Donnerstag, 8. November 2018

Depression bei Heimbewohnern


Wissenschaftler: Bei über 65-Jährigen in Pflegeheimen leiden 25 bis 45 Prozent an Depressionen – fünfmal so viele wie Gleichaltrige zuhause

In Altenheimen leiden nach Einschätzung von Wissenschaftlern weit mehr Menschen an Depressionen als bei Gleichaltrigen in Privatwohnungen. Es gebe in Heimen "ein eklatantes Behandlungsdefizit", sagten Mitarbeiter eines Forschungsprojekts, das am Montag in Frankfurt gestartet wurde. Bei über 65-Jährigen, die zu Hause lebten, litten fünf bis zehn Prozent an Depressionen - bei über 65-Jährigen in Pflegeheimen seien es 25 bis 45 Prozent, sagten Psychologen des Arbeitsbereichs Altersmedizin am Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität.
Nur 40 Prozent der Depressiven in Heimen bekämen überhaupt eine Diagnose, von diesen wiederum werde maximal die Hälfte adäquat behandelt. Das Forschungsprojekt DAVOS (Depression im Altenpflegeheim: Verbesserung der Behandlung durch ein gestuftes kollaboratives Versorgungsmodell) läuft drei Jahre und wird mit 1,4 Millionen Euro staatlich gefördert. Die Frankfurter Altersmediziner kooperiert dafür mit zehn Pflegeheimen und dem Hessischen Institut für Pflegeforschung.

Quelle: https://www.ihre-vorsorge.de/nachrichten/lesen/depression-bei-heimbewohnern-oft-unerkannt.html

Depression und Pubertät


Frau Freitag, kürzlich wurde berichtet, dass Depressionen bei Kindern und Jugendlichen zunehmen. Trifft das zu? 
Nein. Das ist so nicht richtig. Aber leider treten Depressionen tatsächlich schon bei Kindern und Jugendlichen auf.
Gibt es Zahlen?
Was die Kinder betrifft kaum. Wir gehen von ein bis zwei Prozent aus. Bei den Jugendlichen steigt dann die Zahl der Betroffenen stark an. Eine Depression ist eine typische Erkrankung des Jugendalters, vor allem bei Mädchen, von denen vier bis fünf Prozent darunter leiden.
Woran erkennt man eine Depression bei Kindern und Jugendlichen?
Die Kinder verlieren das Interesse an Dingen, die ihnen gewöhnlich Spaß machen: Wenn einem Kind plötzlich das Lieblingsessen egal ist oder der früher geliebte Sportverein links liegen gelassen wird, kann das ein Symptom sein. Schlafstörungen und starke Müdigkeit können dazu führen, dass die Jugendlichen gar nicht mehr aus dem Bett kommen und zu nichts mehr Lust haben.
Gibt es Risikofaktoren?
Die Pubertät und die damit verbundenen Hormonumstellungen gehören dazu. Es existieren auch familiäre und schulische Risikofaktoren.

Was passiert denn in der Schule? Ist es der Leistungsstress?
Der Leistungsstress selbst ist es eigentlich gar nicht. Es ist vor allem das Zwischenmenschliche, die Ablehnung durch Gleichaltrige und das Mobbing. Da gibt es inzwischen sehr gute Langzeitstudien aus Großbritannien, die belegen, dass das gegenseitiges Abwerten und Bloßstellen in den sozialen Medien, dass dieser soziale Stress Depressionen auslösen kann.
Die sozialen Medien bieten die Möglichkeit, sich gegenseitig mehr zu verletzen als früher?
Das sich Jugendliche gegenseitig emotional verletzt haben, gab es wahrscheinlich schon immer. Aber das Ausmaß, die Dimension hat sich durch das Internet verändert. Es werden viel mehr Menschen erreicht und man kann diese Inhalte nicht mehr gut löschen.
Und man kann auch Bilder ins Netz stellen.
Das ist sicher ein großer Risikofaktor, wenn da jemand in einer unvorteilhaften Position verspottet wird.
Gibt es Hilfe?
Ja, die gibt es. Zunächst sollten sich Jugendliche den Eltern anvertrauen, nicht etwa der besten Freundin, weil Gleichaltrige mit dem Thema Depression überfordert sind.
Und wenn das Vertrauen zu den Eltern fehlt?
Es gibt auch professionelle Hilfe, je nach Schweregrad. Bezüglich einer individuellen Psychotherapie gibt es leider lange Wartezeiten. Aber es gibt Beratungsstellen und zum Beispiel auch unsere Institutsambulanz. Wer Suizidgedanken hat, kann sofort zu uns in die Klinik kommen.
Wie sieht die Therapie aus?
Hier kommt es auf den Schweregrad der Erkrankung an. Bei leicht ausgeprägten depressiven Episoden reichen Psychoedukation oder eine kurze Psychotherapie aus. In mittelgradigen bis schwereren Fällen wird eine Kombination aus Antidepressiva und Psychotherapie empfohlen.

