Samstag, 3. November 2018

Stiller Burnout


Ein psychischer Zusammenbruch erfolgt meist nicht plötzlich, sondern kündigt sich langsam an: Der stille Burn-out ist diese erste Stufe vor dem großen Knall. Wer die Anzeichen kennt, kann dagegen steuern und sich vor dem endgültigen Burnout schützen.

Stress, Überlastung, permanenter Zeitdruck und kein Raum mehr für Entspannung - das sind die Faktoren, die dem stillen Burn-out den Weg ebnen. Bei folgenden Anzeichen weißt du, dass du schnell die Notbremse ziehen solltest und auf dich und deine seelische Gesundheit achten musst:

Ungeduld wird immer größer

Egal, ob an der Supermarktskasse oder wenn der Computer etwas länger braucht, um hochzufahren: Bei jeglicher zeitlichen Verzögerung reißt dir sofort der Geduldsfaden, du bist unruhig, nervös und neigst zu plötzlichen Wutanfällen? Dann könntest du bereits unter stillem Burn-out leiden.

Ständige Unzufriedenheit und Selbstzweifel

Es ist ein furchtbarer Teufelskreis: Du möchtest so gerne Lohn für deine Mühen bekommen und rackerst dich im Job permanent ab. Doch die Anerkennung bleibt aus. Du gibst deshalb noch mehr Gas, wofür du aber wieder kein Lob bekommst. Die Unzufriedenheit wächst immer mehr und paart sich mit dem Gefühl, nie gut genug zu sein. Wenn dir dieses Verhalten und die daraus resultierenden Gefühle bekannt vorkommen, ist die Gefahr an Burn-out zu erkranken leider gegeben.
 

Work-Life-Balance ist im Ungleichgewicht

Eigentlich wissen wir ja, dass wir auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance achten sollen. Menschen, die unter einem stillen Burn-out leiden, ist es aber gar nicht bewusst, dass sie ihr privates Leben vernachlässigen. Du bist immer die Letzte im Büro, nimmst ständig neue Aufgaben an und bist am Wochenende zu kaputt, um dich mit Freunden zu treffen? Das sind Verhaltensweisen, die die psychische Erkrankung definitiv begünstigen können.
 

Permanente Erreichbarkeit als Priorität

Wer sein Handy immer neben sich liegen hat und gar nicht mehr abschalten kann, steht immer unter einer gewissen Grundspannung. Diese Anspannung und die ständige Sorge ohne das Smartphone etwas zu verpassen, erhöhen das Stresslevel. Du gehört auch zu denen, die ihr Handy nie aus der Hand legen? Dann achte auf dich, denn es kann bereits ein Hinweis sein, dass der stille Burn-out schon in vollem Gange ist.
 

Geräuschsempfindlichkeit ist größer als sonst

Natürlich gibt es Menschen, die empfindlicher auf Geräusche reagieren als andere. Wenn du allerdings an dir selbst feststellst, dass dich plötzlich alltägliche Geräusche wie das Klackern der Tastaturen deiner Kollegen oder eine tickende Uhr, dir den letzten Nerv rauben, kann es ein Anzeichen für psychische Überlastung sein.
 

Konzentrationsmangel sowohl im Büro als auch privat

Wer ständig unter Strom steht, verliert meist automatisch die Fähigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Schließlich ist die schier endlos lange To-do-Liste immer im Hinterkopf. Fällt es dir auch schwer, dich auf eine Sache zu konzentrieren? Das könnte ebenfalls ein Symptom des stillen Burn-outs sein.
 

Nächtliches Grübeln sorgt für Schlaflosigkeit

Wenn permanente Gedankenspiralen dir den Schlaf rauben, ist das meist ein eindeutiges Anzeichen von psychischem Stress.
 

Stillen Burn-out behandeln

Wenn du bei dir Symptome der psychischen Erkrankung erkennst, solltest du deiner Seelenpflege mehr Zeit einräumen. Natürlich kann man nicht gleich sein ganzes Leben ändern, aber Entspannungstechniken wie autogenes Training oder eine einfache Meditation helfen, den Stresspegel zu senken und sind leicht in den Alltag zu integrieren.
Wer allerdings schon zu sehr in der Abwärtsspirale gefangen ist, sollte sich professionelle Hilfe holen, denn aus einem stillen Burn-out kann sich leicht ein kompletter psychischer Zusammenbruch mit Panikattacken und Depressionen entwickeln. Wer therapeutische Hilfe benötigt, kann im deutschlandweiten Verzeichnis einen spezifischen Therapeuten finden.

