Mittwoch, 24. Oktober 2018

Immer mehr Schüler werden depressiv


Unser Bildungssystem krankt: Mehr und mehr wird jüngeren Schülern der Druck in Schule und Gesellschaft zu viel. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt eine Stress-Auswertung der KKH Kaufmännischen Krankenkasse*.
Symptome wie Kopfschmerzen, Magendrücken und Darmstörungen kündigen Erschöpfungszustände wie Burn-out und Depressionen an: Rund 26 500 KKH-Versicherte im Alter von sechs bis 18 Jahren sind bundesweit betroffen. Hochgerechnet auf ganz Deutschland wären das 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche.

Leistungsdruck ist schuld

Leistungsdruck durch Schule, Eltern und eine dauerbeschleunigte Gesellschaft, digitale Reizüberflutung, Mobbing, soziale Netzwerke, Versagensängste: Viele Kinder kommen mit ihrem Leben nicht mehr klar, weil sie überfordert und verzweifelt sind.
▶︎ 2017 litten 8300 Sechs- bis 18-Jährige unter Anpassungsstörungen, also unter depressiven Reaktionen aufgrund körperlicher und seelischer Belastungen wie sie bei hohem Leistungsdruck und Mobbing entstehen. Die Symptome reichen vom Gedankenkarussell bis hin zu Frustration, Reizbarkeit und Mutlosigkeit.

▶︎ Den größten Anstieg mit 90 Prozent im Vergleich zu 2007 gab es bei den 13- bis 18-Jährigen. Der Stress nimmt also mit den Schuljahren und den Anforderungen zu.
▶︎ Von Angststörungen wie Panikattacken waren 3400 Schüler betroffen. Auch hier gab es bei den Älteren den größten Anstieg mit 76 Prozent.
▶︎ In der Altersgruppe der 13- bis 18-jährigen Schüler verzeichnete die KKH bei Depressionen von 2007 auf 2017 den größten Anstieg überhaupt – um fast 120 Prozent.

Quelle: https://www.bild.de/ratgeber/2018/ratgeber/leistungsdruck-burn-out-immer-mehr-schueler-depressiv-58009260.bild.html

Montag, 22. Oktober 2018

Deutschland - Land der Depressiven


Einer EU-Statistik zufolge erkrankt hierzulande jeder Zehnte an einer Depression. Auch die Fehlzeiten in Unternehmen mit dieser Ursache sind drastisch gestiegen. Doch die Interpretation der Gründe ist nicht einfach.

Auf den ersten Blick malen die Zahlen, die Eurostat, die Statistikbehörde der EU, in dieser Woche veröffentlicht hat, ein düsteres Bild von Deutschland. Sie besagen, dass etwa einer von zehn Deutschen in jüngster Zeit unter einer chronischen Depression gelitten hat. Die Quote ist demnach doppelt so hoch wie in Italien oder Tschechien, und fast viermal so hoch wie in Rumänien.
Wie, fragt man sich, kann das sein?
Die Unterschiede seien kulturell bedingt, sagen die EU-Statistiker. Nordeuropäer hielten meist ihren Gesundheitszustand für schlechter als Südeuropäer. Zudem seien sie vielleicht besser aufgeklärt, was bedeute, dass die Zahl unerkannter Erkrankungen nicht so groß sei.
Die Zahlen malen ein krasses Zerrbild, sagen dagegen die Experten in Deutschland. Wie sie es sehen, erzählen die Eurostat-Zahlen die Geschichte einiger hart errungener Erfolge im Kampf gegen eine Krankheit, die für die Betroffenen ein persönliches Drama ist und für die Gesellschaft wie auch für Unternehmen längst zu einem großen Problem geworden ist.

Depressionen führen oft zu Arbeitslosigkeit

Anders als die Eurostatzahlen gehen gut gesicherte Erhebungen für Deutschland davon aus, dass hierzulande sogar jede vierte Frau und jeder achte Mann im Laufe des Lebens einmal an einer Depression erkrankt. Das bedeutet für sie eine um zehn Jahre verkürzte Lebenserwartung. Psychische Erkrankungen sind, nach Erkältungen, der häufigste Grund, warum Arbeitnehmer krankgeschrieben werden. In den vergangenen 18 Jahren hat sich die Zahl der Fehltage mit dieser Ursache fast verdoppelt.

