Freitag, 23. August 2019

Erschöpfungsdepression: Innerlich ausgebrannt


Eine Erschöpfungsdepression kennt man auch unter dem Begriff Burnout. Doch warum brennen wir innerlich aus – und was hilft? Wir verraten alle Antworten

Was ist eine Erschöpfungsdepression?

Bei einer Erschöpfungsdepression fühlen betroffene Menschen sich sowohl physisch als auch psychisch zutiefst erschöpft und ausgebrannt. Sie haben das Gefühl, extrem unter Druck zu stehen und ihren täglichen Aufgaben nicht mehr gewachsen zu sein, was zu Symptomen wie Schlafstörungen und Abgeschlagenheit führt. Oft wird die Erschöpfungsdepression auch als Burnout bezeichnet.

Erschöpfungsdepression oder normale Depression?

Von einer klassischen Depression lässt sich die Erschöpfungsdepression in der Regel gut abgrenzen. Bei der Depression kann es verschiedene Ursachen geben, während der Betroffene bei der Erschöpfungsdepression eine bestimmte Aufgabe nicht mehr bewältigen kann – beispielsweise seinen Job oder die Pflege Angehöriger. Dabei werden die ersten Anzeichen beim Burnout oft ignoriert – bis man einfach nicht mehr kann und die Überforderung durch extreme Erschöpfung deutlich wird.

Welche Ursachen kann eine Erschöpfungsdepression haben?

Grundsätzlich kann jeder Mensch ein Burnout erleiden. Oft trifft es aber gerade diejenigen, die hohe Ansprüche an sich selbst haben und versuchen, ihre Arbeit immer perfekt zu machen. Doch die Ursachen für eine Erschöpfungsdepression können auch äußere Faktoren sein. Folgende Auslöser kann es geben:
  • Persönlich schlechter Umgang mit Stress
  • Ständig schwere körperliche oder psychische Belastung am Arbeitsplatz oder zuhause
  • Mobbing
  • Fehlende Anerkennung
  • Schlechte Arbeitsbedingungen (z. B. wenig Geld, lange Arbeitszeiten)

Diese Symptome entstehen durch eine Erschöpfungsdepression

Die Symptome der Erschöpfungsdepression sind ähnlich wie Depression-Symptome und betreffen oft schnell den gesamten Alltag. Folgende Beschwerden können durch ein Burnout entstehen:
Wer sich den täglichen Aufgaben nicht mehr gewachsen fühlt, kann außerdem Gefühle der Angst entwickeln. Betroffene ziehen sich zurück und verlieren oft das Interesse an sozialer Interaktion oder an ihren Hobbys – wie bei einer Depression. Wird der Burnout nicht behandelt, kann es schlimmstenfalls zu Suizidgedanken kommen.

Therapie: Welche Behandlung hilft gegen die Erschöpfungsdepression?

Um die Beschwerden zu lindern, ist in der Regel eine Psychotherapie nötig – dabei kommt meist eine Verhaltenstherapie zum Einsatz. Zusätzlich werden Medikamente wie Antidepressiva verwendet. Der Betroffene selbst kann durch etwas Bewegung im Alltag ebenfalls zur Linderung seiner Symptome beitragen – Untersuchungen zeigen, dass Sport stimmungsaufhellend wirkt. Außerdem sollten Patienten darauf achten, sich neben ihren Verpflichtungen ausreichend Zeit zur Erholung zu gönnen, damit sie nicht wieder in die Stressfalle rutschen.

Quelle: https://www.brigitte.de/gesund/gesundheit/erschoepfungsdepression--innerlich-ausgebrannt-11634134.html

Donnerstag, 22. August 2019

Relationship Burnout: Mit diesen Signalen sagt dein Körper, dass dir deine Beziehung nicht gut tut

Du fühlst dich erschöpft, lustlos und traurig? Nein, du bist nicht zwangsläufig krank – aber vielleicht ist deine Beziehung nicht gesund für dich. Ebenso wie im Job, können wir auch im Privatleben an einem Burnout leiden. Wenn jemand hier mehr Zeit, Gefühle und Arbeit investiert, als unterm Strich für ihn dabei herauskommt, er von seinem Partner also nicht ähnlich viel Zuneigung zurückbekommt, sprechen Experten ebenfalls von einem Burnout.

