Donnerstag, 12. September 2019

Das ist der beste Trick gegen Burnout


Wenn du ständig das Gefühl hast, dass du mit allem überfordert bist, wird es Zeit, mal abzuschalten – sonst droht der Burnout. Dieser einfache Trick hilft!

Der Chef nervt, zuhause gibt es Ärger mit dem Partner und dann wird auch noch das Kind krank: Manchmal wissen wir im Alltag kaum noch, wo uns der Kopf steht. Wir rennen im Dauertempo durchs Leben und vergessen völlig, dass man auch mal innehalten und zur Ruhe kommen muss. Denn wer hält es schon aus, dauerhaft auf der Überholspur unterwegs zu sein? Wenn du dich auch ständig ausgelaugt fühlst und nicht mehr abschalten kannst, wird es höchste Zeit, etwas zu tun. Denn wenn du so weitermachst, kann es gut sein, dass du bald in einen Burnout rutscht. Tipp: Burnout-Symptome haben wir hier zusammengestellt.

So hat der Burnout keine Chance

Zum Glück gibt es einen wirklich einfachen und auch noch kostenlosen Weg, deinen Stresspegel zu senken: Geh öfter mal in der Natur spazieren! Viele Studien belegen, dass es nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele guttut, wenn man regelmäßig in der Natur unterwegs ist. Ein paar Beispiele gefällig?
  • Japanische Forscher teilten ihre Studienprobanden in zwei Gruppen – eine davon sollte im Wald spazieren gehen, die andere in der Stadt. Vor und nach dem Ausflug wurden jeweils diverse Stressindikatoren gemessen. Fazit Die Gruppe, die im Wald unterwegs war, hatte verglichen mit der anderen Gruppe einen deutlich geringeren Spiegel des Stresshormons Kortisol, niedrigere Puls- und Blutdruckwerte sowie eine geringere stressbedingte Aktivität der Nerven.
  • Amerikanische Wissenschaftler der Stanford University kamen bei einem vergleichbaren Test auf ein ähnliches Ergebnis: Ihre Studienteilnehmer waren nach einem 90-minütigen Spaziergang in der Natur entspannter als die Teilnehmer, die in der Stadt unterwegs gewesen waren. Außerdem war die Aktivität von Hirnarealen, die bei Angst und Depressionen aktiviert werden, in der Natur-Gruppe geringer.

Kreativ unterwegs

Noch ein Vorteil: Eine Studie von Wissenschaftlern der University of Michigan belegt, dass die Natur unsere Kreativität und das Denkvermögen verbessert. Und die Natur sorgt für andere Reize im Gehirn, als die Stadt – was wiederum pure Erholung für die Hirnareale ist, die sonst unter Dauerfeuer stehen.

Praktische Tipps für die Zeit in der Natur

Du willst jetzt auch direkt losmarschieren und einen Spaziergang im Wald machen? Gut so! Damit du die positiven Effekte der Natur optimal nutzen kannst, kommen hier noch ein paar Tipps:
  • Nimm dir jede Woche etwas Zeit, um die Natur zu genießen. Das kann ein Spaziergang sein, aber auch ein Picknick am See kommt infrage.
  • Nutze auch deinen Urlaub, um Zeit draußen zu verbringen – mach zum Beispiel einen Trip in die Berge oder nutze Wanderwege.
  • Wenn du in der Natur unterwegs bist, konzentriere dich auch auf diese – elektronische Geräte gehören in dieser Me-Time möglichst ausgeschaltet.
Quelle: https://www.brigitte.de/gesund/gesundheit/das-ist-der-beste-trick-gegen-burnout-11645268.html

Dienstag, 10. September 2019

Wenn das Gedankenkarussell zur Depression wird

 

Grübeln tun wir alle. Doch wenn wir die Gedanken und Sorgen nicht mehr abschalten können, kann das ein Zeichen für eine psychische Erkrankung sein. Psychologin Anna-Marie Raith erklärt, ab wann zu viel Nachdenken tatsächlich krankhaft wird.
Die Gedanken kreisen trotz eines langen Tages immer noch im Kopf: Habe ich in der Situation bei der Arbeit die richtige Entscheidung getroffen? Beim Date etwas Falsches gesagt? Ein Missverständnis im Freundeskreis verursacht?

