehlende Tageslicht mit einer vermehrten Ausschüttung von Melatonin - das wiederum steuert normalerweise den Schlaf-Wach-Rhythmus und macht müde.
Hormone, Stimmung und innere Uhr geraten aus dem Gleichgewicht - und das bekommen manche Menschen stärker als andere zu spüren. In milder Form kennen daher fast alle die veränderte Gemütslage in der kalten Jahreszeit. Erst wenn die Symptome stark ausgeprägt sind und das soziale und berufliche Leben beeinträchtigen, spricht man von einer Winterdepression.

Was hilft gegen die Winterdepression?

In der Ursache der Winterdepression liegt in leichten Fällen bereits die Lösung: Licht. Eine Lichttherapie kann bereits helfen, die Stimmung zu heben und auszugleichen. In nördlichen Ländern werden daher im Winter Tageslichtlampen empfohlen, die die fehlende Sonne imitieren.

Bei besonders schweren Fällen können zudem Medikamente zur Bekämpfung einer Depression verschrieben werden. Bei anhaltender schlechter Laune oder veränderter Gemütslage im Winter sollte man sich also nicht scheuen, einen Arzt aufzusuchen. 
Was kann ich selbst tun, damit die Winterdepression mich verschont? Die Antwort heißt: Bewegen, bewegen, bewegen.

Auch wenn das gemütliche Sofa noch so herzzerreißend nach uns ruft - gib der Sehnsucht nach Gemütlichkeit das nächste Mal erst nach einem ausgedehnten Spaziergang nach. Deine Stimmung wird es dir danken!

Quelle: https://www.wunderweib.de/winterdepression-wie-entsteht-sie-und-wie-schuetzt-du-dich-104954.html

Sonntag, 16. September 2018

Medikamente können Depressionen auslösen


Medikamente haben oft viele Nebenwirkungen, die irgendwo im "Beipackzettel" versteckt geschrieben sind. Immer den Beipackzettel genau durchlesen und/oder Arzt/Apotheker fragen.   Siehe Artikel:
 
Depressionen haben viele Ursachen. Jetzt stehen jedoch rezeptpflichtige Medikamente, die viele von uns nehmen, im Verdacht, Depressionen auszulösen.

Immer mehr Menschen leiden heutzutage an Depressionen. In Deutschland liegt die Zahl der Betroffenen bei über vier Millionen, weltweit sind es sogar 322 Millionen, wie die Weltgesundheitsorganisation berichtet. Die Krankheit wird durch therapeutische Gespräche und Antidepressiva behandelt. Eine Depression zeigt sich unter anderem durch Lustlosigkeit, Angstzustände, Apathie, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit.
Die Ursachen einer Depression können laut der „Stiftung Deutsche Depressionshilfe“ seelische Belastungen, Überforderung oder biochemische Veränderungen im Gehirn sein.
 
Jetzt rücken als weiterer Auslöser für Depressionen auch bestimmte Medikament in den Fokus von Wissenschaftlern.

Verschreibungspflichtige Medikamente, die als Nebenwirkung Depressionen auslösen können

Einer US-Studie zufolge, die im Fachblatt „Journal of the American Medical Association“ veröffentlicht wurde, können bestimmte Medikamente das Risiko an eine Depression zu erkranken merklich steigern. Laut Online-Seite „bbc.com“ beinhalten rund 37 Prozent aller rezeptpflichtigen Medikamente Inhaltsstoffe, die als Nebenwirkung eine Depression auslösen können. Die Macher der Studie zeigten sich überrascht, wie viele verschiedene Medikamente, die nicht zur Behandlung von Angstzuständen eingesetzt werden, als Auslöser für eine Depression infrage kommen.
Daher solltest du unbedingt den Beipackzettel von verschreibungspflichtigen Medikamenten sorgfältig lesen und den Inhalt daraufhin zu prüfen, ob dieses Medikament Depressionen verursachen kann. Eine Studie hat 2011 eine Liste von insgesamt 110 Medikamente, die Depressionen auslösen können, veröffentlicht. Dazu gehören unter anderem:

Hepatitis-Medikamente

Bei der Behandlung von Hepatitis C erkranken 7 von 100 Patienten in der Folge an einer Depression. Als Ursache gilt die in der Behandlung eingesetzte Kombination der Wirkstoffe Interferon alfa und Ribavirin.