So zeigt dir dein Körper, dass du ein Relationship Burnout hast:

  • Du fühlst dich müde

Wenn du dich völlig ausgebrannt und erschöpft fühlst, ist das laut Experten in vielen Fällen ein deutliches Zeichen für ein Beziehungs-Burnout. Deine Energiereserven sind leer, weil du mehr gibst, als du bekommst. Langes Ausschlafen und viele kleine Nickerchen sind die Art deines Körpers vor der Zeit mit dem Partner zu fliehen. Schlafen als kleine Flucht, weil es einfacher ist, als sich mit der Realität auseinanderzusetzen.
  • Du bist gestresst

Obwohl du schlapp und lethargisch bist, fühlst du dich gleichzeitig wütend und gestresst. Dieser psychische Stress kann sogar der Grund dafür sein, dass sich dein Hormonspiegel verändert und deine Periode mit einigen Tagen Verzögerung eintritt.
  • Du nimmst zu

Man kann aus Kummer zunehmen, wenn man in einer unglücklichen Beziehung ist. Das Stresshormon Cortisol kurbelt nämlich den Appetit an – du bekommst insbesondere Heißhunger auf ungesunde und fettige Sachen. Zudem verlangsamt es deinen Stoffwechsel, was eine Gewichtszunahme zusätzlich begünstigt.
  • Du hast keine Lust auf Sex

Auch hier ist Cortisol die treibende Kraft, die deiner Lust auf Sex den Riegel vorschiebt. Deine Libido sinkt und dein Begehren lässt nach. Dein Körper reagiert somit auf das, was du in deinem Herzen vermutlich längst spürst.

Quelle: https://www.elle.de/relationship-burnout

Mittwoch, 21. August 2019

Burn-out im Kloster


Manchmal brauchen auch Helfer Hilfe. Viele Ordensleute und Priester sind ausgebrannt, weil sie rund um die Uhr anderen helfen. Oder sie wissen nicht mehr, warum sie tun, was sie tun. Es gibt Hilfsangebote für hilfsbedürftige Helfer und für Sinnsucher, die keinen Sinn mehr sehen.

Im Kloster Sankt Marien zu Helfta, nahe der Lutherstadt Eisleben in Sachsen-Anhalt: Sechsmal am Tag, sieben Tage die Woche beten die Zisterzienserinnen in der Klosterkirche. Gerade hat die Mittagshore, das Mittagsgebet angefangen.
„Magnificentia et pulchritudo in conspectu eius … "
Das Zisterzienserinnenkloster wurde 1999 wiederbelebt – nach mehr als 450 Jahren geistlicher Abstinenz. Im Mittelalter – seit dem 9. Jahrhundert – wirkten hier Mystikerinnen wie Mechthild von Magdeburg oder Gertrud von Helfta. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Kloster ein „Volkseigenes Gut“. Heute leben im Konvent wieder zwölf Ordensfrauen – eine davon Hildegard Striegl, die den Ordensnamen Schwester Gertrud trägt.
„Wir haben als Aufgabe, geschwisterlich, brüderlich miteinander zu leben. Wir müssen ein Zeugnis geben, das nach außen wirkt und dass wir zusammen gut arbeiten oder uns gut absprechen können und jeder seinen Dienst ordentlich erfüllt“, sagt Schwester Gertrud.

„Ich halte das nicht mehr aus“

Auf dieses Leben im Kloster hat sich die Zisterzienserin im Noviziat und Postulat vorbereitet. Was Gemeinschaft aber wirklich bedeute, erklärt die Ordensfrau, merke man erst, wenn man dort lebt und es Konflikte mit Mitschwestern gibt, wie bei ihr.
„Das war für mich so bedrängend und schwer, dass ich immer wieder gesagt habe, ich halte das nicht mehr aus. Das waren mindestens sieben, acht Jahre, wo ich das Gefühl habe, ich hasse diese Schwester und ich möchte mit ihr nichts mehr zu tun haben.“
Schwester Gertrud hat mit sich gerungen und versucht, den Konflikt zu verdrängen. Doch in einer kleinen, abgeschlossenen Gemeinschaft ist es unmöglich, sich aus dem Weg zu gehen. Es gibt Berührungspunkte: beim Gebet, beim Essen, bei der Arbeit. Mehr und mehr zog sie sich zurück. Und dabei ging es ihr immer schlechter.
„Meine Oberin hat es dann gemerkt, als sie mich gesehen hat, wie ich wirklich bitterlich geweint habe. Da ist sie so erschrocken, dass sie gesagt hat, so kann es nicht weitergehen.“