Quelle: https://www.wunderweib.de/stiller-burnout-achte-auf-diese-symptome-105658.html

Donnerstag, 1. November 2018

Saisonabhängige Depression: Wie du die Anzeichen richtig erkennst

 

Zu heiß, zu kalt, zu windig, zu schwül: Egal, welche Wetterlage, jede bietet Anlass zum Raunzen. Dass uns etwa trübes Herbstwetter tatsäch lich runterzieht, ist mittlerweile wissenschaftlich belegt: Ja, das Wetter kann sich auf die Psyche schlagen.
Und das funktioniert so: Jeder Mensch reagiert auf das Wetter. Wir zittern bei Kälte, frieren im strömenden Regen oder schwitzen unter der Sonne, weil der Körper -ganz automatisch -immer eine physiologische Antwort auf die atmosphärischen Umweltreize setzt. Doch wie jede/r Einzelne mit diesen "Antworten" des Körpers umgeht, also wie intensiv das Empfinden und dadurch auftretende Belastungen sind, ist individuell verschieden.
"Wir wissen heute, dass sich Wohlbefinden und Verhalten der meisten Menschen im Rhythmus von Sommer und Winter bis zu einem gewissen Grad verändern: Davon betroffen sind etwa der Energiehaushalt, das Schlaf-und Essverhalten und die Stimmung", so Psychiater Siegfried Kasper von der MedUni Wien. So weit, so normal. Während die einen jedoch keine oder kaum Veränderungen erkennen, erleben andere derart einschneidende Stimmungs-und Verhaltensschwankungen, dass diese ihren Alltag erheblich belasten. SAD, saisonabhängige Depression, lautet dann meistens die Diagnose.

"Im Oktober fange ich an, mich von meinen Freunden zurückzuziehen"

"Im September wird es schon schlimmer: Mein Appetit nimmt zu, ich giere nach Süßigkeiten und Fast Food. Im Oktober fange ich an, mich von meinen Freunden zurückzuziehen und Verabredungen abzusagen. Im November gehen die Schwierigkeiten dann richtig los", schildert eine Patientin. Zu den wichtigsten Symptomen der SAD zählen Müdigkeit, verstärkter Appetit, Schlafstörungen und Rückzug aus dem sozialen Leben. Professor Kasper ergänzt: "Manche schaffen es nur schwer, zur Arbeit zu gehen. Andere schleppen sich trotzdem hin, können aber kaum mehr etwas leisten." Die "Funktionsfähigkeit" der PatientInnen ist deutlich reduziert und sinkt um 30 bis 40 Prozent.
Am häufigsten davon betroffen sind Frauen sowie die Altersgruppe zwischen 20 und 40. "Die Störung tritt bei Frauen viermal häufiger auf als bei Männern", sagt Kasper. "Aufgrund neuer Ergebnisse aus der Depressionsforschung gehen wir davon aus, dass diese Relation zwischen weiblichen und männlichen SAD-Patienten unter anderem dadurch bedingt ist, dass Frauen häufiger ärztliche Hilfe suchen. Wir vermuten daher, dass die Dunkelziffer bei männlichen Patienten höher ist." Die meisten SAD-Betroffenen haben in der Familie zumindest einen engen Verwandten, der irgendwann in der Vergangenheit unter Depressionen, oft SAD, gelitten hat.
Zu den wichtigsten Symptomen der SAD zählen Müdigkeit, verstärkter Appetit, Schlafstörungen und Rückzug aus dem sozialen Leben.
Am Wiener AKH gibt es mittlerweile eine Spezialambulanz für Herbst-Winter- Depressionen. Der stärkste Zulauf beginnt rund um Weihnachten und erreicht im Jänner und Februar seinen Höhepunkt. "Für jene, deren Batterien schon sehr leer sind, ist diese Zeit besonders schwer", sagt der Psychiater. Die PatientInnen leiden an starker Energielosigkeit, fühlen sich oft schon am frühen Nachmittag völlig erschöpft.

Das Licht ist schuld

Doch wie genau hat das Wetter damit zu tun? "Es geht vorwiegend ums Licht. Im Herbst und Winter wird durch den Lichtmangel zu wenig Serotonin ausgeschüttet", sagt Kasper. Infolgedessen werden zu wenig Hormone produziert, die den Antrieb oder die Ausschüttung von Glücksstoffen regulieren und so Empfindungen wie Freude auslösen. Kasper spricht von einer Lichtmangel-Erkrankung. Dass es diese tatsächlich gibt, hat er gemeinsam mit internationalen Forscherteams über den Globus verteilt in mehreren Studien belegt: Überall, wo sich Menschen viel in Räumen aufhalten und wenig Tageslicht abbekommen - das kann auch in sonnigen Gegenden sein, wo Menschen viel in klimatisierte Räume flüchten, oder während langer Regenzeiten -, treten die typischen Symptome zutage. Sonnenschein ist dabei nicht immer der entscheidende Faktor, es geht ums Licht allgemein. Zum Vergleich: In einem mit künstlichem Licht beleuchteten Raum schafft man eine Beleuchtungsstärke von rund 500 Lux, unter einem bedeckten Winterhimmel können es immer noch mehr als 5.000 Lux sein.
Tatsächlich gehört deshalb Lichttherapie zu den wirkungsvollsten Behandlungsmethoden, um Symptome der Winterdepression zu lindern. Auch Psychotherapie und die Gabe von Antidepressiva können in Absprache mit dem Arzt bzw. der Ärztin in Betracht gezogen werden.
Was tun, damit es gar nicht so weit kommt? Was einfach klingt, fällt Betroffenen oft besonders schwer: so viel wie möglich draußen in der Natur sein. Künstliches Licht, Drinnen-Sein und die Kombination aus Dunkelheit und Wärme sind Gift für die Psyche.