Malaria-Medikamente

In diesen Präparaten ist der Wirkstoff Mefloquin enthalten. Der bietet zwar einen vorbeugenden Schutz gegen Malaria, kann aber der Gesundheit schaden und depressiv machen. Weil Mefloquin vom Körper nur sehr langsam wieder abgebaut wird, können die Depressionen über mehrere Wochen andauern.

Akne-Medikamente

Ganz besonders gefährlich ist der Anti-Akne-Wirkstoff Isotretinoin. Er kann nicht nur Depressionen und Stimmungsschwankungen verursachen, sondern auch die gesamte Persönlichkeit verändern. In den USA wurden 40 Selbstmorde durch Isotretinoin bekannt, die sich in den Jahren 1982 bis 2000 ereigneten.

Appetitzügler

Der Wirkstoffe Rimonabant, mittlerweile nicht mehr erhältlich, ist auch für eine Vielzahl von schweren Depressionen verantwortlich. Er sollte das Abnehmen unterstützen, indem er das Hungergefühl unterdrückt und wurde ursprünglich zur Raucherentwöhnung entwickelt.  
 

Noch mehr Medikamente, die der psychischen Gesundheit schaden können

Daneben gibt es eine Vielzahl weitere Medikamente, die als Nebenwirkung Depressionen auslösen können oder bei schon leicht depressiven Menschen die Krankheit verstärken können. Dazu zählen Antibiotika, Antibabypillen, Prostatamittel und Mittel gegen Migräne. Eine vollständige „Liste“ der rezeptpflichtigen Arzneimittel und deren Inhaltsstoffen wurde im Jahr 2014 in dem Fachmagazin „BMC Pharmacology and Toxicology“ publiziert.
Du solltest daher immer, wenn du ein rezeptpflichtiges Medikament verordnet bekommst, deinen Arzt fragen, ob dieses Präparat als Nebenwirkung Depressionen auslösen kann. Ist das der Fall, erörtere mit deinem Arzt ein alternatives Medikament oder eine Behandlungsform mit geringeren Nebenwirkungen.
 

Samstag, 15. September 2018

Depression in der Firma melden ?


Fast zehn Prozent der Deutschen leiden aktuell unter Depressionen. Jeder Fünfte hat mindestens einmal im Leben mit dieser Krankheit zu kämpfen. Die Zahlen steigen seit Jahren.
Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe spricht inzwischen von einer Volkskrankheit.
Fast 36 Krankheitstage pro Fall brauchen Arbeitnehmer im Durchschnitt, um eine depressive Episode überwinden und in den Job zurückkehren zu können.
Doch muss man seinen Chef konkret darüber informieren, dass man an einer Depression erkrankt ist oder darf man das für sich behalten?

Mit einer Depression kann man seinen Job selten wirklich gut machen und seine arbeitsvertraglichen Pflichten voll erfüllen.
Wer trotzdem einfach weiterarbeitet, riskiert Abmahnungen und seinen Job.
▶︎ Deshalb sollten Betroffene unbedingt zum Arzt gehen und sich krankschreiben lassen. Diese Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss natürlich in der Firma oder beim Chef vorgelegt werden.

Und seinem Chef muss man nicht mitteilen, welche Krankheit man hat. Weder eine Depression noch ein anderes körperliches oder seelisches Leiden muss im Detail offenbart werden.