Überlastung und Burn-out auch bei Ordensleuten

Die Glocke der Benediktinerabtei Münsterschwarzach in Franken ruft zur Vesper, dem feierlichen Abendgebet. Die vor 105 Jahren von Missionsbenediktinern aus St. Ottilien gegründet Abtei zählt zu den bedeutendsten Klöstern im deutschsprachigen Raum.
Getreu dem benediktinischen Grundsatz „ora et labora“ beten die 125 zum Konvent gehörenden Mönche in der Abteikirche und arbeiten in über 20 Klosterbetrieben. Aber immer weniger Frauen und Männer entscheiden sich für Kloster-Leben. Und so können klösterliche Gemeinschaften sich nicht über mangelnde Arbeit beklagen: Die anstehenden Aufgaben müssen erledigt und auf wenige verteilt werden. So werden Stress, Überlastung und Burn-out auch für Ordensleute eine zunehmende Gefahr. Dafür gibt es das Recollectio-Haus in Münsterschwarzach. Frei übersetzt heißt „recollectio“ „zurückbesinnen“, erklärt Pater Zacharias, der mit bürgerlichen Namen Götz Heyes heißt.

„Und es geht darum, dass Menschen eine Zeit bekommen oder sich nehmen, wo sie wieder sich sammeln können, wo sie wieder zu sich selber finden können.“

Für Seelsorger schwer, Hilflosigkeit einzugestehen

Das Recollectio-Haus sei ein Therapiezentrum, in dem katholische Geistliche und Kirchenmitarbeiter im spirituellen Ambiente der Benediktinergemeinschaft neue Kraft schöpfen, erklärt der geistliche Begleiter weiter.
„Es sind Menschen, die fragen, ob die Lebensform, die sie für sich gewählt hatten, noch die richtige Form ist, oder die in irgendeiner anderen Art und Weise in eine Krise geraten sind. Oder an ihren Arbeitsstellen vielleicht Konflikte erleben, wo sie lernen wollen, damit umzugehen. So dass es immer wieder passieren kann, dass jemand sich selbst aus dem Blick verliert und dann eben auch mal eine längere Auszeit braucht“, so Pater Zacharias.
Ihre Rolle als Helfer, als Seelsorger, als Unterstützer macht es vielen Geistlichen schwer, die eigene Hilflosigkeit einzugestehen.
„Denen müsste es doch gut gehen. Die haben doch beten und arbeiten und alles“, sagt Ruthard Ott.
Der Psychotherapeut und Theologe leitet das Recollectio-Haus.
„Aber sie sind immer im Dienst, haben wenig Privatsphäre. Wenn Mitglieder eines Konvents zu mir kommen, dann frage ich, wann können Sie eigentlich mal ausschlafen? Und dann sagen die: Naja, da muss ich eigentlich krank sein. Wenn so keine Entlastungszeiten da sind, wenn ich mir das nicht nehmen kann, dann kommt es zu dieser Burn-out- Gefährdung“, so Ott.
„Das sind Menschen, die so viel für andere da sind, dass sie gar keine Zeit mehr für sich selber haben und dann eben für sich lernen müssen, wie geht denn eigentlich die Fürsorge für mich selber?“, sagt Pater Zacharias.

Konflikte, Depressionen, Probleme mit dem Zölibat

Die Hilfesuchenden kämpfen mit Konflikten in ihrer Gemeinschaft, tun sich schwer mit dem Zölibat oder stellen ihre Berufsentscheidung in Frage. Für drei Monate leben sie dann in Münsterschwarzach in einer Gemeinschaft auf Zeit. Ob in Gruppen oder Einzeltherapien, beim Sport, Entspannen oder Arbeiten in den Werkstätten der Abtei sollen sie dem wahren Grund ihrer Überlastung, des Ausgebrannt-Seins, der Konflikte näher kommen.
„Also was lässt mich nicht einschlafen? Was treibt mich um? Was liegt mir im Magen? Was geht Ihnen denn durch den Kopf, dass sie keine Ruhe finden?“, sagt Ott.
„Und die ersten drei Monate, wo ich in dieser Auszeit war, war ich kaum fähig, irgendetwas zu machen“, sagt Schwester Gertrud.
Die Zisterzienserin Gertrud erinnert sich an die Zeit nach ihrem Zusammenbruch:
„Da war ich nur mit mir beschäftigt, um wieder auf die Beine zu kommen, um nicht mehr das Gefühl zu haben, nur müde zu sein und ich hatte keine Kraft mehr, irgendetwas zu schaffen. Und auch keine Motivation. Ich wollte gar nicht mehr.“