Die höchsten Suizidraten gibt es zwischen März und Mai

Was in diesem Zusammenhang jedoch sehr überrascht: Die wenigsten Suizide werden in der finsteren Jahreszeit durchgeführt. Eine österreichische Studie der MedUni Wien zu diesem Thema zeigt: Die höchsten Suizidraten gibt es zwischen März und Mai, die niedrigsten zwischen November und Jänner. Die Erklärung der WissenschaftlerInnen lautet: Suizide erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die " Batterien" der Betroffenen aufgrund des vorangegangenen Lichtmangels schon geleert sind. Auch die medizinische Klimatologin Angela Schuh beschreibt, dass PatientInnen mit endogenen Depressionen (also solchen ohne erkennbare Ursache) häufig völlig überraschende negative Reaktionen auf Schönwetterlagen zeigen. Nach einem langen Winter sind sie besonders freudlos, können nicht mehr genießen und haben ihr Sozialleben meist stark vernachlässigt. Während das Umfeld beginnt, aktiv zu werden, und gut gelaunt wirkt, wird das Gefühl der Ausgegrenztheit im Frühling noch verstärkt.
Egal, ob Sonne oder Regen: Das Jammern über das Wetter ist uralt und ein globales Phänomen. Denn es betrifft jede/n gleich und bietet sich daher als Gesprächsthema besonders an. Ganz nebenbei gilt gemeinsames Raunzen als soziales Schmiermittel und stiftet Zusammenhalt. Doch eines, sagt Professor Kasper, hat durchaus Berechtigung: das Jammern über die Zeitumstellung. Denn diese Stunde weniger Licht kann sich ordentlich aufs Gemüt schlagen. "Unser Rhythmus gerät durcheinander, es fühlt sich wie ein Mini-Jetlag an. Und für manche Menschen ist dieser Lichtmangel wirklich nicht gut."

Quelle: https://wienerin.at/saisonabhangige-depression-wie-du-die-anzeichen-richtig-erkennst

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Vortrag klärt über Depression und Burnout auf


Depressionen und Burn­out sind weder Einbildung noch bloße Stimmungsschwankungen. Es sind ernst zu nehmende Krankheiten, denen sich die Ärztinnen Isa Sammet und Sandra Schmid-Domay beim jüngsten Arzt-Patienten-Forum der Kreisärzteschaft und der Geislinger Volkshochschule vor rund 70 Besuchern im Schubart-Saal widmeten.
Professorin Dr. Isa Sammet ist Ärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Göppinger Klinikum Christophsbad. Depressive erkennten selbst keinen „triftigen Grund“ für ihre empfundene Hoffnungslosigkeit, innere Leere und Antriebslosigkeit, erklärte die Psychologin: „Das ist einer der Gründe, warum depressiv Erkrankte furchtbar leiden. Sie sehen keinen Grund für ihr Befinden und geben sich auch noch selbst die Schuld dafür.“
Die Folgen: Schlaf- und Appetit­losigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und ein negatives Selbstbild. Dadurch entstehen Misserfolge im Beruf, auch das Privatleben bleibt auf der Strecke. Sammet: „Dieser Abbau verschlimmert die Situation und das Selbstbild. Besonders wenn sich Angehörige nach und nach abwenden, wird es für die Betroffenen besonders schwierig.“ Angehörigen rät sie daher, lieber nicht zu sehr motivieren und aktivieren zu wollen: „Dann fühlt sich der Betroffene nicht verstanden und zieht sich noch mehr zurück.“
26 Prozent der Frauen und zwölf Prozent der Männer in Deutschland leiden zumindest einmal im Leben an Depressionen, erläuterte die Ärztin. Wie häufig und wie lange diese Krankheitsphasen auftreten, sei unterschiedlich: „Ungefähr zwei Drittel der Patienten wird geheilt, bei manchen tritt die Depression in Phasen oder gar chronisch auf.“
Ursachen für Depressionen können Nebenwirkungen von Medikamenten sein, schlechte Erlebnisse in der Vergangenheit oder nicht sichtbare innere Konflikte. Die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, hänge auch von biologischen und persönlichen Faktoren ab, sprich: Wer neigt dazu?
Was die Krankheit Burnout betrifft, sind die Ursachen eindeutiger zu bestimmen. Depressionen und Burnout gingen jedoch oft Hand in Hand, sagte Sammet: Rund 80 Prozent aller Burn­out-Patienten seien auch depressiv.
Ihre Kollegin, Dr. Sandra Schmid-Domay, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Verhaltenstherapie, erklärte: „Bezeichnend für Burnout ist, dass sich Menschen lust- und kraftlos in einem Beruf fühlen, der ihnen bis vor Kurzem noch unendlich Spaß gemacht hat.“ Das Problem: „Die Energie im Menschen ist begrenzt, jedoch nicht sichtbar.“