Grübeln psychologisch erklärt

Dieses endlos nachdenkliche Gefühl kennen wir alle: Grübeln, so erklärt es die Psychologin Anna-Marie Raith, definiert die Psychologie als Gedanken "wiederkäuen": "Unsere Gedanken kreisen immer wieder um dasselbe Thema."
Grübeln ist dabei meistens vergangenheitsgerichtet, erläutert die Psychologin: Die Situation, über die unsere Gedanken kreisen, haben wir bereits erlebt. Wenn es um die Zukunft geht, machen wir uns laut psychologischer Definition stattdessen Sorgen.
"Wir denken alles immer wieder durch – von vorne nach hinten und wieder zurück."
Anna-Marie Raith, Psychologin
Der Wissenschaft ist dabei nicht ganz klar, wieso wir grübeln – schließlich hätten die Gedanken keine positive Konsequenz, so Anna-Marie Raith.
Kurzfristig könne das Gedankenkarussell ganz gut zur Ablenkung sein. Langfristig kämen wir aber nicht zum Handeln, was keine hilfreiche Strategie sei. Und auch das Motto "einfach mal machen" hilft Betroffenen selten weiter, denn es sei gar nicht so einfach, das Problem anzugehen oder sich negativen Gefühlen zu stellen, sagt sie Psychologin.

Der Punkt, ab dem man Hilfe braucht

Grübeln an sich sei zwar keine psychische Störung, beteuert die Psychologin. Wenn man aber so sehr von den eigenen Gedanken eingenommen ist, dass man eine Beeinträchtigung im Alltag spürt, Dinge vernachlässigt und davon niedergeschlagen ist, sollte man sich Hilfe suchen.
"Ich glaube, dass es einen bestimmten Punkt gibt, wo man sich auch Hilfe suchen sollte."
Anna-Marie Raith, Psychologin
Ganz gefangen in seinen eigenen Gedanken ist man trotzdem nicht: "Kurzfristig gibt es die Methode, die nennt man Grübelstopp", erklärt Anna-Marie Raith. "Das ist ein innerliches Signal, dieses Karussell zu unterbrechen. Viele stellen sich zum Beispiel ein großes, schillerndes Stoppschild vor." Danach sei es wichtig, sich thematisch anderen Gedanken zuzuwenden.
Zudem helfe es langfristig, sich einen sogenannten "Grübelstuhl" einzurichten, wo man den Gedanken für eine festgelegte Zeit freien Lauf lässt. So ein Stuhl könne dabei helfen, das Grübeln aus dem Bett zu verbannen, wo die Gedanken einem viel Schlaf rauben können.

Quelle: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/gedankenkarussell-wann-gruebeln-zur-depression-wird

Montag, 9. September 2019

Hanf - CBD - THC bei psychischen Krankheiten wie Burnout oder Depression ?


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Stau führt zu Burnout-Zunahme


Stau bedeutet Stress. Gerade in den Ferien ist Warten das Letzte, was man braucht. Doch das mühsame Stehen birgt auch echte Gesundheitsrisiken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stau bedeutet Stress – und ist gesundheitsgefährdend.
  • Bereits 20 Minuten pendeln erhöhen die Burnout-Gefahr.
  • Stau verstärkt diese sogar noch.
Die Sommerferien sind zwar schon Vergangenheit. Doch die Blechlawinen bilden sich weiter. Auch dieses Wochenende mussten Autofahrer am Gotthard wieder viel Geduld haben. Das regnerische Wetter trieb die Menschen in den Süden.
 
Der Preis ist hoch: Über eine Stunde betrug die Wartezeit vor dem Nord- respektive Südportal. Doch die Stauzeit strapaziert nicht nur Nerven, sondern auch ernsthaft die Gesundheit.
 

Burnout-Symptome nehmen zu

 

So ist eine Studie zum Schluss gekommen, dass Stau unter anderem das Burnout-Risiko erhöht. Forscher der kanadischen Université de Montréal haben bewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Pendelverhalten und Burnout-Symptomen gibt.
 

Ab 20 Minuten Pendelverkehr nimmt die Häufigkeit der Symptome zu.
 
Das hat mehrere Ursachen: Der Kontrollverlust im öffentlichen Verkehr, die exakten Abfahrtszeiten oder der Freizeitverlust. Für Fahrzeuglenker bedeutet der Arbeitsweg hohe Konzentration, noch bevor überhaupt gearbeitet wird.
 
Gibt es dann auch noch Stau, schiesst der Stresspegel in die Höhe. Die Termine sind in akuter Gefahr, der Vordermann bremst schon wieder unerwartet und kurz umplanen kann man auch nicht. Man steckt fest und kann nichts machen.
 

Shanghai die Verkehr-Mega-City

 

Das Problem ist in Grossstädten mit viel Verkehr natürlich umso grösser. Parade-Beispiel: Shanghai, die grösste Stadt Chinas.
 