Quelle: http://www.fr.de/wissen/gesundheit/junge-patienten-die-pubertaet-ist-ein-ein-risikofaktor-a-1614843

Montag, 5. November 2018

Tim Mälzer spricht offen wie nie über seine Alkohol-Vergangenheit


Tim Mälzer ist ein erfolgreicher TV-Koch, der in seinem Leben alles richtig gemacht zu haben scheint. Doch auch der 47-Jährige hatte in der Vergangenheit mit schweren Zeiten zu kämpfen. In der RTL-Sendung „Jenke Über Leben“ sprach er nun offen wie nie über sein Burn-Out und seinen hohen Alkoholkonsum in dieser Zeit.

Tim Mälzer (47) ist aus der deutschen Fernsehlandschaft kaum mehr wegzudenken. Zuletzt war der sympathische TV-Koch unter anderem sogar bei „Joko und Klaas - das Duell um die Welt“ zu sehen, wo er sich bei den Dreharbeiten leider verletzte. Doch die ständige Präsenz im Fernsehen und der große Erfolg haben auch ihren Preis. Tim ist immer beschäftigt und manchmal voll im Stress. Mittlerweile kann er damit umgehen, doch das war nicht immer so.

In „Jenke Über Leben“ erzählte Tim, dass er dem Druck irgendwann nicht mehr standhalten konnte. Er war damals 30 Jahre alt und hatte 500 Sendungen in drei Jahren gemacht. Tim konzentrierte sich nur noch auf seinen Beruf und hatte kein Privatleben mehr. Er erzählte: „Ich bin wahnsinnig einsam geworden dadurch, kein Partner, kein Familienmitglied, kein Freund hat Kontakt zu mir bekommen.“
Schließlich machte der Stress Tim sogar krank. Denn der heute 47-Jährige musste sich nämlich nicht nur um seine TV-Karriere, sondern auch noch um seinen eigenen Laden kümmern. Der Profi-Koch gesteht: „Ich bin in eine Art Burnout gerutscht.“

Tim Mälzer: Er hat seine Alkohol-Vergangenheit überwunden

Tim konnte in dieser Zeit nicht mehr abschalten. Statt sich abends auszuruhen, stürzte er sich ins wilde Nachtleben. Damit verbunden war ein hoher Alkoholkonsum. Tim verriet zwar nicht, wie viel genau er in dieser Zeit getrunken hat, doch er meinte: „Wer säuft und noch sagen kann, wie viel er säuft, hat nicht gesoffen." 
Mittlerweile hat der Koch dieses Tief in seinem Leben aber überwunden. Auch wenn er immer selbstkritisch ist, weiß er, dass er momentan auf einem guten Weg ist. Er meint: „Aber für hier und jetzt bin ich mit mir für das, was ich bin, wer ich bin und wie ich bin, auf einem ganz hohen Level der Selbstzufriedenheit.“

Quelle: https://www.promipool.de/stars/tim-maelzer-spricht-offen-wie-nie-ueber-seine-alkohol-vergangenheit

