Samstag, 31. August 2019

Justin Bieber: Manische Depression?


Wie schlecht geht es Justin Bieber wirklich? Der Sänger scheint an einer Krankheit zu leiden, die schon viele kreative Köpfe heimgesucht hat …
Seit Jahren erleben wir, wie Justin Bieber (25) vor den Augen der Welt vom Jungen zum Mann wird. Immer wieder kam es zu Exzessen, Zusammenbrüchen und dann wieder Phasen der Versöhnlichkeit. Und obwohl es in Sachen Liebe und Karriere aktuell sehr gut für ihn läuft, scheint er gerade wieder eine schwere Phase zu durchleben.
Zuflucht findet der Künstler in schweren Zeiten insbesondere in seinem Glauben und seiner Gemeinde. Erst diese Woche spielte er ein kleines Konzert in seiner Kirche.

Depressionen, Panikattacken und ADHS

Auf Instagram spricht er aktuell sehr offen über seine Gefühle. Schon im März teilte er seinen Fans mit, dass es ihm gerade nicht gut geht. Während seiner langen Tour um die ganze Welt, habe er sich zunehmend einsam und isoliert gefühlt. Ein Gefühlszustand, den er leider nur zu gut kennt, denn Justin Bieber leidet seit Jahren unter Depressionen, Panikattacken und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung).
Während ADHS eine chronische Krankheit mit Höhen und Tiefen ist, kommen Depressionen für gewöhnlich in Schüben. Gerade unter kreativen Künstlern ist die Krankheitsform „manische Depression“ oft zu finden.
Bei dieser Art der Depression wechseln sich „gute“ kreative Phasen mit „schlechten“ depressiven Phasen ab. In den guten Zeiten sprüht die Person vor Lebensfreude und wird von ihrer Umwelt oft als herausragend energetisch und charismatisch wahrgenommen, während die Person in den schlechten Zeiten, in ein umso tieferes Loch als Traurigkeit und Antriebslosigkeit fällt. Nicht selten wendet sich der Kreis der Bewundere dann ab.

Dank an Hailey Baldwin

Justin Bieber ist bei Weitem nicht der Erste, der offen zu seinen psychischen Problemen steht: Auch Ryan Gosling (38) wurde mit ADHS diagnostiziert, Lady Gaga (33) spricht offen über ihre Panikattacken und Demi Lovato (27) ließ sich 2010 stationär wegen ihrer Depression behandeln.
Wie bei jeder Krankheit, egal ob körperlich oder seelisch, hilft soziale Unterstützung bei der Genesung immens. Glücklicherweise weicht seine Ehefrau, Hailey Baldwin (22), ihm wie versprochen auch in den schlechten Zeiten nicht von der Seite.
Auf Instagram bedankte er sich dafür aufrichtig bei ihr. Wir hoffen, dass es dem Musiker bald wieder besser geht.

Quelle: https://www.klatsch-tratsch.de/aktuelles/justin-bieber-manische-depression-468633/

Freitag, 30. August 2019

Gesundheitsrisiko Instagram: Wer zu viel scrollt, wird krank!


Wie gefährlich ist Instagram? Eine Studentin hat ihre Altersgenossen gefragt und festgestellt: Unsere Gesundheit leidet ziemlich unter dem ständigen Scrollen durch die App. Social Media Burnout, Fomo und der Vergleich mit anderen können zum Gesundheitsrisiko werden.

Kaum aufgewacht, ist der erste Griff zum Handy. Instagram, Facebook und Whatsapp kurz checken. Schwups, 30 Minuten weg. Ohne unser Smartphone geht fast gar nichts mehr. Die Vorteile überwiegen, und doch klagen immer öfter Menschen über Nervösität, Gemütsschwankungen und das Gefühl, etwas zu verpassen. Vor allem Instagram lässt die Fomo (Fear of missing out) wachsen. Ist die App also gesundheitsschädlich?
Vanessa Häusler hat das untersucht. Als Absolventin des Medien- und Kommunikationsmanagementstudiengangs an der SRH Fernhochschule hat die
33-Jährige in ihrer Bachelorarbeit "Auswirkungen von sozialen Netzwerken auf die Gesundheit der Nutzer der Generation Y am Beispiel des Social Media Tools Instagram" das Gesundheitsrisiko Instagram unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Wir sind alle abhängiger als wir denken!
LEAD: Wie sind Sie auf das Thema "Gesundheitsrisiko Instagram" gekommen?
Vanessa Häusler: Da ich beruflich auch für meinen Arbeitgeber Instagram nutze, war klar, dass auch meine Bachelorarbeit das Thema Instagram behandeln sollte. Im vergangenen Jahr habe ich dann viele Artikel zum Thema Instagram und Social Media Burnout gelesen, dass ich mich entschlossen habe, selbst das Thema Gesundheitsrisiko Instagram anzugehen.