Die Finanzmetropole mit 25 Millionen Einwohnern hat ein perfektes Strassennetz. Blitzsauber – aber total überlastet. Die Strassenkilometer haben sich seit 2000 verdreifacht!
 

Doch jährlich gibt es immer noch zweistellige Wachstumszahlen an Autozulassungen. Und dies, obwohl die Regierung der chinesischen Mega-City mittlerweile Lizenzen verkaufen muss. Auf eine Zulassung melden sich im Schnitt zehn Leute
 
In Shanghai und anderen chinesischen Städten ist das Burnout-Risiko ohnehin höher, erklärt China-Kenner Yufan Jiang von der Fachhochschule Nordwestschweiz.
 
«China hat in den letzten Jahrzehnten das schnellsten Wirtschaftswachstum in der Weltgeschichte erlebt. Die Arbeitsbevölkerung ist dem grössten Leistungsdruck ausgesetzt, viele machen freiwillig massiv unbezahlte Überstunden.»
 

Rund 40 Prozent der Todesfälle in Shanghai waren im Jahr 2017 auf Kreislaufprobleme zurückzuführen. Zum Vergleich: In der Schweiz sind es zwischen 25 und 30. Stress und Burnout sind starke Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
 

Ferienstau genauso riskant

 

Erstaunlich: In den Ferien ist das Stauproblem nicht besser. Der stressige Schlussspurt vor den Ferien und das plötzliche Runterfahren sind eine gefährliche Kombination. Interessanterweise kommt das Burnout meisten in den Ferien.
 

Samstag, 7. September 2019

"Shinrin Yoku" in Hagen: Heilsames "Japanisches Waldbaden" bei der Volkshochschule Hagen


Das japanische „Waldbaden“, eine anerkannte Stress-Management-Methode, bietet die Volkshochschule Hagen (VHS) ab Mittwoch, 18. September, wöchentlich bis Mittwoch, 9. Oktober, jeweils von 16.45 bis 19 Uhr an. Der Treffpunkt ist der Parkplatz am Stadtwald Hagen.
Bei dem aus Japan stammenden Shinrin Yoku, japanisch für „Waldbaden“, tauchen die Teilnehmenden bewusst in die heilsame Waldatmosphäre ein. Das Einatmen ätherischer Öle, die die Bäume in die Luft abgeben, stärkt das Immunsystem.
Der Körper produziert aufgrund der in der Waldluft enthaltenen Terpene vermehrt sogenannte „Killerzellen“, die gegen Krankheiten wirken können.
Shinrin Yoku stärkt ganzheitlich die Gesundheit und ist eine Bereicherung für Körper, Geist sowie Seele und eignet sich ebenfalls zur Burnout-Prophylaxe. Alle Teilnehmenden sollten festes Schuhwerk, wettergerechte Kleidung sowie ein eigenes Getränk mitbringen.
Eine Anmeldung ist beim Serviceteam der VHS unter Tel. 02331-207-3622 oder auf der Internetseite www.vhs-hagen.de/anmeldung möglich.

Quelle: https://www.lokalkompass.de/hagen/c-ratgeber/shinrin-yoku-in-hagen-heilsames-japanisches-waldbaden-bei-der-volkshochschule-hagen_a1204878

Freitag, 6. September 2019

5 Tipps für intelligentere Arbeit und gegen Burnout


Wie der Chef den Arbeitsplatz gestaltet, hat große Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Fünf Tipps, die das Arbeiten einfacher und nicht härter machen sollen.
Der britische HR-Lösungsanbieter Benni hat fünf Tipps aufgelistet, die Mitarbeitern helfen sollen, intelligenter und effizienter zu arbeiten. Als Konsequenz sollen Mitarbeiter weniger gestresst sein und das Risiko eines Burnouts vermindern.

1. Realistische Fristen festlegen

Es hilft beiden Parteien – Arbeitgebern und Arbeitnehmern –, Fristen für einen bestimmten Arbeitsauftrag festzulegen. Dabei sollten Führungskräfte darauf achten, realistische Vorgaben zu machen und Mitarbeiter nicht unter hohen Druck setzen. Eine Frist hilft dem Mitarbeiter auch dabei, seine Aufgaben zu priorisieren. Mitarbeiter können zum Beispiel individuell eine Aufgabenliste oder ein Gantt-Diagramm nach Priorität erstellen.