Psychische Erkrankungen sind auch der Grund für fast jede zweite Frühverrentung in Deutschland. Depressionen führen dazu, dass Menschen arbeitslos werden und es oft lange bleiben. Das alles sind keine guten Nachrichten in einem Land, das seit Langem klagt, dass ihm in nahezu allen Wirtschaftszweigen dringend benötigte Fachkräfte fehlen.

Aber, so sagen es die Experten, in Deutschland können die Betroffenen inzwischen gute Hilfe bekommen, bessere als anderswo. Fälle wie der Suizid des früheren Fußballnationaltorwarts Robert Enke haben dazu geführt, dass Depression als das anerkannt wird, was sie ist: eine schwere Krankheit, die jeden treffen kann. Es gibt mehr Therapeuten als in anderen Ländern, und die gesetzliche Krankenversicherung finanziert die Behandlung. Es gibt Lohnfortzahlung und Krankengeldanspruch.

Stress ist selten der Auslöser für eine Depression

Auch Unternehmen verstehen allmählich, um was es geht. Aus den Daten der Krankenkassen geht jedenfalls hervor, dass sich im Gesundheitsmanagement der deutschen Wirtschaft einiges tut. Viele Firmen hätten erkannt, dass zur Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter mehr gehört als rückengerechte Stühle.
All das bedeutet, dass es in Deutschland sehr wahrscheinlich weniger unentdeckte Erkrankungen gibt, weniger Stigmata und mehr Therapieangebote als in vielen anderen Ländern in Europa. Das sei die Wahrheit hinter den Zahlen der EU-Statistiker. So sagen es Ärzte, Therapeuten, Wissenschaftler, die Krankenkassen. Ulrich Hegerl, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, etwa verweist auf Studien, die zeigten, „dass die Vorstellung, es würden heute mehr Menschen an Depressionen erkranken als früher – zum Beispiel wegen größerem Stress im Beruf, nicht stimmt“.
 
Früher sei die Krankheit nicht erkannt worden, also hätten die Menschen keine Hilfe bekommen. Dazu passt, dass die Zahl der Suizide, die auf Depressionen zurückzuführen ist, in den vergangenen Jahren offenbar abgenommen hat.

Die Grenzen zwischen Traurigkeit und Depression sind fließend

Dennoch gibt es einige hartnäckige Klischees. Zum Beispiel den Glauben, Arbeitslosigkeit sei der Grund für die Depression. Tatsächlich, so sagen Experten, sei es aber genau umgekehrt.

Zudem gibt es einige Unschärfen, die praktisch alle Statistiken durchziehen. Das gilt für die Eurostat-Daten wie für fast alle Erhebungen, die versuchen, die Verbreitung der Krankheit Depression zu vermessen. Die Grenzen zwischen lang anhaltender Traurigkeit, Burn-out und einer Depression sind mitunter fließend. Wer welche Diagnose bekommt, kann zum Beispiel davon abhängen, zu welchem Arzt oder Therapeuten er geht.
Die Techniker Krankenkasse beispielsweise sagt, dass jedes Jahr etwa einem von drei ihrer Versicherten eine psychische Störung diagnostiziert wird. Nicht alle müssten behandelt werden, nicht jeder ist arbeitsunfähig. Mal geht es um Menschen, die depressive Verstimmungen haben, die trauern, weil ihr Partner oder ein Angehöriger gestorben ist. Mal geht es aber auch um schwere Depressionen.

Quelle: https://www.welt.de/wirtschaft/article182415686/Depression-Darum-erkranken-so-viele-Deutsche-daran.html

Samstag, 20. Oktober 2018

Bore-out oder Burnout


Bore-out ist die Unterforderung und Burnout ist die Überforderung am Arbeitsplatz. Beides führt zu sehr ähnlichen Symptomen ist gesundheitsgefährdend. Da sind wir wieder beim Thema des Bloges Begeisterung für das was man macht, dies ist die Lösung.

