Sonntag, 9. Juni 2019

WHO-Katalog: Burnout ist nun auch offiziell eine Krankheit


Genf - Burnout ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell als eigenständige Krankheit im beruflichen Umfeld anerkannt worden

Burnout ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell als eigenständige Krankheit im beruflichen Umfeld anerkannt worden.
Das Gefühl des Ausgebranntsein resultiere aus chronischem Stress am Arbeitsplatz, der unter anderem zu einer negativen Einstellung zum Job und geringerer Leistungskraft führen könne, lautet die WHO-Definition. Damit gehört Burnout zu den insgesamt 55.000 Krankheiten, Symptomen und Verletzungsursachen, die nun in der «Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11)» aufgeführt sind. Der Katalog wurde auf der WHO-Jahresversammlung in Genf verabschiedet. Er wurde erstmals seit fast 30 Jahren neu gefasst und tritt am 1. Januar 2022 in Kraft. Auch zwanghaftes Sexualverhalten und Video- oder Online-Spielsucht gehören neu zur Liste der Gesundheitsstörungen.
 
Jeder Störung ist ein eigener Code zugewiesen. Ärzte in aller Welt registrieren ihre Diagnosen künftig mit den neuen Codes. Damit können präzise Statistiken erstellt und Gesundheitstrends dokumentiert werden. Nach Angaben des deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation rechnen Krankenkassen nach dem für Deutschland jeweils leicht modifizierten Katalog auch Behandlungen ab. Auch Statistiken zu Todesursachen werden nach den Codes geführt. Die Vollversammlung der mehr als 190 WHO-Mitgliedsländer in Genf ist am Dienstag zu Ende gegangen.
 

Johanniskraut: So bessert die Heilpflanze deine Stimmung


Kein Wunder, dass die leuchtend gelben Blüten der Heilpflanze die Laune anheben: Denn wer unter leichten depressiven Verstimmungen und innerer Unruhe leidet, kann mit der Einnahme von Johanniskraut seine Stimmung auf natürliche Weise ins Gleichgewicht bringen. Wir verraten alles über die positiven Aspekte der Pflanze.

Was ist Johanniskraut?

Namensgeber für die Heilpflanze ist der heilige Johannes – trotz der Schreibweise seines Namens wird die Pflanze allerdings mit "i" geschrieben.
Ursprünglich war Johanniskraut ein Symbol heidnischer Sonnenwendfeiern zum Blühbeginn um den 24. Juni, bei denen die Menschen den längsten Tag des Jahres feierten – geschmückt mit Johanniskrautkränzen.
Die Pflanze gehört zu den Johanniskrautgewächsen (Hypericum perforatum), sie blüht von Juni bis September und wächst in Europa und Westasien an Wegrändern, in Wäldern und auf trockenen Wiesen.
Aufgrund des strahlenden Gelbs der Blüten ist die Pflanze in den Sommermonaten ein gern gesehener Hingucker.
 

Wie wirkt Johanniskraut?

Bereits seit über 2000 Jahren ist Johanniskraut als Heilpflanze bekannt und wurde schon im späten Mittelalter bei Stimmungsschwankungen, innerer Unruhe und Angstzuständen eingesetzt.
Und auch heute noch wird die Pflanze zu genau diesem Zweck angewendet.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Johanniskraut sind Hypericin, Bitterstoffe, Flavonoide und Gerbstoffe.
Zahlreiche Studien haben bestätigt, dass Johanniskraut nervöse Unruhe lindert und stimmungsaufhellend wirkt, weshalb es auch als pflanzliches Antidepressivum gilt und leichte bis mittelschwere Depressionen kurzfristig lindern kann.

Der Grund: Das Kraut beeinflusst die Wirkung der Neurotransmitter im Gehirn, insbesondere das Glückshormon Serotonin wird durch Johanniskraut vermehrt ausgeschüttet.
Eine Depression geht oft mit einem Serotoninmangel einher.
Des Weiteren reguliert Johanniskraut die erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, sodass es auch bei innerer Unruhe und Stresszuständen zum Einsatz kommt.
Wer allerdings unter schweren Depressionen leidet, bekommt Johanniskraut-Präparate in ausreichender Dosierung nur auf Rezept und sollte sich in entsprechende ärztliche und psychotherapeutische Behandlung geben und abklären lassen, ob die Einnahme des Heilkrauts für eine Therapie ausreicht.
 