Sich über kleine Schritte freuen

Burnout fange mit Emotionen wie Verärgerung, Wut und beginnender Unlust an. Daraufhin mieden Betroffene soziale Kontakte außer­halb ihres Berufs und zögen sich zurück. „Spätestens dann gilt es wachsam zu bleiben: gegensteuern ist möglich“, betonte Schmid-­Domay. Es gelte besonders, sich einen Ausgleich zum Beruf und besonders seine sozialen Kontakte zu erhalten. Eine große Rolle spiele auch, genügend Schlaf zu bekommen.
Dass Burnout im Besonderen eine Folge der unter Effizienzdruck stehenden Leistungsgesellschaft ist, zeigt eine Zahl besonders: Im Durchschnitt sank in den Industrieländern die mittlere Schlafdauer um rund zwei Stunden. „Erschreckend“, findet das Schmid-Domay. Daher ihr Tipp: „Markieren Sie nicht die Starke, Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber, Ihrer Familie, über Ihre Überbelastung. Die Gesellschaft wird bei diesen Themen nach und nach sensibler.“ Und: „Seien Sie auch dann zufrieden, wenn Sie kleinere Ziele erreichen.“ Sich auch einmal selbst zu loben, sei nicht schäbig, sondern trage zu höherer Zufriedenheit bei.
Depression und Burnout blieben trotz aller Aufklärung heikle Themen, sagte Frank Genske, Vorsitzender der Kreisärzteschaft: „Viele sprechen nicht gerne darüber.“ Dass das Tabuthema so viele Zuhörer anzog, überraschte ihn: „Besonders interessant ist, dass Besucher aus allen Altersschichten zu uns gekommen sind.“

Quelle: https://www.swp.de/suedwesten/staedte/geislingen/vortrag-klaert-ueber-depression-und-burnout-auf-28233564.html

Montag, 29. Oktober 2018

Digital Detox


Immer mehr Menschen versuchen, mit Digital Detox-Seminaren oder -Retreats von ihrer exzessiven Smartphone-Nutzung wegzukommen. Was lernen die Teilnehmer*innen? Und was davon lässt sich in den Alltag mitnehmen?

Wir hängen ständig am Handy. Laut einer Untersuchung der Uni Bonn zum Nutzungsverhalten von Smartphone-Besitzer*innen sind wir im Durchschnitt 53 Mal am Tag an dem Gerät. Und wir unterbrechen auch noch alle 18 Minuten eine Tätigkeit dafür. Das zehrt an den Nerven. Kein Wunder, dass sich jede*r dritte junge Erwachsene in Deutschland für das Jahr 2018 vorgenommen hat, öfter offline zu sein.

Robin Haring ist einer davon. „Mich haben vor allem die vielen Mails und Nachrichten auf WhatsApp gestört“, sagt er. Der 36-jährige Hochschuldozent empfindet die heutige Kommunikation als stressig: „Früher hat man sich für 17 Uhr verabredet und dann da getroffen. Heute schreibt man vorher noch zigmal hin und her. Die Kommunikation hat eine viel höhere Frequenz, oft ohne Mehrwert – das stresst. “
 
Er entschied sich dafür, eine Auszeit zu nehmen: Zehn Tage Schweigen auf einem Gut nahe Wismar. In dem überkonfessionellen Kloster gibt es eine Bibliothek, einen Park mit kleinem See und für einen Aufpreis auch Zutritt zu einem Spabereich. Rund 1.000 Euro kosten zehn Tage Schweigen. Auch ein Aufenthalt von drei bis zehn Tagen in völliger Dunkelheit mit Begleitung durch die Heilpraxis des Hauses ist möglich.