2. Kommunikation ist das A und O

Wenn Mitarbeiter eine Frage oder ein Problem haben, suchen sie oft stundenlang selbst im Internet nach einer Lösung. Dabei könnte es viel schneller gehen: Womöglich weiß ein anderer Kollege die Antwort, so dass sich das Problem in fünf Minuten lösen lassen könnte. Die Bedingung dafür ist eine Atmosphäre im Unternehmen , bei der sich kein Mitarbeiter schämt, eine Frage zu stellen – egal, wie lächerlich sie ihm erscheint.

3. Flexibles Arbeiten

Unterschiedliche Mitarbeiter bedeuten gleichzeitig auch unterschiedliche Vorzüge im Hinblick auf Arbeitszeiten. Einige können am besten früh arbeiten, andere später. Mit flexiblen Arbeitszeiten steigert der Arbeitgeber nicht nur die Produktivität der Mitarbeiter, sondern auch ihre Gesundheit.

4. Die richtigen Tools anbieten

Das richtige Werkzeug kann den Mitarbeitern die Arbeit wesentlich vereinfachen: Mittels Technologien lassen sich Routinearbeiten und die Administration automatisieren, wodurch die Mitarbeiter mehr Zeit für neue Projekte gewinnen. Als ersten Schritt dazu sollte das Unternehmen feststellen, wo Zeit verschwendet wird und wie sich Prozesse optimieren lassen. Computersysteme, die auf dem neuesten Stand sind, und Softwareprogramme für die Automatisierung können weiterhelfen. Auch die Angestellten sollten die Möglichkeit haben, Technologien vorzuschlagen, um sie bei passendem Budget zu testen.

5. Ablenkungen vermeiden

Obwohl es normal ist, dass Mitarbeiter zwischen Projekten hin und her wechseln, verlieren sie bei solchen Ablenkungen Zeit und Energie. Eine Maßnahme gegen Ablenkungen könnte zum Beispiel sein, dass Mitarbeiter nicht jede eingehende Email direkt überprüfen, sondern sich ein bis zweimal am Tag Zeit nehmen, um diese zu lesen. Auch können Benachrichtigungen von Social-Media-Seiten deaktiviert werden. Wenn sich ein Mitarbeiter intensiv konzentrieren möchte, helfen Kopfhörer.

Quelle: https://www.totalrewards.de/bav-benefits/vorsorge-gesundheit/5-tipps-fuer-intelligentere-arbeit-und-gegen-burnout-64191/

Mittwoch, 4. September 2019

Kranker Körper – kranke Seele: Wie das Immunsystem Depressionen auslösen kann


Bei manchen Menschen mit einer Depression oder Schizophrenie steckt hinter den Symptomen das Immunsystem. Das könnte neue Behandlungsansätze ermöglichen.