Wie kann Johanniskraut eingenommen werden?

Alle Pflanzenteile außer der Wurzel werden arzneilich genutzt.
Erhältlich zur Einnahme sind Frischsaft, Johanniskrautöl, Extrakt in Pulver- oder Kapselform oder Tees aus dem getrockneten Kraut.
Abhängig von der Wirkstoffkonzentration sind Präparate gegen leichte depressive Verstimmungen ohne Rezept erhältlich und frei verkäuflich in Drogeriemärkten und Apotheken.

  • Nach heutigem Wissensstand sollte Trockenextrakt eingenommen werden, das die Wirkstoffe Hypericin oder Hyperforin enthält – und davon (in Pulver- oer Kapselform) mindestens 300 mg und bis zu 2000 mg täglich, um eine stimmungsaufhellende Wirkung erzielen zu können.
  • Das Johanniskrautöl (auch Rotöl genannt) wird über den Tag verteilt verabreicht (zwei bis drei Esslöffel). Rotöl ist auch in Form von Kapseln erhältlich.
  • Johanniskrautöl beruhigt – äußerlich aufgetragen – aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften auch trockene und schuppige Haut.
  • Der Tee wird mehrmals täglich getrunken.
Wichtig: Die positive Wirkung von Johanniskraut zeigt sich nicht direkt nach der ersten Einnnahme, es können mehrere Wochen vergehen – Geduld zahlt sich also aus.
 

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Wer andere Medikamente einnimmt, sollte wissen, dass Johanniskraut mit zahlreichen Medikamenten Wechselwirkungen erzeugen kann, weil es  deren Wirkung abschwächt.
Vor allem Arzneimittel, die gegen HIV/AIDS helfen, Blutverdünner, Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zytostatika und die Antibabypille werden in ihrer Wirkung durch Johanniskraut abgeschwächt.
Schwangeren und Stillenden wird ebenfalls von einer Einnahme abgeraten.
Am besten informiert man sich vor der Einnahme von Johanniskraut bei einem Arzt oder Aportheker umfassend.
 

Nebenwirkungen

Grundsätzlich gilt die Einnahme von Johanniskraut als extrem nebenwirkungsarm – insbesondere im Vergleich zu chemischen Psychopharmaka.
Allerdings gilt es zu beachten, dass die Einnahme der Pflanze die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Dadurch wird ihre Fähigkeit gestärkt, Licht und Sonne effektiver zu nutzen.
Dadurch wird zwar die körpereigene Vitamin D-Produktion angeregt, aber auch die Sonnenbrandgefahr steigt. Wichtig ist also ausreichender Sonnenschutz im Einnahmezeitraum.

Quelle: https://www.fitforfun.de/gesundheit/johanniskraut-so-hilft-die-heilpflanze-bei-schlechter-stimmung-358072.html

Donnerstag, 23. Mai 2019

Wer einsam lebt, bekommt oft Depressionen


Menschen, die alleine leben, bekommen häufiger psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder sind anfälliger für Alkoholismus. Zu diesem Ergebnis kommen französische Forscher. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein.

Immer mehr Menschen leben alleine

Insgesamt gibt es in Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund 17 Millionen Singlehaushalte (Stand: 2017). Bei insgesamt rund 40 Millionen Haushalten ist das ein bisschen weniger als die Hälfte. Knapp jeder Zweite lebt also allein – und der Trend ist steigend. Experten diskutieren schon lange darüber, woran das liegen könnte. An dem zunehmenden Individualismus, dem vielen Reisen und Umziehen insbesondere in der jüngeren Generation, dem globalisierten Arbeitsmarkt oder auch daran, dass Kinder oft nicht mehr ihr Leben lang bei der Familie wohnen und damit ältere Menschen alleine in Wohnungen oder Häusern zurückbleiben.