Zehn Tage mit Händen und Füßen verständigen

„Bevor es losging, habe ich einen großen Koffer gepackt, mit vielen Büchern“, erinnert sich Haring. Doch dann wurde ihm bewusst, dass der Sinn der Auszeit nicht sei, sie mit anderen Dingen zu füllen. „Das war zwar richtig schwer, aber ich habe die Hälfte wieder ausgepackt.“


Zunächst gab es auf dem Gut noch Infos zu Ablauf und Logistik, dann war Schweigen angesagt, auch bei den Mahlzeiten. „Dort sind alle eingespielt, man kann sich mit dem Personal gut mit den Händen verständigen, das Schweigen passiert wie selbstverständlich“, sagt Haring. Und wenn jemandem wirklich etwas Wichtiges auf dem Herzen brenne, könne er jederzeit reden.
Plötzlich nimmt man Geräusche und Gerüche in der Umwelt viel stärker wahr, ich hatte auch das Gefühl, viel aumerksamer und feinfühliger zu sein.“ – Robin Haring
„Die ersten zwei bis vier Tage habe ich viel geschrieben. Das waren Dinge, die noch raus aus meinem Kopf mussten“, erinnert sich der 36-Jährige. Danach habe sich eine Art Entleerung eingestellt. „Ich habe sehr viel geschlafen, da habe ich selbst gestaunt. Das war eine große Müdigkeit, die im Körper steckte.“ Die Stille sei angenehm, nicht beklemmend gewesen. Die Tage seien zwar lang, wenn man schweigt, aber schon aus dem Fenster zu gucken oder einen Spaziergang zu machen, sei so zu einem tagesfüllenden Programm geworden.

Mit „Nix-Tagen“ wird der Alltag ruhiger

„Es war eine totale Erleichterung, nicht erreichbar sein zu müssen“, fand Haring. Seine Wahrnehmung habe sich stark verändert: „Plötzlich nimmt man Geräusche und Gerüche in der Umwelt viel stärker wahr, ich hatte auch das Gefühl, viel aufmerksamer und feinfühliger zu sein.“
Nach den zehn Tagen wieder online zu gehen, kam Haring vor wie „ein Sprung auf’s Karussell“: „Plötzlich galt es, 200 Mails abzuarbeiten und wieder den normalen Rhythmus anzunehmen, den Beruf und soziale Verpflichtungen vorgeben.“ Er fasste einen Entschluss. „WhatsApp hatte mir überhaupt nicht gefehlt, im Gegenteil. Also sagte ich mir, ich lasse es ab jetzt bleiben.“
 
Einige Menschen in seinem Umfeld bewundern ihn dafür, andere sagen, „wir haben doch 2018“. In regelmäßigen Abständen nimmt sich Robin Haring bis heute einen, wie er es nennt, Nix-Tag vor. „Da beantworte ich keine Mails, stelle das Telefon aus, sperre die Außenwelt aus und nehme mir Zeit für mich“, beschreibt er.

Kurz vor dem Burn-out

„Ich stand kurz vor dem Burn-out“, sagt Kateryna Kogan aus Köln, die als Social-Media-Managerin arbeitet. Die 37-Jährige merkte, dass sie es nicht mehr schaffte, abzuschalten. Morgens um 6 Uhr griff sie als Erstes zum Handy, um Instagram zu checken. Welche Posts haben am besten funktioniert? Auf Facebook und in anderen sozialen Medien informierte sie sich, was nachts passiert war. Den ganzen Tag über war sie online und abends schlief sie wieder mit dem Smartphone neben sich auf dem Nachttisch ein. „Ich konnte nicht mehr ohne Handy leben“, sagt die 37-Jährige.
Instagram, Pinterest, Facebook, Twitter und Xing nutzte sie regelmäßig. Mit Trello erledigte sie Planungen für den Job und Privates, mit Analyse-Tools wertete sie Social Media aus und mit weiteren Apps ihre eigene Handynutzung. „Das Problem war, dass ich kaum unterscheiden konnte, was ist Arbeit, was Recherche und was zufälliges Herumsurfen“, sagt sie.
 
Kogan hat ein dreitägiges Digital-Detox-Seminar in einem Kloster im rheinland-pfälzischen Schweighofen besucht. In Gesprächsrunden mit Expert*inneninputs reflektieren die Teilnehmer*innen ihre Smartphone-Nutzung, erlernen Strategien für einen nachhaltigen Umgang damit, probieren Achtsamkeitsübungen aus und werden zu Meditationen und Naturerlebnissen angeleitet.
„Ich habe mich entschieden, nur noch Teilzeit zu arbeiten, damit bin ich glücklicher“, sagt Kogan heute. Nachts legt sie das Handy in die Küche. „Und wenn ich Zeit mit meiner Familie verbringe, zum Beispiel spazieren gehe, lasse ich es komplett zu Hause.“