Es gibt nicht viele Therapie-Einrichtungen für Geistliche in Deutschland: Neben Münsterschwarzach das St. Marienhaus in Breuberg im Odenwald, das Haus Gries im fränkischen Wilhelmsthal und das Auszeitenhaus der Franziskanerinnen von Reute im Allgäu. Krise her, Religion spielt in allen Häusern eine zentrale Rolle, auch in Münsterschwarzach, so Ruthard Ott:
„Man braucht natürlich eine Ordensgemeinschaft, die selber auch unterwegs ist und die selber eine geerdete Spiritualität hat und das Glück haben wir. Wenn ich so an unsere Gottesdienste denke, die wir im Recollectio-Haus erleben und die von den Patres gehalten werden – da wird Leben zur Sprache gebracht. Das hat so eine Mut machende und auch versöhnende Seite, die wir in den psychotherapeutischen oder medizinischen Therapieansätzen allein gar nicht zur Verfügung hätten.“
„Wir schauen einfach mit unterschiedlichen Blickwinkeln“, sagt Pater Zacharias. „Der Therapeut schaut unter dem therapeutischen Blickwinkel auf die Situation – und ich eher unter dem geistlichen Aspekt. Da kommen auch unterschiedliche Themen zur Sprache.“

Ziel: Rückkehr in den kirchlichen Alltag

Nicht alle, die in Münsterschwarzach Hilfe suchen, haben ein Burn-out, eine Depression. Manche brauchen Abstand vom Alltag, manche wollen sich auf sich selbst besinnen. Die Therapie im kirchlichen Kontext sei eine Gratwanderung, etwa wenn persönliche Überzeugungen sich nicht mit der offiziellen Kirchenlinie decken oder jemand Probleme mit dem Zölibat habe, erklärt Benediktiner Zacharias Heyes, dem seine Schweigepflicht ganz wichtig ist.
„Geistlicher Begleiter heißt für mich vor allen Dingen, mit dem Menschen zu schauen, wo Gott in ihrem Leben vorkommt und welche Spuren Gottes zeigen sich jetzt im Leben? Also ich verwende gern den Begriff der Spurensicherung, weil man auch oft selber blind ist und manche Dinge einfach gar nicht sieht. Oder wenn es Konflikte in meinem Arbeitsbereich gibt, zu gucken, was sind denn meine eigenen Anteile daran? Und wie kann ich dann auch an mir selber arbeiten? Und nicht nur erwarten, dass der andere sich ändert.“

Um dann wieder in den kirchlichen Alltag zurückzugehen. Denn das sei das Ziel. In Münsterschwarzach sind die Kurse, wie die Auszeiten genannt werden, begrenzt auf drei Monate. Anders bei Gertrud Striegl, die neun Monate im Kloster Breuberg war: Die tiefe Traurigkeit, das Gefühl, nicht verstanden zu werden, waren Ausdruck einer Depression. Hinzu kamen die nicht verarbeiteten Traumata ihrer Kindheit, die sie zweifeln ließen. Heute lacht sie wieder und beherzigt den Rat ihrer geistlichen Begleiterin: Freuen Sie sich am Leben. Und wenn das mal nicht klappt, macht nichts.
„Sie hat immer wieder gesagt, ich kann sie mitnehmen – in geistiger Form. Ich kann sie immer wieder zu Hilfe holen“, sagt Schwester Gertrud. „Und das mache ich auch, vor allem wenn eine schwierige Situation kommt. Da kann ich sie mir, das habe ich lange geübt, wieder holen im Geiste und da kann sie mir helfen. Und das ist so dieser sichere Ort, den ich in mir entdeckt habe, wohin ich mich zurückziehen kann, wenn ich von außen keine Hilfe bekomme oder scheinbar niemand da ist. Diese Auseinandersetzung hat mich wachsen lassen. Da ist viel in mir gereift und ich habe auch gelernt, Grenzen zu setzen.“

Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/hilfe-fuer-ordensleute-und-priester-burn-out-im-kloster.886.de.html?dram:article_id=456781