Wer alleine lebt, ist nicht gleich einsam

Aber welche Auswirkungen hat das auf den Menschen? Dieser Frage sind französische Forscher nachgegangen. Sie wollten wissen, welche Auswirkungen es auf die psychische Gesundheit hat, wenn wir alleine leben und vielleicht einsam werden. In einer Meta-Studie haben sie verschiedenste Untersuchungen ausgewertet.

Das Ergebnis haben die Wissenschaftler der Universität Versailles im Fachmagazin Plos One publiziert: Alleinlebende würden deutlich häufiger an psychischen Erkrankungen leiden. Männer betreffe das gleichermaßen wie Frauen, das Risiko sei allerdings bei Männern höher. Das könnte daran liegen, dass Männer unter Einsamkeit häufiger verstünden, keinen Lebenspartner zu haben. Die Definition von Frauen sei weitfassender und würde das gesamte soziale Netzwerk und die Beziehungen zu anderen Menschen umfassen.

Depressionen werden immer häufiger

Insgesamt haben die Forscher berechnet, dass das Risiko einer psychischen Erkrankung bei Alleinlebenden um das 1,5- bis 2,5-fache höher sei als bei anderen Menschen. Zu diesen Erkrankungen zählen vor allem Depressionen, aber auch Angststörungen, Alkoholismus oder Zwangsstörungen. Die Forscher weisen allerdings daraufhin, dass es auch Menschen gebe, die gerne alleine leben. Einen statistischen Zusammenhang zwischen Erkrankungen und dem Alleinsein gebe es nur, wenn die Menschen sich dabei auch wirklich einsam fühlen und mit der Situation unglücklich sind.
Die Prognose der Forscher: Erkrankungen wie Depressionen werden immer weiter zunehmen und innerhalb der nächsten 10 Jahre zu einem noch größeren Problem werden.
Die Tendenz jedenfalls bestätigen Zahlen, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor Kurzem zu den weltweiten Erkrankungen von Depressionen bekanntgab. 2017 waren rund 350 Millionen Menschen betroffen – über 4 Prozent der Weltbevölkerung. Die Zahl der Betroffenen steigt von Jahr zu Jahr, Depressionen gehören damit zu den häufigsten Erkrankungen.

Quelle: https://www.swr3.de/aktuell/Studie-Wer-einsam-lebt-hat-haeufiger-Depressionen-und-Aengste/-/id=4382120/did=5086380/1f5u0kk/index.html

Ich hatte Burnout und war am Ende - dann hackte ich meinen eigenen Körper 

Mit 33 Jahren gleitet Matthias Dippl in den Burnout, verliert seine Lebenslust und magert ab. Doch dann beschließt er, etwas zu ändern: Er wird zum Biohacker und knackt seinen eigenen Körper. Heute könnte es ihm nicht besser gehen, wie er sagt. FOCUS Online erklärt, was es mit "Biohacking" auf sich hat.
Mehr Arbeit, mehr Leistung, mehr Druck: Deutschland hat sich zu einer extremen Leistungsgesellschaft entwickelt. Nicht selten sind Burnout oder Depressionen die Folge. Das erfuhr Marketing-Manager Matthias Dippl am eigenen Leib: Im Jahr 2012 fiel der damals 33-Jährige in ein tiefes Loch, die Diagnose: Burnout. Die Folge: Verdauungsprobleme, Depressionen, am Ende war Matthias Dippl völlig abgemagert, konnte nichts mehr essen – und sah keine Perspektive mehr für sich.
Menschen als Ganzes betrachten
Dank seiner Ausbildung in chinesischer Medizin beschloss Dippl, seine Situation nicht einfach so hinzunehmen und stattdessen etwas zu tun. Er begann, sich über Wege aus dem Burnout zu informieren. Schon bald stieß er auf die sogenannte „funktionelle Medizin“, die den Menschen in seiner Ganzheit betrachtet. Funktionelle Mediziner fokussieren nicht die Symptome, sondern forschen nach den Ursachen – psychischer wie physiologischer Natur.