LEAD:Sie haben für ihre Studie 300 Frauen und Männer befragt. Können Sie mehr zu den Teilnehmer*innen sagen?
Häusler: Die Teilnehmer*innen waren alles junge Menschen der Generation Y. Geboren zwischen 1981 und 1995 sind sie die jungen Menschen, die heute das Smartphone beruflich wie privat am meisten nutzen und sich auch in der Masse auf Instagram tummeln. Tatsächlich hatte ich aber mehr weibliche Untersuchungsteilnehmerinnen. 80 Prozent der Befragten waren Frauen. Außerdem waren es hauptsächlich Student*innen sowie Menschen mit akademischen Titel.
Was waren die Kernpunkte, die sich aus der Untersuchung ergaben?
Häusler: 75 Prozent aller Teilnehmer*innen gaben an, Instagram täglich zu nutzen. Für die meisten dient die App zur Vernetzung mit anderen, aber auch zur Selbstverwirklichung und fürs Gemeinschaftsgefühl. Jedoch stach heraus, dass für die meisten durch das Nutzen der App die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und dem eigenen Leben gewachsen ist. Andere klagten über Schlafmangel, seelische Problem, aber auch Gefühle der Einsamkeit und Unerfülltheit. 47 Prozent gaben zu dem an, dass sie denken, sie verbringen zu viel Zeit in der App. 36 Prozent bestätigten, dass sie das verstärkte Gefühl haben, etwas zu verpassen, wenn sie Instagram nicht regelmäßig checken. Und tatsächlich meinten 60 Prozent, dass sie die Gefahr sehen, ein Social Media Burnout zu erleiden. Viele sind sich dem Gesundheitsrisiko also bewusst, reflektieren ihre Nutzung - und ändern aber trotzdem nichts.
LEAD: Welche überraschenden Ergebnisse konnten Sie noch feststellen?
Häusler: 64 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die App noch im Bett beziehungsweise sofort nach dem Aufstehen öffnen. Gleichzeitig sagten 70 Prozent, dass sie ohne Probleme auf Instagram verzichten könnten.
LEAD: Ein Widerspruch in sich, nicht?
Häusler: Definitiv. Ich glaube, viele können gar nicht wirklich einschätzen, wie groß der Einfluss von Instagram und anderen sozialen Medien wirklich auf sie ist. Natürlich denkt man, klar, ich brauche diese App gar nicht, aber eigentlich sind wir bereits alle ziemlich abhängig.
LEAD: Warum glauben Sie, lassen wir uns so sehr von den sozialen Medien unter Druck setzen?
Häusler: Der Vorteil der sozialen Medien ist die schnelle Verbreitung von Informationen, das gemeinsame Sammeln von Wissen und auch das Teilen von tollen Erlebnissen. Jeder Prominente, jedes Unternehmen und unsere Freunde sind in diesen Netzwerken vertreten, jeder von uns wird auf irgendeine Art und Weise angesprochen.
LEAD: Und dann kommen uns FOMO und Social Media Burnout in die Quere?
Häusler: Genau. Durch die vielen schönen Bilder von tollen Orten, von schönen Menschen und jederzeit nur guter Laune, stellen wir unser eigenes Leben infrage. Die Folge: Fomo – und im schlimmsten Fall ein Social Media Burnout.
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LEAD: Wie äußert sich das denn beim Einzelnen?
Häusler: Bei der Fear of missing out, also der Angst, etwas zu verpassen, entsteht der Druck, dass man immer in die App reinschauen muss, immer auf dem Laufenden bleiben will. Außerdem haben wir so viele Wahl-Möglichkeiten, wem wir beispielsweise folgen, dass wir permanent in der Sorge sind, die falsche Entscheidung zu treffen. Gleichzeitig kann sich die FOMO auch noch anders äußern – nämlich in Bezug auf unser eigenes Leben. Wenn man ständig das vermeintlich tolle Leben anderer auf Instagram betrachtet, kommt einem das eigene Leben plötzlich schrecklich normal vor. Man fühlt sich ausgeschlossen, hat Angst davor, abgelehnt zu werden und wünscht sich plötzlich das Leben eines Influencer-Stars. Gebündelt kann das Auswirkungen auf die Psyche haben.
LEAD: Und beim Thema Social Media Burnout?
Häusler: Das Social Media Burnout ist die Weiterentwicklung des normalen Burnouts. Instagram fordert ständig unsere Aufmerksamkeit, gleichzeitig sind wir dazu angehalten, immer wieder neuen Content zu liefern. Hält man diesem Druck nicht stand, gerät man schnell in eine Abwärtsspirale von Konzentrationsverlust, Nervösität und auch Selbstwertzweifeln. Der Druck frisst einen förmlich auf. Gerade Influencer*innen brauchen immer öfter Social Media Pausen, da das ständige Online-Sein seinen Preis hat.
"Es ist erschreckend, welchen Einfluss diese App auf unser Leben hat"
LEAD:Aber Instagram kann ja nicht nur für uns zur Gefahr werden, sondern auch für andere. Inwiefern wird das problematisch?
Häusler: Genau. Gerade der Tourismus klagt über Instagram. Viele Orte erleben nur dank der App einen Hype, der Massentourismus zieht ein, an Orte, die überhaupt nicht dafür gemacht sind. Gleichzeitig – und das ist das Absurde – gibt es mittlerweile Hotels, die anbieten, dass man dort entspannen kann und sie für einen das Posten von Fotos auf dem Instagram-Kanal übernehmen. Es ist erschreckend, welchen Einfluss diese App auf unser Leben hat.