Bore-out als Folge chronischer Langeweile im Beruf wird noch als Luxusproblem belächelt. Warum krankhafte Unterforderung ein echtes Problem der Arbeitswelt ist und wir sie nicht länger dulden dürfen.

Langeweile im Job – wo gibt’s denn so was, denken Sie vielleicht in diesem Moment. Weil Sie zu den chronisch überlasteten Menschen gehören, für die Nichtstun schier unvorstellbar ist. Dass es andere gibt, die täglich in ihrem Büro von gähnender Langeweile gequält sind, können Sie sich schwer vorstellen. Und falls doch, blicken Sie müde lächelnd auf sie herab und wünschten sich, deren Probleme zu haben.
Oder Sie haben auf diesen Artikel geklickt, weil auch Sie einer der vielen dauerhaft in ihrem Job Gelangweilten sind, diese Zeilen gerade heimlich an Ihrem Arbeitsplatz lesen und erleichtert sind zu erfahren, dass Ihr Problem alles andere als eine Randerscheinung ist. 31 Prozent der in der aktuellen Studie „Randstadt Employer Brand Research“ Befragten geben an, ihren Job aufgrund von Unterforderung wechseln zu wollen.
Auf meinem Karriereblog habe ich 2015 den Beitrag „Langeweile im Job: Was tun, wenn es nichts zu tun gibt?“ veröffentlicht. Monatlich hat der Text rund 5000 Leser – alle über Suchmaschinen. In den vielen Kommentaren berichten Betroffene, in welche gefühlt ausweglose Sackgasse sie sich manövriert haben und wie stark sie dieser Zustand belastet.

Langeweile im Job hat viele Ursachen

Es geht nicht um den einen Tag hin und wieder, an dem Sie zum Zeittotschlagen mit den Kollegen ausgedehnt plaudern, den Stapel Fachzeitschriften sichten und am Ende froh sind, nach zähen Stunden des Abhängens endlich Feierabend machen zu dürfen.

Es geht um dauerhafte Langeweile. Jeden Morgen sicher zu wissen, dass alle Aufgaben dieses Tages innerhalb von einer Stunde erledigt sein werden. Oder zu wissen, die nächsten acht Stunden und jeden neuen Tag mit eintönigen Routinetätigkeiten intellektuell unterfordert zu sein. Oder über Monate unbeschäftigt sehnsüchtig auf das zweimal im Jahr einsetzende Saisongeschäft zu warten.
Die Ursachen für Langeweile im Beruf sind vielfältig. Mit mangelnder Motivation, geringer Qualifikation oder Faulenzertum hat es selten zu tun. Ganz im Gegenteil, meist sind es Arbeitnehmer mit ursprünglich hoher intrinsischer Motivation, die einmal Dinge bewegen und Erfolge sehen wollten, jedoch in den hierfür falschen Positionen oder veränderungsstarren Organisationen stecken, die ihnen dies alles nicht erlauben.

Sicherheit und hohes Gehalt lassen Angestellte aushalten

Die meisten „Opfer“ von Langeweile im Job verdienen gut und befinden sich in einem Umfeld, das ihnen ein hohes Maß an Sicherheit bietet. Im öffentlichen Dienst, in Non-Profit-Organisationen, in Konzernen mit starkem Kündigungsschutz nach langjähriger Betriebszugehörigkeit oder im kuscheligen Familienbetrieb.
Das gut bezahlte Nichtstun in Sicherheit gegen spannend Neues in Unsicherheit einzutauschen ist die gefährlich hohe Hürde, die Betroffene über Jahre aushalten lässt und krank machen kann.
Denn gefangen im Nichts wird es zur größten Sorge aufzufallen. Wer auf die Idee kommt, den Chef nach mehr Arbeit zu fragen, der hat bereits lange Langeweile ausgehalten. Zu machtvoll ist die Angst geworden, den Job los zu sein und vor dem echten Nichts zu stehen.