Dippl, der zu diesem Zeitpunkt mit seiner Frau in den Niederlanden lebte, kündigte seinen Job und kehrte nach Deutschland zurück. Dort arbeitete er 18 Monate lang als Essenslieferant und brachte Bio-Lebensmittel in Kindergärten. „Viele Menschen haben mich dafür belächelt. Aber für mich war es in dieser Zeit das genau Richtige“, erinnert er sich.

Ernährungsumstellung, Darmsanierung, mehr Sport

Er begann, seine Ernährung umzustellen, sanierte seinen Darm, machte mehr Sport. Zum Joggen zog er fortan eine Maske über das Gesicht, um dabei gleichzeitig sein Zwerchfell zu trainieren. „Die richtige Atmung trägt viel zu unserer Gesundheit bei“, habe er damals gelernt. „Wer tief in den Bauch atmet, kann sich besser mit seinen Emotionen verbinden“.
Info: Aus medizinischer Sicht ist das unkritische Tragen einer Maske beim Joggen risikobehaftet. Sportmediziner Kai Röcker rät davon ab, die Ausatmung beim Sport zu belasten – das könne bei gesundheitlicher Vorbelastung schlimmstenfalls ein Lungenemphysem verstärken und die Entsorgung von Kohlendioxid beeinträchtigen.
Letztlich habe er verstanden, wie wichtig es ist, auf einen gesunden Körper zu achten: „Nur wenn unser Körper gesund ist, kann auch unser Gehirn optimal arbeiten“, erklärt der heute 40-Jährige. Bereits als Therapeut in der chinesischen Medizin habe Dippl sich viel mit ganzheitlicher Gesundheit beschäftigt. Seit seinem Burnout habe er allerdings noch viel dazu gelernt. „Durch die Herausforderungen der Digitalisierung sind die meisten Menschen heute absolute Kopfarbeiter“, sagt er und erklärt: „Die Arbeit vor dem Bildschirm findet nur im Kopf statt. Unsere körperliche Gesundheit vernachlässigen wir sträflich“. Und das, so ist Dippl heute sicher, sei der große Fehler.

Biohacking: Den Körper knacken, um ihn zu optimieren

Im Laufe seines Genesungsprozesses stieß er auch auf „Biohacking“. Ein Trend, der langsam aber sicher seinen Weg aus dem amerikanischen Silicon Valley – der Hochburg der „Kopfarbeiter“ – nach Deutschland findet. Biohacker sind Menschen, die versuchen, sich und ihren Körper bestmöglich zu verstehen, zu optimieren und dadurch ihr größtmögliches Potential zu entfalten – also auch bestmögliche Leistung zu bringen.
Wie der Name schon verrät, versuchen Biohacker ihren Körper zu „hacken“, also wie Computer-Hacker in sein System einzudringen, es so zu entschlüsseln. Biohacker wollen jedoch keine schädliche Software im Körper installieren, sondern ihn mit dem Gelernten optimieren. Viele nutzen dafür heute technische Gadgets wie die beschriebene Atemmaske. Genauso zählen aber auch Smart Watches und Fitnesstracker zu den Tools. „Im Grunde ist jeder ein Biohacker“, sagt Dippl. Denn der Begriff beschreibe jeden, der versucht, etwas in seinem Leben zu optimieren.
Die ersten drei Schritte für einen Biohacker seien laut Dippl folgende:
1. Die Ernährung auf den eigenen Lebensstil bezogen optimieren.  
2. Hormone in Einklang bringen, Stress und seine Auswirkungen auf den Körper verstehen.
3. Den Verdauungstrakt „aufräumen“.