LEAD: Was raten Sie denn jungen Menschen, die Instagram lieben, dennoch merken, dass sie unglücklich sind?
Häusler: Unbedingt das eigene Nutzungsverhalten reflektieren und sich fragen: Warum bin ich unglücklich? Wenn ich die Antworten darauf habe, muss ich reagieren und mein Verhalten ändern. Es gibt ja beispielsweise Apps, die andere Apps nur für eine gewisse Zeit freischalten. Auch kann man die App in einem Untermenü verstecken, sodass der Zugriff nicht ganz so leicht fällt. Die Benachrichtigungen lassen sich ausschalten, man kann bestimmte Kanäle deabonnieren und grundsätzlich einfach bewusster mit der App umgehen.
LEAD: Wohin geht die Zukunft ihrer Meinung nach?
Häusler: Ich denke, langfristig werden wir uns alle einen bewussteren Umgang mit den sozialen Medien antrainieren. Der Vorstoß von Instagram, die Likes zu verbergen, geht schon in die Richtung Social Wellbeeing. Auch Instagram ist sich bewusst, dass sich was ändern muss.
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Quelle: https://www.lead-digital.de/gesundheitsrisiko-instagram-wer-zu-viel-scrollt-wird-krank/

Donnerstag, 29. August 2019

Burnout: Die Schattenseite der Digitalisierung


Moderne Technologien erleichtern uns das Leben jeden Tag – beruflich wie privat. Doch die Digitalisierung hat nicht nur gute Seiten, sie macht auch krank.

Die Zahlen sind erschreckend: Mit 37 Prozent sind psychische Erkranken wie Depressionen und Burnout der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit. „Im Vergleich zu vor zehn Jahren ist das eine Zunahme von 40 Prozent“, alarmiert Amar Banerjee. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung des Versicherungskonzerns Swiss Life, der die Studie in Auftrag gab. Häufig genannte Gründe sind Stress, Leistungsdruck und eine mangelhafte Work-Life-Balance. Es scheint, als seien Burnout und Co. immer populärer werdende Modekrankheiten. Schließlich mussten die Menschen vor hundert Jahren noch viel härter arbeiten als wir heute. Hinzu kommt, dass moderne Technologien uns einen großen Teil der Mühe abnehmen. Aber tun sie das wirklich? Oder sind sie vielleicht sogar ein Grund für die steigenden Krankheitszahlen?