Das Sich-Bewusst-Machen hilft

„Wenn man so zufällig surft, hilft es, sich aufzuschreiben, was man alles noch nachschauen will. Geht man später die Liste durch, fällt einem auf, wie viel Überflüssiges da dabei ist“, findet sie. Heute überlegt sie, bevor sie ihr Smartphone zückt, ob sie eine Tätigkeit gerade wirklich unterbrechen möchte. „Und nach 45 Minuten Arbeit am PC oder Handy mache ich bewusst eine 15-Minuten-Pause fernab von den Bildschirmen.“
 
„Einmal wurde mein Handy gestohlen und ich merkte erst, wie oft ich es eigentlich nicht brauche.“ Ihrem Mann von unterwegs zu schreiben, dass sie in fünf Minuten zuhause sei, ging nun nicht. „Und eigentlich musste das ja auch nicht sein.“ Als sie sich mit einem Kollegen treffen wollte, wurde ihr bewusst, dass er nun keine Möglichkeit hätte, kurzfristig abzusagen oder mitzuteilen, dass er sich verspätet. „Nun musste er eben pünktlich kommen oder ich einfach warten, bis er da war“, sagt sie.
Empfehlen würde sie das Seminar jeder*m. „Wir sagen alle, wir haben nicht genug Zeit für Hobbys, den Haushalt oder Träume und sind doch zwischen fünf und acht Stunden pro Tag online. Das ist die Zeit, von der wir denken, wir haben sie nicht.“

Quelle: https://ze.tt/kurz-vorm-burnout-wie-diese-menschen-durch-digitalen-entzug-wieder-zu-sich-selbst-gefunden-haben/

Vom 29.10 - 02.11.18 Free Promo:


Mein erstes Ebook ist in der Free Promo. Es ist ein Ratgeber wie man Burnout und Depressionen vorbeugen oder gestärkt aus diesen hervorgehen kann. Bitte um Downloads und Rezis. Wer von mir eine Rezi möchte, darf mich gerne anschreiben. Hier ist der Link:

https://www.amazon.de/Burnout-Ersch%C3%B6pfung-Depressionen-%C3%BCberwinden-Ausgebrannt-ebook/dp/B07JHB6XTL/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1540814616&sr=8-1&keywords=joachim+rieger

Sonntag, 28. Oktober 2018

Burnout beim Pfarrer


Ja Burnout beim Pfarrer. Es ist ein Beruf der sehr gefährdet ist!

Wenn es nicht um Kirche ginge, würde man von einem Teufelskreis sprechen: Die Mitgliederzahlen schrumpfen, die Budgets werden kleiner und auch die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer nimmt ab, aber nicht die Arbeit. Seelsorger sind immer im Dienst und müssen zu jeder Zeit und Gelegenheit die passenden Worte finden. Sie haben ihren Beruf aus Überzeugung gewählt und stellen oft einen hohen Anspruch an sich selbst. Gleichzeitig können sie dem gesellschaftlichen Wandel und einer geringer werdenden Bedeutung der Kirche im Leben vieler Menschen wenig entgegensetzen.

Wer ständig mehr als 40 Wochenstunden arbeitet, was für Geistliche beider Kirchen zur Normalität gehört, hat ein erhöhtes Burnout-Risiko. Eine Studie des Anton-Proksch-Instituts in Wien hat ergeben, dass „ein Viertel der befragten Priester in Deutschland deutlich über 50 Stunden pro Woche arbeitet“.

14 Prozent aller kirchlichen Seelsorger überfordert

In der Studie heißt es außerdem, dass 14 Prozent aller kirchlichen Seelsorger mit ihrem Beruf überfordert seien und als Burnout-gefährdet gelten. Die immer größer werdende Belastung der Geistlichen ist auch in Rom angekommen. Papst Franziskus rief in einer Botschaft Anfang Juli dazu auf, für „ausgebrannte und einsame Priester“ zu beten.

Das Bild des in sich ruhenden Hirten, den seine Schäfchen im Umkreis der Kirche antreffen, ist überholt. Geistliche müssen mobil sein. Das gilt vor allem in katholischen Gemeinden, die der abnehmenden Zahl an Gläubigen und dem eklatanten Mangel an Nachwuchsseelsorgern mit dem Zusammenschluss von Pfarreien begegnen. Der in diesem Jahr in Überlingen vorzeitig in den Ruhestand gewechselte Pfarrer Karl-Heinz Berger hat einmal gesagt: „Der Motor des Autos eines Pfarrers hat kaum Chancen, abzukühlen.“

Dünne Personaldecke und immer mehr Aufgaben

Das kennt auch Pfarrer Ulrich Hund, der in Markdorf und Umgebung für sechs Pfarreien und 11 000 Katholiken zuständig ist. „Die Distanzen sind zu groß und die Aufgaben in den letzten Jahren quantitativ mehr geworden“, sagt der Geistliche. Das heißt, er muss mit einer dünneren Personaldecke immer mehr Aufgaben stemmen, von denen die seelsorgerische Arbeit nur einen Teil einnimmt.