Ihr Arzt ist an die Schweigepflicht gebunden und wird Ihre Firma nicht über Ihr Leiden informieren.
Auch in betriebsärztlichen Untersuchungen dürfen die Ärzte den Arbeitgebern nur die Information weitergeben, ob ein Mitarbeiter für den Job geeignet ist oder nicht.
Die konkreten Untersuchungsergebnisse dürfen auch hier nicht an die Chefs übermittelt werden.
Übrigens müssen Sie auch nicht darauf antworten, wenn Ihr Chef wissen will, wann Sie voraussichtlich zurückkommen. Eine mögliche Antwort könnte dann lauten: „Das kann ich nicht sagen. Das muss der Arzt entscheiden.“

Quelle: https://www.bild.de/ratgeber/leben-und-wissen-verbraucherportal/verbraucherportal/arbeitsrecht-muss-ich-meine-depression-dem-chef-melden-57248908.bild.html

Dienstag, 11. September 2018

Früherkennung von Depressionen


Früherkennung ist ein ganz wichtiges Thema, vor allem um einen Suizid zu verhindern !
Lesen Sie den Artikel:

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) fordert, die Früherkennung psychischer Erkrankungen in Gesellschaft, Politik, Forschung und Versorgung stärker in den Blick zu nehmen. Deutschlandweit nehmen sich laut der Fachgesellschaft jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen das Leben. Bis zu 90 Prozent dieser Suizide stünden im Zusammenhang mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen. Besonders alarmierend sei die Zahl der Suizidversuche, die sich auf mindestens 100.000 belaufe.
„Das Ziel muss sein, den Prozess so früh wie möglich aufzuhalten, im besten Fall schon bevor die Psyche leidet – Prävention ist eines der großen Zukunftsthemen der Psychiatrie“, sagte der Präsident der DGPPN, Arno Deister, anlässlich des heutigen Welttages der Suizidprävention.

Dabei seien nicht nur Ärzte und Wissenschaftler gefragt, sondern vielmehr die gesamte Gesellschaft und das Gesundheitswesen. „Gesundheitspolitik und Selbstverwaltung müssen unbedingt sicherstellen, dass für psychisch erkrankte Menschen passgenaue Versorgungsangebote zur Verfügung stehen“, betonte Deister. Wichtig sei auch, das Wissen über psychische Erkrankungen und Suizid in der Bevölkerung zu fördern, damit jeder bei sich selbst oder in seinem Umfeld Warnsignale erkennen könne.
Auch die Deutsche DepressionsLiga fordert anlässlich des Welttages ein offenes Ohr für Menschen mit suizidalen Gedanken. „Geben wir den betroffenen Erkrankten und deren Angehörigen Mut, indem wir sie ernst nehmen und ihnen zuhören. Damit helfen wir ihnen, einen Weg aus der psychischen Krise zu finden“, sagte die Vorsitzende der Depressionsliga, Waltraud Rinke.

Auf die besondere Gefährdung von Schlaganfall-Patienten weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hin. Der Schlaganfall sei die häufigste Folge für Behinderungen im Erwachsenenalter. Rund 60 Prozent der überlebenden Patienten seien langfristig auf Therapie, Hilfsmittel oder Pflege angewiesen.

„Nicht verwunderlich ist deshalb, dass die Post Stroke Depression (PSD), die Depression nach Schlaganfall, mittlerweile als eine der häufigsten Folgen der Erkrankung gilt“, hieß es aus der Stiftung. Experten gingen davon aus, dass rund ein Drittel der Patienten früher oder später eine Depression entwickle. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe appelliert deshalb an Ärzte und Therapeuten, die Schlaganfall-Patienten behandeln, eine besondere Sensibilität für dieses Risiko zu entwickeln.

Auf die positiven Effekte von körperlicher Aktivität auf depressive Symptome weist anlässlich des Welttages der Deutsche Verband für Physiotherapie hin, Physio­thera­peuten seien deshalb auch für depressive Patienten wichtige Ansprechpartner.

Suizide sind auch international ein gravierendes Problem. Laut der Weltgesundheits­organisation (WHO) nehmen sich pro Jahr weltweit mindestens 800.000 Menschen das Leben. Die WHO hat daher zusammen mit der Mental Health Commission of Canada ein sogenanntes Community Engagement Toolkit entwickelt, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Gemeinschaften, die sich an Aktivitäten zur Selbstmordprävention beteiligen.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/97755/Mehr-Frueherkennung-psychischer-Erkrankungen-notwendig