Um die Folgen der Digitalisierung auf uns und unsere Psyche verstehen zu können, ist es wichtig, zunächst einen tieferen Blick in die Evolution der Arbeit selbst zu werfen. Denn während es heute geradezu als schick gilt, bis um 20 Uhr im Büro zu sitzen und auch im Urlaub für seinen Chef und die Kollegen erreichbar zu sein, war das Arbeiten im Mittelalter noch mit einem eindeutig negativen Image behaftet. Wer harte, körperliche Arbeit verrichten musste, der gehörte zur Unterschicht. Muße und Vergnügen waren allein dem Adel vorbehalten. Erst mit der Reformation wandelte sich dieses Bild. Luther spaltete nämlich nicht nur die Kirche, sondern sorgte mit seinen Thesen auch in der Arbeitswelt für einen Umschwung. „Wer faul ist, der lebt in Sünde“, lautete das Urteil des Reformators. Und so erhob sich hartes Arbeiten zu einer Art christlicher Tugend.

Leben, um zu arbeiten

Mit der industriellen Revolution wendete sich das Blatt jedoch erneut: Technischer Fortschritt und die Elektrisierung machten das Leben in den wachsenden Städten zwar komfortabler, doch gleichzeitig schien die Welt immer rastloser zu werden. 16-Stunden-Schichten gehörten in den Fabriken zur Normalität. Und: Immer häufiger klagten Patienten über ein seltsames Unwohlsein, Konzentrationsschwäche, Ermüdung und Reizbarkeit. Der New Yorker Mediziner George Miller Beard machte vor allem die großstädtische Reizüberflutung für die Symptome verantwortlich. Der 1869 von ihm geprägte Begriff der „Neurasthenie“, der im Deutschen häufig mit „reizbare Schwäche“ übersetzt wird, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine der häufigsten Diagnosen.
Burnout ist also kein neues Phänomen. Es hat lediglich einen neuen Namen. Und genau genommen ist es nicht einmal eine Krankheit. Beim Burnout handelt es sich um eine ganz natürliche Reaktion des Körpers – beim Menschen genauso wie bei Tieren. Sehen wir uns mit einer vermeintlichen Gefahr konfrontiert, reagiert der Körper, indem er einen Cocktail aus Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol ausschüttet. Herz und Lunge werden stärker durchblutet. Der Geist ist hellwach. Für unsere Vorfahren war das überlebenswichtig, um kritische Situationen blitzschnell abwägen und reagieren zu können.
Durch den Wald jagen und uns gegen wilde Tiere verteidigen müssen wir schon lange nicht mehr. Das hormonelle Stresssystem in unserem Körper ist aber immer noch dasselbe. Hält der Stress an, führt das zu einer Überproduktion an Cortisol – und das macht krank. Umfragen zufolge zählt bis zu ein Drittel der arbeitenden Bevölkerung zur Risikogruppe der Burnout-Patienten. Die Annahme, wer mehr arbeitet, sei eher gefährdet, ist jedoch ein Trugschluss. Der Vergleich zeigt: In den 50er Jahren war es in der Metall- und Elektroindustrie noch völlig normal, 48 Stunden die Woche zu arbeiten. Und auch der Urlaubsanspruch war noch deutlich geringer. Für die Forderung von 18 Tagen musste die IG Metall zur damaligen Zeit heftige Gegenwehr einstecken. Wie kann es also sein, dass wir trotz angenehmerer Bedingungen den Arbeitsalltag heute als so viel stressiger empfinden?

Wenn 24/7 krank macht

Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Arbeitswelt von heute und damals besteht in der Frage nach dem Wie: Während es in den 50ern noch an der Tagesordnung war, mit den Händen anzupacken, arbeitet inzwischen rund die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer am PC. Diese neue Technologie hat Bereiche wie die Kommunikation und die Datenverarbeitung zwar maßgeblich revolutioniert. Eine Folge davon ist aber auch, dass wir gezwungen sind, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu leisten. Wir stehen geistig in ständiger Alarmbereitschaft – und das meist bei körperlich kompletten Stillstand.
Das setzt sich in unserem Privatleben nahtlos fort: Dank unseres Smartphones sind wir immer erreichbar. Apps wie Instagram zeigen uns außerdem eine Welt der Perfektion, in der Erfolg, Geld und Schönheit mit Glück aufgewogen werden. Wir stecken also sowohl beruflich als auch privat oft in einer Spirale der Selbstoptimierung. Fälle wie der des schwedischen DJs Avicii zeigen jedoch: Es kann jeden treffen – völlig unabhängig davon, wie perfekt sein Leben nach außen hin auch scheint. Die Dokumentation „True Stories“ zeigte, wie der enorme Druck den jungen Musiker allmählich krank machte. Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Magenschmerzen. Der toxische Cocktail aus Stresshormonen legt nach und nach Organe und Psyche lahm. Bis man schließlich nicht mehr kann.