Bore-out ist belastender als Burn-out

Sie entwickeln stattdessen Vermeidungsstrategien, strecken Arbeit künstlich über Stunden oder platzieren ihren Bildschirm so, dass niemand ihr privates Surfen bemerkt. Ein schleichender Prozess, der immer stärker zum Verlust von Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit führt.
Sie verlieren das Gefühl für ihre Stärken, fühlen sich unnütz und überflüssig. „Ich kann an meiner Situation nichts verändern!“, wird bereits nach kurzer Zeit chronischer Unterforderung zur selbst konstruierten Wahrheit.
 
Hinzu kommt, dass sie im Gegensatz zum durch Überforderung gestressten Jammerer von ihrem sozialen Umfeld nicht ernst genommen werden. Sie sprechen von einem „Luxusproblem“ und fragen mich, ob sie es sich überhaupt erlauben dürfen, unzufrieden zu sein. Schließlich sei ein Burn-out doch viel schlimmer.
Ein Irrtum, der in unserer Leistungsgesellschaft verankert ist. Es wird höchste Zeit, die identischen körperlichen Symptome von Burn-out und Bore-out mit mindestens gleichem Maß als Gesundheitsgefährdung am Arbeitsplatz wahr und ernst zu nehmen.

Wir dürfen chronische Langeweile im Beruf nicht dulden

Wir können es uns nicht leisten, Stellen ohne Arbeit existieren zu lassen, nur weil sie geplant sind und auf den Status altgedienter Chefs einzahlen, die ihre Macht über Führungsspannen definieren. Dort, wo menschliche Arbeit durch Automatisierung oder Verlagerung entfällt, jedoch human auf Entlassungen verzichtet wird, wäre die Kündigung und Unterstützung im Neuorientierungsprozess für viele Arbeitnehmer die gesündere Lösung, anstatt sie auf ein stillgelegtes Abstellgleis und in die krank machende Langeweile zu befördern.
Wer in seinem Beruf unter Langeweile leidet, der darf als Chef des eigenen Lebens aktiv werden und seine Vorgesetzten in die Verantwortung nehmen. Aushalten ist auf Dauer keine gesunde Lösung. Wer zusehend für Nichtstun oder Unterforderung gut bezahlt wird, der sollte sich bewusst entscheiden, es wirklich als Luxus zu genießen oder aber den Job zu wechseln.

Quelle: https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article182341254/Bore-out-Mit-Langeweile-im-Job-ist-nicht-zu-spassen.html
 

Freitag, 19. Oktober 2018

Nova Meierhenrich: Depressionen dürfen uns nicht peinlich sein


Moderatorin Nova Meierhenrich spricht erstmals offen über Depressionen. Ihr Vater nahm sich das Leben – danach erkrankte auch ihre Seele.
Nova Meierhenrich (44) kennen die Zuschauer als sportlich-dynamische, immer fröhlich lächelnde Moderatorin und Schauspielerin. Ob aktuell als Society-Reporterin der VOX-Sendung "Prominent!" oder in einer ihrer zahlreichen Kino- und Fernsehrollen (z. B. "Einstein" auf Sat.1), die quirlige Blondine verbreitet immer gute Stimmung – und das schon seit ihren Anfangszeiten auf "Viva" und "Bravo TV". Doch jetzt hat sie über ein Thema ein Buch geschrieben, von dem nicht einmal ihre Freunde wussten: über ihre eigene Depression und die ihres ihres Vaters.
In "Wenn Liebe nicht reicht: Wie die Depression mir den Vater stahl" schildert Meierhenrich wie sich ihr Vater, der über 15 Jahre an Depressionen litt, April 2011 in Dänemark das Leben nahm. Und wie sie schon vor dem Suizid ihres Vaters in die Depression gerutscht ist. BILD der FRAU traf die Wahl-Hamburgerin zum Interview...

So begann die Depression bei Vater Meierhenrich

BILD der FRAU: Wie begann es bei Ihrem Vater?
Nova Meierhenrich: Ich war etwa 18, als unsere Firma in Konkurs ging und wir im Zuge dessen auch unser Haus verloren. In den Jahren danach veränderte mein Vater sich sehr, zog sich immer mehr zurück. Er wurde antriebsloser, lethargischer, schweigsamer. Wir dachten lange, das läge an den Umständen. Es hat Jahre gedauert, bis wir erkannten, dass er in eine Depression geraten war.
 