Sonntag, 4. November 2018

Bildschirmzeit und Depressionen


Schlechte Nachrichten für Jugendliche, die ihre Freizeit am liebsten vor dem Bildschirm verbringen: Schon wenige Stunden Medienkonsum täglich kann die Wahrscheinlichkeit drastisch erhöhen, eine Depression und Angstzustände zu bekommen, wie eine aktuelle Studie belegt.
"Mach die Glotze aus, du bekommst noch rechteckige Augen." Wer als Heranwachsender ganze Samstagvormittage - so wie ich - regelmäßig mit den Cartoons im Privatfernsehen verbracht hat, wird diese Aufforderung sicherlich schon Mal gehört haben. Wenig überraschend hat sich herausgestellt, dass an dieser Horrorvorstellung nichts dran ist. Meine Augen sind jedenfalls noch oval und eure vermutlich auch. Beunruhigender ist da schon folgende Erkenntnis: Schon wenige Stunden täglich vor dem Bildschirm können drastisch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine Depression zu bekommen.

Depression: Doppelte Gefährdung für Vielnutzer

Wie zwei Wissenschaftler von den Universitäten Georgia und San Diego in ihrer Studie herausgefunden haben, sind insbesondere Kinder und Jugendliche gefährdet. 14- bis 17-Jährige mit sieben und mehr Stunden Bildschirmzeit - also die verbrachte Freizeit mit Smartphones, Fernsehen, Computern und anderen elektronischen Geräten - seien demnach mehr als doppelt so gefährdet eine Depression oder Angstzustände zu bekommen, wie Nutzer mit einer Stunde pro Tag. Studienteilnehmer, die sieben oder mehr Stunden am Tag vor dem Bildschirm klemmen, seien zudem doppelt so häufig wegen psychologischer Probleme in Behandlung gewesen.
Auch bei vier Stunden Bildschirmzeit täglich stellten sich bereits negative Effekte auf die Psyche von Jugendlichen ein, so die Forscher. Betrachtet man die ganze Stichprobe (stolze 40.337 Teilnehmer), also auch die 2- bis 13-Jährigen, lesen sich die Auswirkungen sogar noch unangenehmer: "Mehr als eine Stunde Bildschirmnutzung am Tag werden in Verbindung gebracht mit geringerem geistigen Wohlergehen", heißt es in dem Papier. Das beinhalte unter anderem weniger Neugier, geringere Selbstbeherrschung, erhöhte Ablenkbarkeit, Schwierigkeiten Freundschaften zu schließen, geringere emotionale Stabilität und erhöhtes Unvermögen Aufgaben zu erledigen.
Dummerweise scheint also selbst moderate Mediennutzung noch einen negativen Effekt zu haben. Immerhin: Die Wissenschaftler betonen, dass die Daten allesamt von Erziehungsberechtigten und nicht von den Jugendlichen selbst eingereicht wurden.
Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass die Bildschirmstunden durch die Bank etwas höher gelegen haben. Trotz allem sind die Befunde alarmierend - und vielleicht ein passender Anlass dafür, einfach mal mit seinem Smartphone Schluss zu machen - wenn auch nur für eine Weile.
 

Samstag, 3. November 2018

Erstmals drei Formen von Depression unterschieden - bei einer hilft kein Medikament

 

Japanische Forscher haben erstmals in einer wissenschaftlich fundierten Studie untersucht, ob es verschiedene Arten von depressiven Störungen gibt. Tatsächlich konnten sie drei Depressions-Typen unterscheiden. Einer davon schlägt nicht auf die gewöhnlichen Medikamente an.
Etwa vier Millionen Deutsche leiden an einer depressiven Störung. Weltweit sind es mehr als 300 Millionen. Als depressiv gilt, wer über einen längeren Zeitraum unter schwerem Stimmungstief leidet. Betroffene können sich in der Regel nicht selbst aus dem Loch befreien und rutschen stattdessen über Wochen, Monate oder Jahre immer tiefer hinein.
Die Symptome können dabei vollkommen unabhängig von äußeren Umständen wie Schicksalsschlägen, persönlichen Problemen oder Stress auftreten. Betroffene fühlen die Leere tief in sich, sind hoffnungs- und antriebslos und haben meist Schwierigkeiten, sich aus dem Bett zu schälen. Häufig kommen mit einer Depression auch körperliche Symptome wie Kopf- oder Magenschmerzen, eine verringerte Libido oder Schlafstörungen.