Der Feind in uns

Schuld ist etwas, das Wissenschaftler als „Burnout-Gen“ bezeichnen. Es verdeutlicht, dass das Empfinden von Stress nicht nur eine Frage äußerer Faktoren ist. Der Grund für die individuelle Wahrnehmung von Stress ist die in Gefahrensituationen ausgeschüttete Menge an Cortisol, die bei jedem unterschiedlich ist und von außen nicht beeinflusst werden kann. Sie ist angeboren. Während manche also in Anbetracht von Deadlines, Meetings und Präsentationen einen kühlen Kopf bewahren, können andere dieses Tempo nur eine gewisse Zeit lang mithalten. Die Stresshormone in ihrem Blut machen sie kurzfristig extrem leistungsfähig. Hält dieser hormonell betrachtete Ausnahmezustand jedoch an, sind Konzentrationsschwäche, Schlaf- und Verdauungsstörungen oft die Folge.

Quelle: https://t3n.de/news/burnout-schattenseite-digitalisierung-1186188/

Mittwoch, 28. August 2019

Wie es um die Psyche der Beschäftigten steht



Viele Menschen sind überarbeitet, werden psychisch krank. Die mentale Gesundheit wird zwar offener diskutiert als früher – bleibt aber ein Problem

Ohrgeräusche, Schwindel, Bauchweh, immer wieder geht er zum Arzt. Immer wieder wird keine Ursache gefunden. Wie sein Job ist? Den mag Alfred G. eigentlich, vor allem jetzt, wo er befördert wird, doch die Tage häufen sich, an denen er müde ist, unkonzentriert, denkt, alles sei zu viel. Ein Jahr vergeht, das zweite, und mit dem wird das Einschlafen schwer. Alfred G. beginnt mit dem Trinken. Will am liebsten nur noch liegen. Nach zwei Jahren schickt ihn der Hausarzt zum Psychologen: Burnout-Syndrom.
Umfragen und Studien zeigen seit Jahren, dass es vielen Menschen in Deutschland psychisch nicht gut geht. Sei es wegen privater Sorgen, Pflichten, Stress bei der Arbeit. Oder allem. Im vergangenen Jahr waren seelische Erkrankungen die dritthäufigste Ursache für die Unfähigkeit zu arbeiten – und die zweithäufigste dafür, früher in den Ruhestand zu gehen. Die deutsche Wirtschaft kostet das jedes Jahr mehr als 20 Milliarden Euro. Die Betroffenen leiden enorm und warten mehrere Monate, bis sie überhaupt ein Erstgespräch bei einem Therapeuten bekommen. Burnout wird als Krankheit dieser Zeit bezeichnet.

Das Umfrageinstitut Civey hat nun für den Tagesspiegel Tausende Erwerbstätige gefragt, wie gestresst sie sich fühlen, wie oft sie Überstunden leisten müssen und sich wegen psychischer Probleme haben krankschreiben lassen. Ob sie sich ihrem Vorgesetzten anvertrauen würden und ob es in ihrem Unternehmen Angebote und Maßnahmen gibt, um Stress zu reduzieren und eine Dauererschöpfung zu verhindern. Die fünf Fragen haben jeweils zwischen 2507 und 2542 Frauen und Männer beantwortet. Sie zeigen: Es verändert sich etwas – allerdings noch nicht genug. Die mentale Gesundheit ist zwar nicht mehr so ein Tabuthema wie es das lange war. Hemmungen gibt es jedoch weiterhin.
Vielleicht ändert sich alles mit der neuen Generation von Mitarbeitern. Rund neun Millionen Menschen in Deutschland sind um die Jahrtausendwende geboren und zwischen 15 und 24 Jahre alt. Was Soziologen über die sogenannte Generation Z erzählen? Sie wollen einen sicheren Job, den sie als sinnvoll empfinden, und der genug Zeit für anderes lässt. Beruf und Freizeit sollen getrennte Welten sein. Familie und Kinder vor der Karriere. Keine Überstunden! Kein Stress! Kein Krankschuften! Das Leben soll schön sein. Wahrscheinlich wird das vielen Chefs nicht gefallen. Wegen des demografischen Wandels haben sie aber keine andere Wahl als sich anzupassen.