Wie wurde er behandelt?
Im Laufe der fast 18 Jahre Krankheit hat er vieles probiert. Medikamente, verschiedene Therapien: ambulant, stationär, Tagesklinik. Doch leider half alles nichts, er sah kein Licht mehr und entschied sich nach langem Leiden, von uns zu gehen.
Was hat seine Krankheit mit Ihnen gemacht?
Sie versetzt alle nahe stehenden Personen in einen Strudel aus Hilflosigkeit und Verzweiflung. Man kämpft gegen Windmühlen. Ich selbst war irgendwann in ständiger Alarmbereitschaft, habe mein Leben unbewusst danach ausgerichtet, wie es ihm ging. Typisch für eine Co- Depression, die mich dann auch eiskalt erwischte.
 

So gestaltete sich die Co-Depression bei Nova Meierhenrich

Woran haben Sie das erkannt?
Es ging mit Panikattacken los. Erst selten, dann immer häufiger und stärker. Über die Zeit wurden diese abgelöst von totaler Lethargie. Während ich im Beruf wie eine Eins weiter funktionierte, saß ich privat tagelang zu Hause, starrte die Wand an, log meine Freunde an, ich hätte keine Zeit für Treffen. Zum Glück hat das eine Freundin erkannt und mich zu einem Arzttermin überredet. Eine Gesprächstherapie hat mir geholfen. Heute erkenne ich Frühwarnzeichen und ich habe sehr gute Freunde als meinen Sicherheitsgurt eingebaut. Die haken nach, wenn ich mich zu lange zurückziehe.
Was wünschen Sie sich für den Umgang mit Depressionen?
Dass wir genauer hinschauen, auch wenn jemand vermeintlich fröhlich wirkt. Dass wir Hilfe anbieten. Wir brauchen unbedingt kürzere Wartezeiten für Therapieplätze, müssen über das Thema reden. Depressionen dürfen kein Tabu sein.
Lesetipp: "Wenn Liebe nicht reicht: Wie die Depression mir den Vater stahl", Nova Meierhenrich, Edel Books, 17,95 €.
 
 

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Immer mehr Ausfälle wegen Burnout


Berufsalltag Während es in 2012 noch 10,5 Millionen Fehltage waren, stieg die Zahl der Fehltage nach einer Messung in 2016 auf gar 16,9 Millionen.

Wer kennt es nicht? Der Chef kommt kurz vor Feierabend mit zusätzlicher Arbeit um die Ecke, die im Zweifel noch eine Deadline am selbigen Tag nach sich zieht. Sicherlich ist man hiervon gestresst und fühlt sich unter Druck gesetzt, aufgrund der Konsequenzen die bei einem Verpassen der Deadline blühen würden. Sofern sich solche Stress-Szenarien wiederholen und sich der Arbeitgeber auch nach dem Feierabend damit beschäfigt, so droht bereits das Vorstadium einer Burnout-Erkrankung.

Die Entwicklung von Burnout-Erkrankungen

Gerne als Trendkrankheit oder Humbug abgestempelt, sind die Fälle von Burnout in den Letzen Jahren nachweislich gestiegen. Ein Umstand der allerdings nur schwer messbar ist, da es keine vereinheitlichte Diagnose gibt die als Burnout bezeichnet wird gibt.

Auswertungen wurden aufgrund dessen mittels folgender Krankheitsbilder durchgeführt:
 
 
Schwere Anpassungs- und Belastungsstörung
- Störung neurotischer Art- Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Lebens
Besonders im Bereich der Belastungs- und Anpassungsstörungen wurde ein deutliches Zuwachs an Erkrankungen verzeichnet. Während es in 2012 noch 10,5 Millionen Fehltage waren, stieg die Zahl nach einer Messung in 2016 auf gar 16,9 Millionen
 

Was sind die Ursachen für eine Burnout Erkrankung?

In der heutigen Zeit muss vor allem im Bereich der Unternehmen alles schnell, am Besten sofort erledigt werden. Hierzu tragen einerseits Kunden bei, die Druck auf den Sachbearbeiter ausüben, andererseits liegen die Probleme auch in der Führung von Unternehmen.