Bei Depressiven ist der Hirnstoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten

Als Grund für diese gravierenden Veränderungen haben Forscher bereits nachgewiesen, dass bei depressiven Menschen der Stoffwechsel im Gehirn durcheinander geraten ist. Mindestens einer der beiden Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin liegt nicht in der optimalen Konzentration vor. Infolge dessen können die Nervenzellen nicht mehr richtig miteinander kommunizieren und Impulse zwischen Hirnzellen nicht mehr richtig übertragen werden.
Heutzutage können depressive Störungen recht gut behandelt werden. Wer sich dazu aufrafft, einen Fachmann aufzusuchen, kann mit den richtigen Therapiemethoden in den meisten Fällen sogar vollständig geheilt werden.

30 Prozent der Patienten profitieren nicht von Antidepressiva

Neben Psychotherapien kommen häufig auch Medikamente zum Einsatz, zumindest zeitweise. Sogenannte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer zählen zu den am meisten verschriebenen Antidepressiva. Sie sollen helfen, den Botenstoff Serotonin im Gehirn wieder ins Lot zu bringen. Im Großteil der Fälle ist die Behandlung auch erfolgreich. Aber bei etwa 30 Prozent der Patienten bewirken die Medikamente keine Besserung.
Warum das so ist, war den Wissenschaftlern bisher ein Rätsel. Japanische Forscher könnten der Lösung nun allerdings ein großes Stück nähergekommen sein.
„Dies ist die erste Studie, die Unterarten von Depressionen anhand der Lebensgeschichte und Kernspin-Daten identifiziert“, erklärte Kenji Doya vom Okinawa Insitut für Wissenschaft und Technologie. Er suchte mit einem Team aus Wissenschaftlern nach neuen Ansätzen in der Depressionsforschung.

Für ihre Studie untersuchten Forscher Lebenssituationen und Hirnscans

An ihrer Studie nahmen 67 Menschen mit depressiver Störung teil, weitere 67 Menschen ohne Depressionen bildeten die Kontrollgruppe. Die Forscher testeten die 134 Teilnehmer im MRT, ließen sie klinische Fragebögen ausfüllen und untersuchten sie nach mehr als 3000 unterschiedlichen Kennzeichen für Depressionen.
Im Kernspin untersuchten die Forscher die funktionelle Konnektivität im Gehirn der Probanden. Schon an diesem Punkt konnten sie zwei Gruppen unterscheiden: eine Gruppe, bei der die funktionelle Konnektivität eher niedrig war, sie nannten sie die D3-Gruppe; und eine, bei der sie gut funktionierte. Diese konnten die Forscher noch einmal in zwei Untergruppen teilen: eine, die in ihrer Kindheit Opfer von Misshandlungen wurde und Traumata davontrugen, die Forscher nannten sie die D1-Gruppe, und eine Gruppe, die keine Kindheitstraumata erlitten hat, die sie die D2-Gruppe nannten.

Medikamente wirkten nur bei zwei der drei Gruppen

Sie stellten fest, dass die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer nur bei zwei der Gruppen wirkten. Offensichtlich ist die D3-Gruppe eine davon, aber auch bei den Betroffenen ohne Störung der Verbindungen zwischen den verschiedenen Hirnregionen zeigten sie Wirkung: bei denen, die kein Trauma aus ihrer Kindheit mit sich trugen, der D2-Gruppe. Bei der Gruppe mit Kindheitstrauma, der D1-Gruppe, zeigten die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer jedoch keinerlei Wirkung.
„Es wurde schon immer vermutet, dass verschiedene Arten von Depressionen existieren. Sie beeinflussen auch die Effektivität der Medikamente“, erklärt Wissenschaftler Doya dazu.

Weitere Studien sind nötig

Um diese Erkenntnisse zu untermauern und weitere Schlüsse ziehen zu können, bedarf es weiterer Studien mit mehr Teilnehmern. Von der Methodologie versprechen sich die Forscher jedoch bereits einiges und hoffen, Gesundheitswissenschaftlern damit eine neue Leitlinie an die Hand geben zu können, anhand derer sie die Komplexität von Depressionen besser verstehen und ihre Patienten eindeutiger zuordnen können.