Und was macht die Politik? Die Bundesregierung hat in einem Bericht „über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ zwar selbst den Satz geschrieben: „Mittlerweile ist unstrittig, dass psychische Belastungen mit dem Wandel der Arbeitswelt zunehmen.“ Bislang sieht sie aber die Unternehmer in der Pflicht, nicht sich selbst. Dass die Regierung „einfach schulterzuckend auf die Arbeitgeber verweist“, bezeichnet Annelie Buntenbach, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes als „eine Frechheit“.

Dauerstress macht krank - auch psychisch

35 Prozent der Befragten fühlen sich durch die Atmosphäre bei ihrer Arbeit gestresst. 33 Prozent empfinden eher nicht so, nur 20 Prozent niemals. Auch andere Umfragen und Studien kommen regelmäßig zu dem Schluss, dass ein erheblicher Teil der Deutschen in seinem Job unter Druck steht und sich mitunter am Limit seiner Leistungsfähigkeit sieht.
Natürlich findet Stress auch im Privatleben statt. Die Arbeit ist dennoch ein zentraler Faktor. Gründe gibt es dort zuhauf: viele Aufgaben, die in kurzer Zeit und am besten gleichzeitig erledigt werden müssen – auch wegen fehlendem Personal. Kaum zu erfüllende Erwartungen können hinzukommen, ständige Unterbrechungen, Konflikte, überlange Tage im Büro. Die Digitalisierung verstärkt einige Stressfaktoren: Technik beschleunigt Abläufe. Permanent Reize, Informationen, Benachrichtigungen. Es gibt kaum noch Pausen in der Kommunikation. Dienstliche Mails kann der Kollege auch noch vom Sofa aus beantworten. Selbst wenn es spät am Abend ist.
Durch all das fehlen dem Menschen wichtige Erholungsphasen. Was sich unter anderem in einer gereizten Stimmung, Rückenschmerzen und Schlafstörungen widerspiegeln kann. Eine stressige Phase ist belastend, aber meist machbar. Dauerstress macht jemanden jedoch krank und begünstigt körperliche wie psychische Erkrankungen.
Nicht umsonst erwähnte der Psychologe Herbert Freudenberger 1974 erstmals das Wort „Burnout“. Damit meinte er den Zusammenbruch aufgrund von Überarbeitung. Lange wurde der Begriff bloß belächelt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Burnout in diesem Jahr aber offiziell als ein Syndrom eingestuft. Es entstünde durch chronischen Stress im Berufsleben, der nicht erfolgreich verarbeitet wird – und könne der Gesundheit enorm schaden.

Die Deutschen leisten Milliarden Überstunden

16 Prozent müssen nie Überstunden machen, um ihr Arbeitspensum zu schaffen. Das heißt: 84 Prozent schon. Fast ein Drittel der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer muss selten länger bleiben, mehr als jeder Dritte häufig bis sehr häufig. Eine Mail musste unbedingt noch raus, ein Projekt beendet werden, Meetings waren so lang, dass die eigentliche Arbeit noch wartet. In Spitzenzeiten mal mehr zu schuften, ist noch kein Problem. Aus Expertensicht sind aber Grenzen wichtig. Wenn solche Situationen ungewollt zur Normalität werden, droht die Balance zwischen Arbeits- und Privatleben aus dem Gleichgewicht zu geraten – und das hat oftmals zwischenmenschliche oder gesundheitliche Folgen.

Im vergangenen Jahr haben die Deutschen rund 2,2 Milliarden Überstunden geleistet – eine davon ohne bezahlt zu werden. Damit haben sie den Unternehmen quasi 25 Milliarden Euro geschenkt. Das sagte vor Kurzem der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther, als er den sogenannten Überstunden-Monitor vorstellte. Kerstin Tack, arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, kommentierte: „Es kann nicht sein, dass Arbeitgeber die Beschäftigten um ihren Lohn betrügen.“ Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, Arbeitszeiten verpflichtend aufzuzeichnen, müsse aus ihrer Sicht so schnell wie möglich in nationales Recht umgesetzt werden.
Der globale Personaldienstleister ADP hat in diesem Jahr 10 000 Arbeitnehmer in einer Reihe großer europäischer Volkswirtschaften zu ihrem Arbeitsalltag befragen lassen. Mit dem Ergebnis: Nirgendwo leisten Beschäftigte so viele unbezahlte Überstunden wie in Deutschland. Dies deute darauf hin, „dass Arbeitgeber auch heute noch unrealistische Erwartungen an die Arbeitnehmer stellen“, heißt es im Fazit der Studie.