Aufgrund von Sparmaßnahmen wird Personal abgebaut, während sich im gleichen Zug das Arbeitsaufkommen erhöht, da eine Umsatzsteigerung angestrebt wird. Die Konsequenz aus diesen beiden Maßnahmen ist die Verteilung der Mehrarbeit auf die vorhandenen Arbeitnehmer, die sich plötzlich noch zusätzlichem Stress ausgesetzt sehen.

Auch ein fehlender Tapetenwechsel in Verbindung mit immer der gleichen Tätigkeit innerhalb des Unternehmens kann zum Burnout führen. Nicht selten enden diese Szenarien für Arbeitnehmer mit einem Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik.

Wie kann dem Trend der Burnout Erkrankung entgegengewirkt werden?

In erster Linie sind hier die Unternehmen in der Pflicht Ihre Mitarbeiter eben vor solchen Belastungen bzw. Situationen zu bewahren. Hier muss Bewusstsein geschaffen werden, dass die Mitarbeiter nicht als Gebrauchsgegenstand zu verwenden sind.
In der Politik ist es bereits länger Thema mit entsprechenden Gesetzen den Arbeitnehmer besser zu schützen.
Zu guter Letzt liegt es auch in der Hand des Arbeitnehmers sich gegen die Belastungen zu wehren und die Zeichen von Burnouts zu erkennen bzw. es gar nicht so weit kommen zu lassen. In diesem Fall ist eine Beratung dringend zu empfehlen, bevor eine Behandlung von Nöten ist.

Fazit

Die Burnout-Erkrankung ist mehr denn je eine Gefahr in unserem Alltag. Unternehmer und Politiker sind gleichermaßen in der Pflicht Arbeitnehmer zu schützen und vor der Erkrankung zu bewahren. Auch der Arbeitnehmer sollte sich mit dem Thema und seinen Symptomen beschäftigen.
 
 

Mein Buch zum Thema








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Mittwoch, 17. Oktober 2018

Facebook zur Früherkennung von Depressionen


US-Psychologen haben in einer Studie entdeckt, dass eine bestimmte Sprache in Facebook-Posts ein Signal für eine Depressionserkrankung sein können. Im klinischen Bereich könnte dies als ergänzende Methode bei der Früherkennung eingesetzt werden, sagte einer der beteiligten Forscher im Dlf.

Vermissen, traurig sein, weinen; hassen, Schmerzen haben oder einsam sein: Auf Facebook und in anderen sozialen Medien teilen Menschen mitunter sehr persönliche Informationen über ihre Gefühlslage. Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat jetzt untersucht, ob man anhand der Sprache in Facebook-Posts eine später tatsächlich diagnostizierte Depression vorhersagen kann. Die Ergebnisse sind gerade im Fachblatt PNAS erschienen. Über die Studie habe ich heute vor der Sendung mit Johannes Eichstaedt gesprochen: Psychologe an der University of Pennsylvania. Und ich habe ihn zuerst gefragt, wie und wo die Teilnehmer für diese Studie gefunden wurden?
Johannes Eichstaedt: Ja, das war ein ziemliches Abenteuer. Da sind wir tatsächlich mit wissenschaftlichen Assistenten in die Notaufnahme in einem großen Krankenhaus in den USA und haben 11.000 Menschen ein iPad vor die Nase gehalten, und auf dem iPad hatten die Menschen dann die Möglichkeit, sowohl einzuwilligen, ihre Krankenakten zu teilen als auch sich in Facebook einzuloggen und uns Zugriff auf die Daten zu geben. Von diesen 11.000 Menschen, die wir da angesprochen haben, waren am Ende ungefähr 1.000 in der Lage … haben zugestimmt und waren in der Lage, sich an ihr Passwort zu erinnern und so weiter.