Viel Zeit kosten Verwaltungsaufgaben: Die Gemeinde betreibt mehrere Kindertagesstätten, das Pfarrhaus muss saniert werden und jeden Tag bekommt er E-Mails mit neuen Verordnungen, bei denen es um Steuern, Datenschutz oder andere weltliche Themen geht. „Das kann ich manchmal gar nicht alles lesen“, gibt er zu. Und betont, dass diese Arbeit nicht Teil der Ausbildung eines Priesters sei. Dazu sind im Zeitalter der Digitalisierung auch Geistliche beinahe immer per Mail und Handy erreichbar. „Manchmal komme ich erst um 23 Uhr dazu, eine Mail zu beantworten“, sagt Ulrich Hund.

Unterstützung leisten ehrenamtliche Helfer, ohne die das kirchliche Angebot sehr viel kleiner ausfallen würde. Aber auch um die muss sich der Pfarrer kümmern. Das passiert meist bei Abendterminen, wenn alle anderen frei haben. „Die meisten haben Verständnis, dass ich nicht überall sein und alle Kirchgänger persönlich kennen kann“, sagt Pfarrer Hund. Allerdings gebe auch schon einmal Kritik.

Die Rolle des Pfarrers auch mal verlassen

Ganz wichtig für die seelische Gesundheit sei der Austausch mit Freunden und Kollegen sowie Situationen, in denen er die Rolle verlassen und einmal er selbst sein könne. Auch er kennt Kollegen, die in eine Krise gekommen sind. „Da spielen dann meistens mehrere Faktoren eine Rolle.“
Diese Problematik ist auch der Überlinger Dekanin Regine Klusmann nicht fremd: „Bei jungen Kollegen, die Familie haben und dem Beruf Vollzeit gerecht werden müssen, ist das schwierig, das wird dann schnell zu viel.“ Sie hatte das Glück, sich die Familienzeit mit ihrem Mann, der auch Pfarrer ist, teilen zu können.

Seit sie vor 24 Jahren in dem Beruf anfing, hätte sich die gesamtgesellschaftliche Anerkennung des Amtes gewandelt. Dazu übten die zurückgehenden Mitliederzahlen Druck aus, auch wenn man persönlich keine Schuld trage.
„Der Anspruch, Kirche muss für alle da sein und entsprechend viele Angebote machen, wie eigene Gottesdienste für alle Gruppen und Altersklassen ist überfordernd.“
Sie selbst habe mühsam gelernt, sich trotz des Zeitdrucks Freiräume zu schaffen. Und beruft sich auf Martin Luther, der anscheinend gut um die Balance von Arbeit und Spiritualität wusste: „Heute habe ich viel zu tun, also muss ich viel beten!“

Theologieprofessor Jan Hermelink: "Pfarrer sind sieben Tage in der Woche und 24 Stunden im Dienst"

Jan Hermelink ist Professor für Praktische Theologie an der Universität Göttingen. Im Interview spricht er über die Belastungen, denen Pfarrer ausgesetzt sind. Außerdem erklärt er, wie Geistliche erkennen, ob sie gefährdet sind, einen Burnout zu erleiden.
Herr Hermelink, haben Fälle, in denen Seelsorger unter Burnout leiden, in den vergangenen Jahren zugenommen?
Das ist keine neue Erscheinung. Der Prozess begann vor ein bis zwei Generationen, als man das Wort noch nicht dafür benutzte. Es ist schwer, Zahlen zu nennen und das Thema statistisch zu erfassen. Ob jemand früh in Rente geht oder länger erkrankt, weil er oder sie an Burnout leidet, ist schwer zu sagen. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Es gibt unterschiedliche Aussagen dazu und keine validen Studien. Klar ist, die Geistlichen leiden unter einer großen Arbeitsbelastung, aber schon seit einer ganzen Weile.
Wie hoch ist die Arbeitsbelastung?
Pfarrer sind eigentlich sieben Tage in der Woche und 24 Stunden im Dienst. Es gibt Verabredungen, dass zum Beispiel der Montag ein freier Tag sein soll, aber das klappt nicht immer. Die Arbeit wird mühsamer, die Gemeinde größer und das Geld weniger. Aber das ist regional sehr unterschiedlich.
Warum kommt es in manchen Fällen zum Burnout?
Geistliche machen ihre Arbeit aus Berufung. Sie wollen so viel und brennen für die Sache. Wenn dann die Erfolge oder positiven Rückmeldungen ausbleiben, folgt die Erschöpfung der guten Energie. Da macht einer eine tolle Trauung und die Leute kommen trotzdem nicht wieder. Das frustriert. Eine hohe Arbeitsbelastung ohne positive Rückmeldung macht es in jedem Beruf schwer.
Woran können Geistliche erkennen, dass sie gefährdet sind?
Sie sollten sich fragen: Wo ist es gut, dass ich dafür brenne und wo will ich zu viel? Es geht auch um die Reduktion der eigenen Ansprüche. Das ist oft schwerer, als die Ansprüche von außen zu zügeln. Da spielen das Bild über die Aufgabe und die Tradition mit. Das ist ähnlich wie bei Ärzten oder auch Lehrern, die ihren Beruf mit einer hohen inneren Motivation ausüben.
Gibt es Auswege?
Unsere Aufgabe, also die der Ausbildung ist es, ein realistisches Berufsbild zu vermitteln und deutlich zu machen, wie wichtig ein kollegiales Netzwerk und der Austausch sind. Es ist wichtig, dass sie erfahren, keine Einzelkämpfer zu sein. Wechselseitige Ermutigung hilft in dieser Situation. Das Zölibat macht es für katholische Geistliche nicht einfacher, aber ob die Aufhebung und der Schritt Frauen in das Amt zu lassen, die Probleme lösen würden, ist fraglich.