Ängste ersetzen das Reizdarmsyndrom

23 Prozent haben sich schon einmal wegen psychischer Beschwerden krankschreiben lassen – 75 Prozent noch nicht. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Krankschreibungen aus diesem Grund mehr als verdreifacht. Zu diesem Befund kommt eine Langzeituntersuchung der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Demnach fiel jeder Versicherte wegen seelischer Leiden vor 1997 im Schnitt 0,7 Tage aus. 2017 waren es 2,5 Tage. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Fehltage nach stetigem Anstieg erstmals wieder leicht zurück. Trotzdem fehlte jeder 18. Arbeitnehmer aus mentalen Gründen im Job. Hochgerechnet wären das 2,2 Millionen Menschen gewesen. Psychische Beschwerden lagen damit bundesweit auf dem dritten Platz der Krankheitsarten. Meistens geht es um Depressionen. Gefolgt von Anpassungsstörungen, die nach schweren Schicksalsschlägen oder einschneidenden Veränderungen auftreten, neurotische Störungen und schließlich Angststörungen.

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/gestresst-und-erschoepft-wie-es-um-die-psyche-der-beschaeftigten-steht/24938442.html



Dienstag, 27. August 2019

Depression am Arbeitsplatz: Was man riskiert, wenn man den Arbeitgeber einweiht


Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.
Arbeitnehmern, die wegen psychischer Krankheit lange am Arbeitsplatz fehlen, rate ich oft, den Ausfall mit einem Burnout zu begründen. Damit suggeriert man: Ich habe bis zum Umfallen für die Firma gearbeitet, und wenn ich wieder fit bin, geht’s mit vollem Einsatz weiter! Anders ist es mit der Diagnose Depression, bei der rate ich eher dazu, diese verdeckt zu halten. Aus folgenden Gründen:
Arbeitnehmer mit psychischen Erkrankungen erfahren häufig Unverständnis, bis hin zur Ablehnung. Nach meiner Erfahrung als Arbeitsrechtler kommt es nicht oft vor, dass man vom Arbeitgeber und den Kollegen dabei unterstützt wird, trotz einer Angstpsychose oder einer Depression am Job dran zu bleiben oder nach längerer Arbeitsunfähigkeit im Job wieder Fuß zu fassen.
Stattdessen kommt es immer wieder vor, dass Arbeitgeber und Kollegen die Schwäche des Arbeitnehmers ausnutzen, um ihn beispielsweise aus dem Job zu drängen oder ihn als Konkurrenten am beruflichen Weiterkommen zu hindern.
Depressive Mitarbeiter sind besonders anfällig für Kritik: Ihnen setzt es zu, wenn sie Fehler machen, Kollegen enttäuschen, oder mit ihnen Streit haben. Diese Schwäche nutzen Arbeitgeber mitunter aus, indem sie den depressiven Mitarbeiter etwa zu Fehlern verleiten oder ihnen fehleranfällige, stressige Aufgaben übertragen. Manch ein depressiver Mitarbeiter erträgt den Druck nicht mehr, der durch solche Mobbing- und Bossing-ähnliche Situationen erzeugt wird, und wirft das Handtuch, kündigt das Arbeitsverhältnis von sich aus – was oft das Ziel des Arbeitgebers ist.
Kündigt ein psychisch erkrankter Arbeitnehmer den Job, spart sich der Arbeitgeber oft viel Geld! Hätte der Arbeitgeber den depressiven Mitarbeiter krankheitsbedingt gekündigt, müsste er ihm womöglich eine hohe Abfindung zahlen, gesetzt den Fall, der Arbeitnehmer hätte sich gegen die Kündigung wegen Krankheit mit einer Kündigungsschutzklage gewehrt.
Mitarbeiter mit einer Depression, die sich am Arbeitsplatz nicht wohl beziehungsweise nicht ausreichend unterstützt fühlen, sollten sich beraten lassen, nicht nur anwaltlich im Hinblick auf die Chancen auf eine Abfindung, die sie gegebenenfalls mit einer Kündigungsschutzklage haben. Sprechen Sie als depressiver Arbeitnehmer über Ihre Situation am Arbeitsplatz auch mit einer ärztlichen oder psychologischen Fachperson.
Haben Sie eine Kündigung erhalten? Haben Sie Fragen zu Ihrer Abfindung oder zu Ihren Rechten am Arbeitsplatz als psychisch erkrankter Arbeitnehmer? Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck beantwortet Ihre Fragen in einer kostenlosen und unverbindlichen telefonischen Ersteinschätzung.