Wasser mit Himalaya-Salz, Chi Gong und Powerwalks: Das ist Dippls Tagesablauf
Heute steht Matthias Dippl jeden Morgen in etwa mit dem Sonnenaufgang, in der Regel zwischen 6.00 und 6.30 Uhr auf, trinkt gleich nach dem Aufstehen einen halben Liter Wasser mit einem Teelöffel Himalaya-Salz und wird dann aktiv. „Meistens mache ich dann 20 Minuten Chi Gong, manchmal aber auch Übungen für die Mobilität wie Yoga“, erzählt er.
Anschließend mache er einen „Powerwalk“, also einen Spaziergang mit bewusster Bauchatmung: „Vier Schritte einatmen und vier Schritte durch den Mund ausatmen“ gehöre dazu. Das werde im Laufe des Spaziergangs auf mehr und mehr Schritte ausgeweitet und letztendlich wieder reduziert.
Abends meditiert Dippl gern. Alternativ liest er oder nimmt Entspannungsbäder.
Wie ernährt Dippl sich als Biohacker?
Ein Frühstück gehört nicht immer auf seinen Tagesplan, da er das als „Kopfarbeiter“ oft nicht braucht. Aber wenn er frühstückt, dann gehört immer „Grünzeug“ dazu - beispielsweise Spinat oder Grünkohl. „Proteine, Gemüse und gute Fette sollten dabei sein“, sagt Dippl. Generell sei seine Ernährung eine Mischung aus Keto- und Paleodiät.
„Manchmal esse ich auch Brot oder Getreide“, gibt er zu, „wenn ich ganz viel Lust darauf habe“. Er habe aber durch seine eigenen Beobachtungen selbst gemerkt, dass ihm Gluten und Milchprodukte nicht gut tun - sein Bauch bläht sich dann auf oder sein Gesicht schwillt an. Deshalb versucht er, möglichst auf sie zu verzichten.
Biohacker sind Beobachter ihrer selbst
Beobachten sei das allerwichtigste beim Biohacking, erklärt Dippl. Sein perfekter Tagesablauf muss nicht zwangsläufig auch der ideale Tagesablauf für andere Menschen sein. „Das ist alles sehr individuell“, weiß er. Jeder müsse für sich selbst herausfinden, was ihm gut tut - und seinen Lebensstil danach ausrichten.
„Biohacker testen ihre Grenzen aus. Sie probieren Dinge selbst aus. Biohacker wollen ihren Körper genau verstehen, um sich bestmöglich um ihn zu kümmern“, erklärt er. „Im 20. Jahrhundert hat die Medizin so viel erreicht, wir leben länger und kennen viele Krankheiten bis ins Detail genau. Das ist eine große Errungenschaft. Ich glaube fest daran, dass wir im 21. Jahrhundert ein genauso tiefgründiges medizinisches Wissen erreichen werden, um optimale individuelle Gesundheit als Ziel zu erlangen.“

Mangel an Bewegung führt zu Zunahme von Zivilisationskrankheiten

Kai Röcker von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) sieht das ähnlich: „Wenn Menschen bewusster Leben wollen, ist das erst einmal etwas Gutes“, erklärt der Professor für Sportmedizin und bestätigt: „Die Gesellschaft bewegt sich zu wenig“. Das führe zu einer deutlichen Zunahme von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und somit auch zu einer niedrigeren Lebenserwartung. Dabei hätte man ein einfaches Mittel, dagegen vorzugehen: Bewegung.
Auch der Einsatz digitaler Technologien, um möglichst effizient zu trainieren, sei an sich kein schlechter Ansatz – so vergeude man am wenigsten Zeit mit falschem Training. Der Schulmediziner mahnt jedoch an, dass man es mit Biohacking auch übertreiben könne: „Wer keine Grenze mehr kennt und sich komplett in den Biohacking-Strategien verliert, der erschafft sich einen neuen Stressfaktor. Und der muss am Ende vielleicht auch wieder kompensiert werden“.

Selbst-Experimente sieht der Mediziner kritisch

Dass Biohacker lieber selbst ausprobieren, als medizinischen Rat einzuholen, sieht er ebenfalls kritisch: „Es gibt so viele Faktoren, die da bedacht werden müssen“, sagt er und erklärt, dass jeder Körper anders reagiere – und Grenzgänge immer Risiken mit sich bringen. Durch übertriebenes Biohacking würden Menschen sich eine „natürliche Lebensweise künstlich aufsetzen“ und könnten durch die Besessenheit von ständiger Selbst-Optimierung ein Eigentor schießen. „Am gesündesten ist immer das Mittelmaß“, rät er.
Manche Strategien der Biohacker kenne er bereits aus dem Leistungssport. Deshalb warnt er: „Wer es mit dem Biohacking übertreibt, der stellt letztlich Ansprüche an sich wie ein Leistungssportler, obwohl er eigentlich nur gesund leben möchte“.