Montag, 19. August 2019

Depressionen bei jungen Vätern


Nach der Geburt eines Kindes schwelgen Eltern nicht nur im Glück. Die psychischen und physischen Anforderungen der neuen Situation können auch bei Vätern eine sogenannte postpartale Depression auslösen, wie der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) erklärt

Anzeichen für eine depressive Erkrankung können Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, sexuelle Unlust und schwankende Stimmung sein. Bei Männern treten die Symptome oft nicht sofort nach der Geburt, sondern erst allmählich auf – und unterscheiden sich dabei kaum von einer Depression in anderen Lebensphasen. Bei Männern ist die Erkrankung laut BVDN in der Regel aber schwächer ausgeprägt als bei Frauen. Die genauen Gründe seien noch unklar, so die Experten. Neben den neuen Belastungen spielen vermutlich auch Veränderungen im Hormonhaushalt eine Rolle. Bei Männern sinkt einer Studie zufolge nämlich der Testosteronspiegel während der Schwangerschaft der Frau. Leidet die Frau unter einer postpartalen Depression, steigt zudem auch das Risiko für den Vater, daran zu erkranken.

Die Experten raten Betroffenen, zeitnah mit der Partnerin offen über Probleme zu sprechen – oder sich professionelle Unterstützung zu suchen. Denn auf diese Weise lässt sich möglicherweise verhindern, dass sich die Probleme auf das ganze Familienleben auswirken.
Quelle: https://www.badische-zeitung.de/liebe-familie/depressionen-bei-jungen-vaetern--176471126.html

Samstag, 17. August 2019

Stress reduzieren im Job: Wie lässt sich dieser reduzieren?


In der heutigen, sehr schnelllebigen Zeit haben zahlreiche Menschen mit Alltagsstress zu kämpfen, der in erster Linie durch ein stressiges Arbeitsleben hervorgerufen wird. Die Folgen daraus können im schlimmsten Fall sogar die eigene Gesundheit beeinträchtigen. Doch warum leiden so viele Menschen unter Alltagsstress und welche Möglichkeiten gibt es, den Stress im Job zu reduzieren?

Warum leiden immer mehr Menschen im Alltag unter Stress und welche Auswirkungen kann dies auf die Gesundheit haben?

Das heutige Arbeitsleben ist aufgrund der Digitalisierung viel schneller geworden als noch vor einigen Jahren. Smartphones führen zu einer ständigen Erreichbarkeit, E-Mails kommen in Sekundenschnelle an und gleichzeitig werden verschiedene Prozesse von innovativen PC-Programmen automatisch und parallel ausgeführt. Der Mensch ist in diesem Zusammenhang deutlich langsamer in seiner Entwicklung. Die hohen Anforderungen, die ein modernes Berufsleben heute stellt, können schlimme Folgen für die Gesundheit wie Burnout oder sogar Schlaganfälle des Arbeitnehmers haben, was unweigerlich zu einem Personalausfall führt, der durch den Arbeitgeber finanziell getragen werden muss. Dementsprechend lohnt es sich für beide Seiten, die Anspannungen im Job durch ein ordentliches Stressmanagement zu reduzieren.

Warum ist Stress besonders bei Mitarbeitern in Unternehmen ein Problem?

Glaubt man den Zahlen einer Ver.di-Umfrage unter Arbeitnehmern in Deutschland aus dem Jahr 2015, fühlten sich damals schon mehr als zwei Drittel durch eine zu hohe Arbeitsbelastung gestresst. Europaweit reicht das Stressempfinden deutscher Angestellter sogar für einen traurigen Spitzenwert, denn im Job sind nur polnische Arbeitnehmer noch mehr überfordert, wie die Studie "The 2015 Workforce View in Europe" ergab. Zu viele Überstunden, zu viel Arbeit und Verantwortung, zu wenig Anerkennung, schlechte Kollegenverhältnisse, kaum Freiheiten und zu wenig Freizeitausgleich - all diese Faktoren können dazu beitragen, dass Mitarbeiter eines Unternehmens unter hohem Stress leiden. Häufig wirken diese Faktoren im Job sogar zusammen, sodass sie sich gegenseitig immer wieder verstärken.

Warum können die Mitarbeiter häufiger von Stress betroffen sein und wie macht sich dies bemerkbar?