Untersuchung von Facebook-Posts und Krankenakten

Pyritz: Sie haben also dann zum einen die Krankenakten dieser Menschen, die Sie angesprochen haben, ausgewertet und geschaut, ob bei denen eine Depression diagnostiziert wurde, und zum anderen haben Sie untersucht, was die Studienteilnehmerinnern und -teilnehmer in der Zeit vor dieser Diagnose auf Facebook geschrieben haben. Wie genau sind Sie dabei vorgegangen?
Eichstaedt: Wir haben diese Sprache statistisch zerlegt, also wir haben geguckt, mit welcher Frequenz verwenden diese Menschen verschiedene Wörter. Dann haben wir da Methoden der Künstlichen Intelligenz verwendet, um auch noch den Sprachraum aufzubereiten in einer Art und Weise, dass der Computer das statistisch versteht. Dann haben wir diese statistische Darstellung der Sprache verglichen mit der Information, ob das jetzt ein Patient ist, der depressiv ist oder nicht, was wir von den Krankenakten wissen, und so hat der Computer dann gelernt oder haben diese Algorithmen dann gelernt, die Sprachfragmente zu erkennen, die Vorhersage erlauben, dass da eine Depression vorliegt.
Pyritz: Was war dann das Ergebnis, welchen Zusammenhang, welche Zusammenhänge zwischen psychischer Verfassung und Facebook-Posts konnten Sie feststellen?
Eichstaedt: An erster Stelle haben wir festgestellt, dass es tatsächlich in der Lage ist, durch diese Algorithmen vorherzusagen aufgrund der Sprache, die wir von Facebook haben, diese Sprachfragmente, ob sich eine Depression entwickeln wird oder nicht. Auf der anderen Seite ist es uns auch gelungen, Sprachfragmente zu identifizieren, die bestimmten Symptomen der Depression zuzuordnen sind, unter anderem eben, dass Menschen mehr negative, wie man auch vermuten würde, über negative Gefühle sprechen, dass sie sich alleine fühlen, dass sie sehr viel über körperliche Beschwerden reden und dass sie auch teilweise relativ feindselig sind. Das ist uns auch gelungen, das zu isolieren.
Pyritz: Welchen Zeitraum von Mitteilungen auf Facebook kann oder sollte man denn betrachten, um eine später folgende Depressionsdiagnose möglichst sicher vorhersagen zu können? Haben Sie da auch sozusagen längere Zeiträume auf Facebook?
Eichstaedt: Wir brauchen schon Daten von längeren Zeiträumen, allein weil wir eine gewisse Datendichte brauchen, um diese Vorhersagen zu erlauben, und wir haben auch mal im Detail geguckt, wie lange diese Zeitspannen sein sollten. Also ein halbes Jahr ungefähr brauchen wir. Bei den Patienten, die wir da in den USA hatten, brauchten wir ungefähr ein halbes Jahr Daten von Facebook-Sprache, von Facebook-Inhalten, um die Vorhersage zu erlauben. Grundsätzlich ist das so, je näher das Zeitfenster dieser sechs Monate der Facebook-Sprache an der Diagnose sind desto besser ist unsere Möglichkeit, das vorherzusagen.

Möglichkeiten für die klinische Anwendung

Pyritz: Könnte oder sollte diese Vorhersagemöglichkeit über Äußerungen in sozialen Medien denn Ihrer Ansicht, Ihrer Einschätzung nach tatsächlich medizinisch genutzt werden?
Eichstaedt: Ja, das ist eine komplizierte Frage, und da sind wir noch ganz am Anfang. Also da gibt es verschiedene Überlegungen. Auf der einen Seite im rein klinischen Bereich sind die Vorhersagegenauigkeiten dieser Technologien noch nicht gut genug, um alleine dafür zu taugen, diese Vorhersagen zu erlauben. Also wenn Sie das im klinischen Bereich anwenden würden, könnte man das im Grunde nur kombinieren mit anderen Screening-Methoden, zum Beispiel, indem man Fragebögen ausfüllt oder mit einem Psychologen redet. In dem Zusammenhang können diese Technologien dazu taugen, den Kreis einzugrenzen der Menschen, die man dann noch mal prüfen muss. Als alleinstehende Technologie sind da einfach die Genauigkeiten noch nicht hoch genug, um den normalen klinischen Standards zu genügen für eine gute Screening-Methode.

Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/studie-von-us-psychologen-facebook-posts-zur-frueherkennung.676.de.html?dram:article_id=430673