Quelle: https://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis/bodenseekreis/Pfarrer-an-der-absoluten-Belastungsgrenze;art410936,9938814

Freitag, 26. Oktober 2018

Depression - Unterschiede zwischen Mann und Frau


Depression gilt noch immer als Frauenkrankheit. Dabei leiden genauso viele Männer an der psychischen Krankheit. Die Symptome sind bei Männern jedoch ganz anders als bei Frauen und auch die Suizidrate ist höher.

Depression bei Männern anders als bei Frauen

Männer und Frauen verhalten sich bei einer Depression vollkommen unterschiedlich, wie "Focus Online" berichtet. Während Frauen sich zurückziehen und selbst leiden, versuchen Männer ihre Gefühle zu verdrängen und lassen sie dann an anderen aus. Darunter müssen dann der Chef, die Frau, die Arbeit oder die Kinder leiden.
Das liegt daran, dass sich Männer oft nicht trauen, sich ihre Krankheit einzugestehen. Sie haben Angst, nicht mehr in die Gesellschaft hineinzupassen. Dieses Verdrängen setzt eine Abwärtsspirale in Gang, da dadurch immer neue Konflikte vorprogrammiert sind. Die vermeintlich typischen Anzeichen einer Depression wie Antriebslosigkeit und innere Leere treten nur bei Frauen auf, weshalb eine Depression beim Mann nur schwer diagnostizierbar ist.

Symptome der Männer-Depression

Genauso wie bei Frauen äußert sich die Krankheit bei Männern durch eine innere Anspannung. Diese Anspannung versuchen die betroffenen Männer durch eine gesteigerte Aktivität aufzulösen, wie "Focus Online" weiter schreibt. Sie haben das Gefühl, ständig etwas zu tun zu haben und entwickeln eine regelrechte Arbeitssucht. Selbst an freien Tagen gönnen sie sich keine Pause.
Durch die anhaltenden Konflikte kommen sich die Männer hilflos vor, was zu Wut und Aggression führt. Selbst ruhige Personen können durch die Depression zu unbeherrschten Menschen werden. Das kann in selbstzerstörerischem Verhalten münden. Viele der erkrankten Männer entwickeln eine extreme Risikobereitschaft und schaden sich selbst durch hohen Alkoholkonsum oder exzessives Rauchen.

Suizidgefahr höher als bei Frauen

Männer sind stärker selbstmordgefährdet als Frauen. Etwa zwei Drittel der Suizide in Deutschland werden von Männern begangen. Wie es bei dem Magazin weiter heißt, weisen die meisten von ihnen die Anzeichen einer Depression auf. Während Frauen oft versuchen sich umzubringen, um ihr Umfeld auf ihre Probleme aufmerksam zu machen, scheint der Suizid für die Männer als einziger Ausweg aus ihrer Krise.

Betroffene Männer müssen sich professionelle Hilfe suchen

Männern tun sich oft schwer damit bei einer Depression Hilfe zu suchen. Diese ist jedoch lebensnotwendig. Nach Angaben des "Focus" wirkt bei Männern vor allem eine individualisierte Behandlung, bei der sie selbst auf die Lösung kommen müssen. Welche Methode am Ende die richtige ist, muss zusammen mit einem Psychologen erarbeitet werden. Hauptsache ist, dass sich die betroffenen Männer überhaupt zu einer Therapie entscheiden.

Quelle: https://wize.life/themen/gesundheit/86634/depression-maenner-zeigen-andere-symptome-als-frauen---woran-man-es-erkennt