Gerät ein Mensch unter Druck, schüttet der Körper automatisch Stresshormone aus. Das macht uns Menschen nicht nur aufmerksamer, sondern wir reagieren auch schneller. Da jedoch die Ressourcen im Körper begrenzt sind, geht die Ausschüttung von Stresshormonen zulasten anderer körperlicher Funktionen, wie beispielsweise des Immunsystems oder des Magendarmtraktes. Diesen menschlichen Reflex gab es schon zu Zeiten, als die ersten Menschen einem Säbelzahntiger begegneten. Heutzutage ist es anstatt des garstigen Tigers eben der ungeduldige Chef, dem ein Angestellter begegnet. In solchen Situationen nutzt der Körper automatisch die zur Verfügung stehende Energie, um die Stressursachen bewältigen zu können. Hat sich die Lage sodann beruhigt, können auch die restlichen körperlichen Funktionen wieder vollständig hochgefahren werden.

Welche Möglichkeiten gibt es, um Stress im Job zu vermeiden?

Herrscht im Job ein permanenter Arbeitsdruck und gibt es beispielsweise immer wieder Ärger mit einem Vorgesetzten, stellt sich schnell bei vielen Arbeitnehmern Unzufriedenheit ein. Die Konsequenz: Der Mitarbeiter identifiziert sich kaum noch mit seiner Tätigkeit und dem Unternehmen - und schmeißt unter Umständen sogar leichtfertig das Handtuch. Wer dies vermeiden will, muss in erster Linie lernen, auch mal "Nein" zu sagen. Sind momentan keine Kapazitäten für neuen Projekte frei, sollten Mitarbeiter bestenfalls sofort handeln und die mögliche Überforderung dem Chef mitteilen. Zudem sollte der Stress nicht unterdrückt werden, denn langfristig ist dies keine Lösung. Auch hier sollte das Gespräch mit den Vorgesetzten gesucht werden. Nicht zuletzt ist ein ausreichender Freizeitausgleich wichtig. So kann Sport in der Freizeit helfen, übermäßigen Druck abzubauen. Niemand ist perfekt, stellen Sie daher keine zu hohen und unrealistischen Erwartungen an sich selbst. Damit blockieren Sie sich nur.

Warum ist es wichtig, dass Arbeitgeber Stress vermeiden?

Leidet ein Arbeitnehmer an zu viel Stress, leidet nicht nur dessen eigene Motivation und die Gesundheit, sondern auch die allgemeine Qualität der Arbeit. Es ist also auch aus der wirtschaftlichen Perspektive wichtig, dass ein Unternehmen die Mitarbeiter vor Stress schützt. Durch präventive Maßnahmen haben Firmen die Möglichkeit, den stressbedingten Krankheitsausfall zu verringern, denn der kommt jährlich der deutschen Wirtschaft sehr teuer zu stehen. Dabei können die Mitarbeiter durch kostenlose und einfache Maßnahmen bei Laune gehalten werden. Ein Vorgesetzter muss seine Mitarbeiter wertschätzen, ihnen Rückmeldungen geben und offen sein. Wenn der Chef allerdings bemerkt, dass ein Arbeitnehmer gesundheitliche Probleme aufweist, ist es wichtig, in Einzelgesprächen die möglichen Ursachen zu hinterfragen.
Eine Führungskraft muss unterstützend seine Hilfe anbieten, indem er dem Angestellten beispielsweise eine kleine Auszeit in Form von Urlaub anbietet oder fragt, ob eine Reduzierung der Arbeitszeit eine mögliche Lösung wäre. Oft können auch Qualifizierungsmaßnahmen dabei helfen, dass die Arbeitsbelastungen weniger bedrohlich erscheinen. Zu guter Letzt sind gemeinsame Aktivitäten im Team eine ideale Möglichkeit, die einzelnen Mitarbeiter zu motivieren und ihnen eine kleine Abwechslung anzubieten. Dies kann beispielsweise ein Team-Challenge sein oder ein gemeinsamer Kurzurlaub in einem Wellnesshotel mit zahlreichen Entspannungsangeboten, bei denen das Personal wieder neue Energie und Kraft tanken kann.

Das Fazit

Leidet ein Arbeitnehmer unter zu hoher Arbeitsbelastung, wirkt sich dies auf dessen Arbeitsqualität ebenso aus, wie auf dessen Gesundheit. Wer als Unternehmer eine hohe Arbeitseffizienz langfristig sicherstellen möchte, muss dafür sorgen, dass der Druck für den einzelnen Mitarbeiter nicht zu groß wird.