Quelle: https://www.focus.de/gesundheit/news/ursache-liegt-nicht-nur-im-gehirn-erstmals-drei-formen-von-depression-unterschieden-eine-ist-immun-gegen-medikamente_id_9844492.html

Stiller Burnout


Ein psychischer Zusammenbruch erfolgt meist nicht plötzlich, sondern kündigt sich langsam an: Der stille Burn-out ist diese erste Stufe vor dem großen Knall. Wer die Anzeichen kennt, kann dagegen steuern und sich vor dem endgültigen Burnout schützen.

Stress, Überlastung, permanenter Zeitdruck und kein Raum mehr für Entspannung - das sind die Faktoren, die dem stillen Burn-out den Weg ebnen. Bei folgenden Anzeichen weißt du, dass du schnell die Notbremse ziehen solltest und auf dich und deine seelische Gesundheit achten musst:

Ungeduld wird immer größer

Egal, ob an der Supermarktskasse oder wenn der Computer etwas länger braucht, um hochzufahren: Bei jeglicher zeitlichen Verzögerung reißt dir sofort der Geduldsfaden, du bist unruhig, nervös und neigst zu plötzlichen Wutanfällen? Dann könntest du bereits unter stillem Burn-out leiden.

Ständige Unzufriedenheit und Selbstzweifel

Es ist ein furchtbarer Teufelskreis: Du möchtest so gerne Lohn für deine Mühen bekommen und rackerst dich im Job permanent ab. Doch die Anerkennung bleibt aus. Du gibst deshalb noch mehr Gas, wofür du aber wieder kein Lob bekommst. Die Unzufriedenheit wächst immer mehr und paart sich mit dem Gefühl, nie gut genug zu sein. Wenn dir dieses Verhalten und die daraus resultierenden Gefühle bekannt vorkommen, ist die Gefahr an Burn-out zu erkranken leider gegeben.
 

Work-Life-Balance ist im Ungleichgewicht

Eigentlich wissen wir ja, dass wir auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance achten sollen. Menschen, die unter einem stillen Burn-out leiden, ist es aber gar nicht bewusst, dass sie ihr privates Leben vernachlässigen. Du bist immer die Letzte im Büro, nimmst ständig neue Aufgaben an und bist am Wochenende zu kaputt, um dich mit Freunden zu treffen? Das sind Verhaltensweisen, die die psychische Erkrankung definitiv begünstigen können.
 

Permanente Erreichbarkeit als Priorität

Wer sein Handy immer neben sich liegen hat und gar nicht mehr abschalten kann, steht immer unter einer gewissen Grundspannung. Diese Anspannung und die ständige Sorge ohne das Smartphone etwas zu verpassen, erhöhen das Stresslevel. Du gehört auch zu denen, die ihr Handy nie aus der Hand legen? Dann achte auf dich, denn es kann bereits ein Hinweis sein, dass der stille Burn-out schon in vollem Gange ist.
 

Geräuschsempfindlichkeit ist größer als sonst

Natürlich gibt es Menschen, die empfindlicher auf Geräusche reagieren als andere. Wenn du allerdings an dir selbst feststellst, dass dich plötzlich alltägliche Geräusche wie das Klackern der Tastaturen deiner Kollegen oder eine tickende Uhr, dir den letzten Nerv rauben, kann es ein Anzeichen für psychische Überlastung sein.
 

Konzentrationsmangel sowohl im Büro als auch privat

Wer ständig unter Strom steht, verliert meist automatisch die Fähigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Schließlich ist die schier endlos lange To-do-Liste immer im Hinterkopf. Fällt es dir auch schwer, dich auf eine Sache zu konzentrieren? Das könnte ebenfalls ein Symptom des stillen Burn-outs sein.
 

Nächtliches Grübeln sorgt für Schlaflosigkeit

Wenn permanente Gedankenspiralen dir den Schlaf rauben, ist das meist ein eindeutiges Anzeichen von psychischem Stress.
 