Quelle: https://www.anwalt.de/rechtstipps/depression-am-arbeitsplatz-was-man-riskiert-wenn-man-den-arbeitgeber-einweiht_158077.html

Sonntag, 25. August 2019

Burnout, Erschöpfung & Depressionen überwinden: Ausgebrannt als Chance, mit nur 6 Schritten, wie Phönix aus der Asche !


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Burnout, Erschöpfung und Depressionen überwinden


Ausgebrannt als Chance, mit nur 6 Schritten, wie Phönix aus der Asche

In diesem Buch sind sehr viele nützliche Tipps und ein ungewöhnliches Konzept zur Überwindung dieser Krankheiten



Stress? Müde? Keine Lust? Kein Antrieb? Keine Motivation? Hatten Sie schon einmal ein Burnout oder eine Depression? Sind Sie öfters mal erschöpft? Oder denken Sie, Sie könnten ein Burnout oder eine Depression bekommen?

Das vorliegende Buch wird Ihre Probleme lösen! Hiermit können Sie Burnout, Erschöpfung und Depressionen vermeiden oder gestärkt aus diesen hervorgehen



Der Autor – der selbst Burnout hatte - zeigt Ihnen wie Sie die Krankheiten Burnout, Depressionen und auch Stress rechtzeitig erkennen können und wie Sie diese vermeiden. Sie lernen aber auch, falls Sie doch in ein Burnout oder eine Depression rutschen, wie Sie diese erfolgreich überstehen können. Sie werden gestärkt aus dieser Phase ihres Lebens rauskommen.

Sie erlernen ein Konzept: Das „A-Z, 6 Schritte Konzept“ für die Meisterung von Stress, Erschöpfung, Burnout und Depressionen und dies sind die wichtigsten Inhalte aus dem Buch:

  • Definition von Burnout und Depression

  • Ursachen der Erkrankungen, unter anderem „Stress“

  • Einfluss von Arbeit und Beruf

  • Vorbeugung / Prävention von Burnout und Depression

  • Wege aus dem Burnout

  • Der „A-Z, 6 Schritte Prozess“

  • Die Anwendung des „A-Z, 6 Schritte Prozesses“

  • „Götterspeise“ und vieles mehr!



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Samstag, 24. August 2019

Netflix-Doku "Not Alone": Die Depression sitzt unter euch


Die amerikanische Filmemacherin Jacqueline Monetta will mit ihrer Dokumentation ein Stigma beseitigen

Die dritte Staffel Tote Mädchen lügen nicht ist ab Freitag abrufbar. Was sich jetzt schon sagen lässt: Die Diskussionen über das Thema Suizid werden vorerst nicht abreißen. Recht ähnlich verhält es sich mit dem leicht stigmatisierten Thema "Mental Health"– verantwortlich für einen metertiefen Eisbecher gefüllt mit Depressionen aller Art. Größtenteils unentdeckt, missinterpretiert oder falsch diagnostiziert. Mit unausgesprochenen suizidalen Gedanken als Kirsche obendrauf.

Ein Stigma, das die amerikanische Filmemacherin Jacqueline Monetta mit der Netflix-Dokumentation Not Alone über Depression beseitigen will, nachdem ihre beste Freundin im Alter vom 18 Jahren selbst Suizid begangen hat. In ihrem Film führt sie Gespräche mit Freunden, Bekannten und Fremden – allesamt Jugendliche, allesamt einst oder noch depressiv und suizidal.

Gespräche, die sich – wenn man Glück hat und sich jemandem anvertrauen kann – oft nur im Privaten abspielen, werden der Öffentlichkeit auf einmal zugänglich gemacht. Das Resultat? Im Dunkeln verborgene Gefühle bekommen eine Stimme. Und man fängt an, Depression als eine heilbare Krankheit wahrzunehmen. "Ich sehe wieder eine Zukunft", sagt jemand abschließend. Und das sagt alles.

Quelle: https://www.derstandard.de/story/2000107694014/netflix-doku-not-alone-die-depression-sitzt-unter-euch