Biohacking für Anfänger geht auch beim Sportmediziner

Wer seinen Lebensstil optimieren möchte, ob als Biohacker oder nicht, dem rät Röcker, in jedem Fall vorher ärztlichen Rat einzuholen. Eine sportmedizinische Basisuntersuchung könne beispielsweise Risikofaktoren feststellen und die aktuelle Fitness erfassen. Anhand dieser Untersuchung können die Ärzte dann auch einen speziell zugeschnittenen Fitnessplan entwickeln. „Das ist dann quasi Biohacking für Anfänger“, schließt der Sport-Professor.
Matthias Dippl jedenfalls scheint von den Methoden des Biohacking zu profitieren: Der Burnout ist überstanden, der abgemagerte Mann zu einem fitten und lebensfrohen Menschen transformiert.

Quelle:  https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/biohacker-matthias-dippl-ich-hatte-burnout-und-war-am-ende-dann-hackte-ich-meinen-eigenen-koerper_id_10733240.html

Sonntag, 28. April 2019

„Phönix“ hilft Ausgebrannten aus der Asche


Eine Selbsthilfegruppe soll Burnout-Patienten aus der Krise helfen. Überlastung und Mobbing sind häufige Ursachen.


Uwe Henschel weiß, wie es ist, wenn man nicht mehr kann. 40 Jahre lang bekleidete er eine leitende Position bei der Firma Hänsel Textil. Die letzten 33 Jahre sei er keinen einzigen Tag krank geschrieben gewesen, berichtet er. Dann kam die Insolvenz, die Transfergesellschaft und nach fünf Monaten – eigentlich „ein großes Glück“ – ein neuer Job mit vergleichbarer Tätigkeit.
Nach vier Jahrzehnten ist der neue Betrieb eine große Umstellung, auch die längeren Arbeitszeiten traut er sich zu: „Es ging direkt mit zwölf Stunden am Tag los“. Dazu kommen noch Bereitschaftsdienste am Wochenende. Uwe Henschel kann nicht mehr abschalten, spürt die Überlastung, der Stress frisst ihn innerlich auf. Schwäche zeigen kommt für ihn aber nicht in Frage, auch körperliche Symptome wie Tinnitus ignoriert er: „Ich wollte es mir selbst beweisen“, sagt er rückblickend.
Erst als ihm beim Autofahren schwarz vor Augen wird, akzeptiert er die Realität. „Ich habe es gerade noch geschafft, rechts ranzufahren“, erinnert er sich und weiß genau, dass die Sache anders hätte ausgehen können. Uwe Henschel meldet sich nach Jahrzehnten zum ersten Mal krank, jetzt aber auf unbestimmte Zeit. Diagnose: Burn-out. Das war im Oktober 2017.
Als gesund bezeichnet er sich heute nicht, aber im Vergleich zu damals gehe es ihm besser. Geholfen haben eine Therapie und eine Reha. Darüber hat er Bernd Schartau kennengelernt, der seit 2015 als Reha-Berater bei der IKK classic arbeitet. Fälle wie Uwe Henschel kennt er viele: „Von der Reinigungskraft bis zum Geschäftsführer ist alles dabei.“ Weil er von den Betroffenen weiß, dass sie auch nach einer Reha oft noch lange mit der Krankheit zu kämpfen haben und die Wartezeiten für Therapieplätze lang sein können, hat er einige von ihnen zusammengeführt, zur Selbsthilfegruppe „Phönix“. Der Name ist Programm: Wie der Vogel aus der griechischen Mythologie sollen die Teilnehmer aus der Asche wieder auferstehen.