Stillen Burn-out behandeln

Wenn du bei dir Symptome der psychischen Erkrankung erkennst, solltest du deiner Seelenpflege mehr Zeit einräumen. Natürlich kann man nicht gleich sein ganzes Leben ändern, aber Entspannungstechniken wie autogenes Training oder eine einfache Meditation helfen, den Stresspegel zu senken und sind leicht in den Alltag zu integrieren.
Wer allerdings schon zu sehr in der Abwärtsspirale gefangen ist, sollte sich professionelle Hilfe holen, denn aus einem stillen Burn-out kann sich leicht ein kompletter psychischer Zusammenbruch mit Panikattacken und Depressionen entwickeln. Wer therapeutische Hilfe benötigt, kann im deutschlandweiten Verzeichnis einen spezifischen Therapeuten finden.

Quelle: https://www.wunderweib.de/stiller-burnout-achte-auf-diese-symptome-105658.html

Donnerstag, 1. November 2018

Saisonabhängige Depression: Wie du die Anzeichen richtig erkennst

 

Zu heiß, zu kalt, zu windig, zu schwül: Egal, welche Wetterlage, jede bietet Anlass zum Raunzen. Dass uns etwa trübes Herbstwetter tatsäch lich runterzieht, ist mittlerweile wissenschaftlich belegt: Ja, das Wetter kann sich auf die Psyche schlagen.
Und das funktioniert so: Jeder Mensch reagiert auf das Wetter. Wir zittern bei Kälte, frieren im strömenden Regen oder schwitzen unter der Sonne, weil der Körper -ganz automatisch -immer eine physiologische Antwort auf die atmosphärischen Umweltreize setzt. Doch wie jede/r Einzelne mit diesen "Antworten" des Körpers umgeht, also wie intensiv das Empfinden und dadurch auftretende Belastungen sind, ist individuell verschieden.
"Wir wissen heute, dass sich Wohlbefinden und Verhalten der meisten Menschen im Rhythmus von Sommer und Winter bis zu einem gewissen Grad verändern: Davon betroffen sind etwa der Energiehaushalt, das Schlaf-und Essverhalten und die Stimmung", so Psychiater Siegfried Kasper von der MedUni Wien. So weit, so normal. Während die einen jedoch keine oder kaum Veränderungen erkennen, erleben andere derart einschneidende Stimmungs-und Verhaltensschwankungen, dass diese ihren Alltag erheblich belasten. SAD, saisonabhängige Depression, lautet dann meistens die Diagnose.

"Im Oktober fange ich an, mich von meinen Freunden zurückzuziehen"

"Im September wird es schon schlimmer: Mein Appetit nimmt zu, ich giere nach Süßigkeiten und Fast Food. Im Oktober fange ich an, mich von meinen Freunden zurückzuziehen und Verabredungen abzusagen. Im November gehen die Schwierigkeiten dann richtig los", schildert eine Patientin. Zu den wichtigsten Symptomen der SAD zählen Müdigkeit, verstärkter Appetit, Schlafstörungen und Rückzug aus dem sozialen Leben. Professor Kasper ergänzt: "Manche schaffen es nur schwer, zur Arbeit zu gehen. Andere schleppen sich trotzdem hin, können aber kaum mehr etwas leisten." Die "Funktionsfähigkeit" der PatientInnen ist deutlich reduziert und sinkt um 30 bis 40 Prozent.
Am häufigsten davon betroffen sind Frauen sowie die Altersgruppe zwischen 20 und 40. "Die Störung tritt bei Frauen viermal häufiger auf als bei Männern", sagt Kasper. "Aufgrund neuer Ergebnisse aus der Depressionsforschung gehen wir davon aus, dass diese Relation zwischen weiblichen und männlichen SAD-Patienten unter anderem dadurch bedingt ist, dass Frauen häufiger ärztliche Hilfe suchen. Wir vermuten daher, dass die Dunkelziffer bei männlichen Patienten höher ist." Die meisten SAD-Betroffenen haben in der Familie zumindest einen engen Verwandten, der irgendwann in der Vergangenheit unter Depressionen, oft SAD, gelitten hat.
Zu den wichtigsten Symptomen der SAD zählen Müdigkeit, verstärkter Appetit, Schlafstörungen und Rückzug aus dem sozialen Leben.
Am Wiener AKH gibt es mittlerweile eine Spezialambulanz für Herbst-Winter- Depressionen. Der stärkste Zulauf beginnt rund um Weihnachten und erreicht im Jänner und Februar seinen Höhepunkt. "Für jene, deren Batterien schon sehr leer sind, ist diese Zeit besonders schwer", sagt der Psychiater. Die PatientInnen leiden an starker Energielosigkeit, fühlen sich oft schon am frühen Nachmittag völlig erschöpft.