Hannover
Gleich an mehreren Fronten hatte die 55-jährige Frau aus Berlin zu kämpfen. Sie schlug sich nicht nur mit Übergewicht herum, sondern steckte auch im tiefen dunklen Loch einer chronischen Depression. Als sie sich an der Berliner Charité bei Psychiater Christian Otte und seinen Kollegen in Behandlung begab, machten diese eine interessante Entdeckung. Die Patientin hatte leicht erhöhte Werte eines Eiweißes, das Entzündungen im Körper anzeigt. "Unsere Vermutung war, dass Entzündungen bei ihrer chronischen Depression auch eine Rolle spielen", sagt Christian Otte. „Fettleibigkeit geht oft mit einer chronischen unterschwelligen Entzündung einher“, erklärt der Psychiater. „Denn die Fettzellen produzieren entzündungsfördernde Stoffe." Das wiederum könnte Auswirkungen auf die grauen Zellen der Patientin gehabt haben. Schließlich steht das Immunsystem – mit seinen Entzündungsreaktionen – im Austausch mit dem Gehirn. Möglicherweise sorgten die entzündungsfördernden Stoffe dafür, dass sich die Produktion und Freisetzung des wichtigen Hirnbotenstoffs Serotonin veränderte, der bei Depressionen eine Rolle spielt.
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Das Beispiel der 55-Jährigen Frau aus Berlin ist bezeichnend. Denn mittlerweile haben Forscher eine antike Weisheit wiederentdeckt: "Mens sana in corpore sano – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper." Ist der Körper hingegen krank, leidet auch die Seele. Nicht selten spielt ausgerechnet das Immunsystem einen unrühmlichen Part bei der Entstehung von seelischen Störungen. „Den Zusammenhang etwa zwischen Immunsystem und Depression kennt man im Grunde aus der eigenen Erfahrung“, sagt der Neurowissenschaftler Stefan Gold von der Berliner Charité. Denn wenn man eine richtige Grippe habe, sei man oft schon einige Tage vor dem Ausbruch ziemlich übellaunig und ziehe sich zurück. "Das Immunsystem signalisiert dem Gehirn gewissermaßen, sich auf das Problem der Infektion zu konzentrieren und das Verhalten zu ändern."
Aus klinischer Erfahrung und Studien wissen Forscher: Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose, bei denen das eigene Immunsystem verrückt spielt, kämpfen häufig mit Depressionen. Das lässt sich nicht alleine mit der geringeren Lebensqualität infolge der Schmerzen erklären. Umgekehrt zeigt sich: Verabreicht man Patienten mit entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma antientzündliche Medikamente, werden sie weniger depressiv. Genau darauf setzte auch Christian Otte bei der Behandlung seiner 55-jährigen Patientin mit Depressionen. Zusätzlich zu Antidepressiva und Psychotherapie behandelten er und seine Kollegen sie mit einem Statin, einem Cholesterinsenker, der auch ihre Entzündungswerte verringern sollte. Nach dem Aufenthalt in der Klinik in Berlin ging es der Patientin besser. "Wir vermuten, dass dabei auch das Statin mit seiner antientzündlichen Wirkung eine positive Rolle gespielt hat", sagt Otte.
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Rund 500 Kilometer von Berlin entfernt nimmt Manfred Schedlowski am Uniklinikum Essen seit Jahren genauer unter die Lupe, wie Immunreaktionen die grauen Zellen negativ beeinflussen. Zu diesem Zweck fordert der Medizinpsychologe das Immunsystem von gesunden Menschen heraus. Seinen Freiwilligen spritzt er Moleküle aus der Zellhülle bestimmter Bakterien, die eine Immunreaktion auslösen. Allerdings nur in einer relativ geringen Dosis. "Wir wollen die Menschen damit ja nicht schwer krank machen, sondern eine zeitlich begrenzte Immunreaktionen anstoßen", sagt er. "Nach sechs Stunden ist das Theater auch wieder vorbei." Und da zeigt sich nicht nur ein Anstieg von bestimmten Zytokinen, Immunbotenstoffen im Blut. Die Probanden fühlen sich auch niedergeschlagener und ängstlicher. Doch nun kommt das Entscheidende: Im Nervenwasser, das Gehirn und Rückenmark umspült, konnten die Forscher ebenfalls Zytokine nachweisen. Die zunächst ins Blut freigesetzten Zytokine dringen also in die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit vor und gelangen dann wahrscheinlich ins Gehirn. Auf Aufnahmen aus dem Magnetresonanz-Tomografen konnte Schedlowski sehen, dass im Zuge der Entzündungsreaktion Areale im Gehirn stärker aktiv waren, die für die Entstehung von Emotionen wichtig sind. Auch bei anderen psychischen Störungen wie Schizophrenie stießen Forscher immer wieder auf erhöhte Entzündungsmarker im Körper und im Gehirn.
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All diese Erkenntnisse machen Hoffnung auf neue Therapien für Menschen mit seelischen Leiden. Ein Trend in der Psychiatrie geht derzeit dahin, bereits für andere Indikationen zugelassene Medikamente, die in das Immunsystem eingreifen, bei Untergruppen von psychischen Erkrankungen zu testen. In Studien konnten Forscher etwa bei depressiven Patienten beobachten, dass diese nach einer Behandlung mit „Immunblockern“ weniger Symptome zeigten. Doch Stefan Gold, der Berliner Neurowissenschaftler, dämpft mögliche euphorische Erwartungen. "Wer nun auf ein Wundermittel hofft, den muss ich enttäuschen. Denn es gibt Hinweise, dass die Behandlung nur den Patienten hilft, die auch vor der Therapie erhöhte Entzündungswerte haben."
Das ist auch kein Wunder: "Depressionen sind sowohl von der Entstehung her als auch vom Verlauf eine äußerst heterogene Erkrankung", betont Manfred Schedlowski. "So spielen Entzündungen mit Sicherheit eine Rolle als Auslöser bei Depression, das gilt aber längst nicht für alle Depressionen oder depressiven Menschen." Auch bei anderen psychischen Erkrankungen wird nur bei einem Teil der Patienten das Immunsystem der Übeltäter sein. Doch zumindest diese Patienten könnten von den neuen Erkenntnissen profitieren. Zuvor müssen die viel versprechenden Studienergebnisse allerdings noch den Sprung in die klinische Praxis schaffen.

Quelle: https://www.kn-online.de/Nachrichten/Wissen/Kranker-Koerper-kranke-Seele-Wie-das-Immunsystem-Depressionen-ausloesen-kann