Quelle: https://www.wochenblatt-reporter.de/ludwigshafen/c-ratgeber/stress-reduzieren-im-job-wie-laesst-sich-dieser-reduzieren_a112573

Freitag, 16. August 2019

Ein guter Chef ist das beste Mittel gegen Burnout


Arbeitgeber tragen maßgeblich zum Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter bei – und spielen darüber hinaus eine entscheidende Rolle in Sachen Burnout-Prävention. Das geht aus einer Umfrage unter 1.153 ehemaligen Burnout-Patienten hervor, die die Universität Gent (UGent) in Zusammenarbeit mit der Zeitung „De Morgen“ durchgeführt hat.

Sieben von zehn Teilnehmern gaben demnach an, dass fehlendes Feedback ihrer Vorgesetzten zu einem Burnout geführt habe.
Ebenfalls sieben von zehn Befragten nannten ständige Erreichbarkeit, die von ihrem Arbeitgeber erwartet wurde, als Auslöser für ihre emotionale, körperliche und geistige Erschöpfung. Für acht von zehn Befragten führten Arbeitsrhythmus und Arbeitsbelastung zum Burnout.
Arbeitsökonom Stijn Baert von der Universität Gent betonte gegenüber der Zeitungen „De Morgen“ und „Het Laatste Nieuws“, dass Arbeitgeber dieses Thema ernst nehmen müssen.

Quelle: https://www.grenzecho.net/19323/artikel/2019-08-16/ein-guter-chef-ist-das-beste-mittel-gegen-burnout

Mittwoch, 14. August 2019

Fast die Hälfte der Deutschen hatte schon mal einen Burnout


Laut einer aktuellen Studie ist Burnout auf dem besten Wege, zur Volkskrankheit zu werden. Und dennoch: Viele trauen sich nicht, mit ihren Symptomen zum Arzt zu gehen, denn die Angst vor dem Stigma ist noch immer groß

Pausenlos gestresst, antriebslos, müde, mutlos, leer — die Symptome eines Burnouts gleichen oft denen einer Depression.
Wer darunter leidet, findet oft, dass ihn die einfachsten Dinge plötzlich überfordern. Die Betroffenen sind regelrecht ausgebrannt

Drohender Burnout: Halb Deutschland ist ausgebrannt

Eine europaweite Befragung durch den Pharmakonzern Stada mit 18.000 Teilnehmern hat jetzt ans Licht gebracht: Der Burnout entwickelt sich hierzulande langsam aber sicher zur Volkskrankheit.
Demnach hat die Hälfte aller Deutschen bereits entweder die Symptome gespürt, ist selbst daran erkrankt oder hat das Gefühl, kurz vor einem Burnout zu stehen.
 

Doppelbelastung macht krank

Ganz besonders grassiert das Gefühl, dass der Tank komplett leer ist, unter den 35- bis 49-Jährigen – genau diese Altersgruppe hat oft mit Kindern und Karriere die meisten Dinge unter einen Hut zu bringen.
Hier hatten 15 Prozent bereits einen Burnout und 14 Prozent das Gefühl, kurz davor zu stehen, während ganze 26 Prozent mit einem oder mehreren Symptomen zu kämpfen hatten.
Frauen sind dabei gefährdeter als Männer, da Doppelbelastungen oft an ihnen hängen bleiben.

Bei Burnout ist die Angst vor dem Arzt groß

Gleichzeitig gehen weibliche Burnout-Patienten aber auch offener mit ihren Problemen um, suchen sich eher Hilfe. Dennoch ist der Gang zum Arzt für die meisten Deutschen bei Burnout noch immer ein Problem.
Die Vorstellung, mit Müdigkeit und Überforderung bei einem Mediziner vorstellig zu werden, schreckt viele davon ab, sich rechtzeitig ärztliche Hilfe zu suchen – zu sehr wird der Gang zum 'Psycho-Doc' als Stigma empfunden.
Immerhin 19 Prozent aller Deutschen finden bei möglichen Burnout-Symptomen aber dennoch den Weg zum Psychiater, damit steht das Land europaweit an der Spitze.
In Osteuropa, wo Burnout wesentlich verbreiteter ist, klafft hingegen eine große Schere: Es gibt mehr gestresste Patienten als in Westeuropa, doch kaum jemand sucht professionelle Hilfe.
Höchste Zeit also, das Stigma zu überwinden, denn niemand muss allein leiden.

Quelle: https://www.fitforfun.de/news/fast-die-haelfte-der-deutschen-hatte-schon-mal-einen-burnout-376035.html