Das Licht ist schuld

Doch wie genau hat das Wetter damit zu tun? "Es geht vorwiegend ums Licht. Im Herbst und Winter wird durch den Lichtmangel zu wenig Serotonin ausgeschüttet", sagt Kasper. Infolgedessen werden zu wenig Hormone produziert, die den Antrieb oder die Ausschüttung von Glücksstoffen regulieren und so Empfindungen wie Freude auslösen. Kasper spricht von einer Lichtmangel-Erkrankung. Dass es diese tatsächlich gibt, hat er gemeinsam mit internationalen Forscherteams über den Globus verteilt in mehreren Studien belegt: Überall, wo sich Menschen viel in Räumen aufhalten und wenig Tageslicht abbekommen - das kann auch in sonnigen Gegenden sein, wo Menschen viel in klimatisierte Räume flüchten, oder während langer Regenzeiten -, treten die typischen Symptome zutage. Sonnenschein ist dabei nicht immer der entscheidende Faktor, es geht ums Licht allgemein. Zum Vergleich: In einem mit künstlichem Licht beleuchteten Raum schafft man eine Beleuchtungsstärke von rund 500 Lux, unter einem bedeckten Winterhimmel können es immer noch mehr als 5.000 Lux sein.
Tatsächlich gehört deshalb Lichttherapie zu den wirkungsvollsten Behandlungsmethoden, um Symptome der Winterdepression zu lindern. Auch Psychotherapie und die Gabe von Antidepressiva können in Absprache mit dem Arzt bzw. der Ärztin in Betracht gezogen werden.
Was tun, damit es gar nicht so weit kommt? Was einfach klingt, fällt Betroffenen oft besonders schwer: so viel wie möglich draußen in der Natur sein. Künstliches Licht, Drinnen-Sein und die Kombination aus Dunkelheit und Wärme sind Gift für die Psyche.

Die höchsten Suizidraten gibt es zwischen März und Mai

Was in diesem Zusammenhang jedoch sehr überrascht: Die wenigsten Suizide werden in der finsteren Jahreszeit durchgeführt. Eine österreichische Studie der MedUni Wien zu diesem Thema zeigt: Die höchsten Suizidraten gibt es zwischen März und Mai, die niedrigsten zwischen November und Jänner. Die Erklärung der WissenschaftlerInnen lautet: Suizide erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die " Batterien" der Betroffenen aufgrund des vorangegangenen Lichtmangels schon geleert sind. Auch die medizinische Klimatologin Angela Schuh beschreibt, dass PatientInnen mit endogenen Depressionen (also solchen ohne erkennbare Ursache) häufig völlig überraschende negative Reaktionen auf Schönwetterlagen zeigen. Nach einem langen Winter sind sie besonders freudlos, können nicht mehr genießen und haben ihr Sozialleben meist stark vernachlässigt. Während das Umfeld beginnt, aktiv zu werden, und gut gelaunt wirkt, wird das Gefühl der Ausgegrenztheit im Frühling noch verstärkt.
Egal, ob Sonne oder Regen: Das Jammern über das Wetter ist uralt und ein globales Phänomen. Denn es betrifft jede/n gleich und bietet sich daher als Gesprächsthema besonders an. Ganz nebenbei gilt gemeinsames Raunzen als soziales Schmiermittel und stiftet Zusammenhalt. Doch eines, sagt Professor Kasper, hat durchaus Berechtigung: das Jammern über die Zeitumstellung. Denn diese Stunde weniger Licht kann sich ordentlich aufs Gemüt schlagen. "Unser Rhythmus gerät durcheinander, es fühlt sich wie ein Mini-Jetlag an. Und für manche Menschen ist dieser Lichtmangel wirklich nicht gut."

Quelle: https://wienerin.at/saisonabhangige-depression-wie-du-die-anzeichen-richtig-erkennst