Kollegen können genau so krank machen wie die Arbeit

Wie wertvoll der Erfahrungsaustausch ist, hat auch Iliane (Name geändert) gelernt. „Im Alltag spricht keiner darüber, aber wenn das Thema doch mal angeschnitten wird, erzählen überraschend viele von ähnlichen Problemen.“ Die Mittfünfzigerin hatte einen Bürojob, der ihr echte Freude machte, wie sie berichtet. Die Arbeit sei immer mehr geworden, das habe sie schon belastet. Was sie krank gemacht hat, war allerdings etwas anderes, ist sie überzeugt.
„Damals wollte ich es nicht wahrhaben, aber ich wurde systematisch gemobbt“, sagt sie. Eine einzelne Kollegin, die sie vom ersten Tag an abgelehnt habe, hätte sie immer wieder beim Chef angeschwärzt und nach und nach die Abteilung auf ihre Seite gezogen. Im Hintergrund stand eine private Verstrickung, vermutet Iliane. Die endlosen Sticheleien und fehlende Unterstützung von Vorgesetzten bleiben schließlich nicht ohne Folgen. Iliane kann nicht mehr schlafen, geht mit einem immer schlechteren Gefühl ins Büro. Konzentration und Motivation lösen sich auf bis zur völligen Blockade: „Eines Tages saß ich an meinem Schreibtisch und konnte die nächste Akte nicht öffnen. Es ging einfach nicht“, berichtet sie und ringt um Fassung. „Die letzten Tage habe ich nur noch geweint.“
In der Phönix-Gruppe seien viele Freundschaften entstanden, berichten die beiden Mitglieder. In ihrem privaten Umfeld finden Betroffene nicht unbedingt Verständnis, denn Halbwissen und Vorurteile zu psychischen Erkrankungen sind noch immer weit verbreitet. „Keiner konnte damit etwas anfangen“, berichtet Iliane. Auch in Uwe Henschels weitem Bekanntenkreis verstand damals niemand, was mit ihm los war. Die „Feuervögel“ möchten ihre Erfahrungen weitergeben – damit auch anderen die Auferstehung gelingt. Iliane ist froh, voraussichtlich bald wieder arbeiten zu können. In einem anderen Betrieb.
>>> „Gestärkt aus der Erschöpfungskrise“
Die Selbsthilfegruppe „Phönix“ trifft sich jeden ersten und dritten Dienstag im Monat von 17 bis 19 Uhr in den Räumen der IKK an der Handwerkerstraße 4.
Informationen erhalten Betroffene von Bernd Schartau unter 02371/9585-39487 oder per E-Mail an: shgphoenix@web.de
 
Quelle: https://www.ikz-online.de/staedte/iserlohn/phoenix-hilft-ausgebrannten-aus-der-asche-id216728095.html

Höher, schneller, Burnout


Zahl der Krankentage bei psychischen Beschwerden binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Linke und DGB werfen Bundesregierung Untätigkeit vor

Höher, schneller, besser – und davon immer mehr: Der Konkurrenzkampf am Arbeitsmarkt ist hart. Der Leistungsdruck wächst, und viele Lohnabhängige müssen sich immer stärker auch geistig und emotional in den Prozess einbringen. Das wirkt sich auf die Psyche aus. Überlastung, Depression, Burnout heißen die modernen Diagnosen. So verzeichneten die Krankenkassen 2017 mit 107 Millionen bereits mehr als doppelt so viele Krankentage aus diesen Gründen wie noch zehn Jahre zuvor (knapp 48 Millionen). Das geht aus einer Antwort der Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) an die Fraktion Die Linke im Bundestag hervor, die jW vorliegt.
Damit sind seelische Probleme nach Muskel- und Skeletterkrankungen der zweithäufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit. Am häufigsten davon betroffen sind den Daten zufolge ältere Beschäftigte. So fehlte jeder Mann zwischen 60 bis 64 Jahren 2008 im Schnitt 1,26 Tage pro Jahr wegen psychischer Probleme. Im Jahr 2017 waren dies bereits 4,34 Tage pro Jahr und Kopf. Bei Frauen dieser Altersgruppe stieg die Zahl der Krankentage pro Person im selben Zeitraum von 1,26 auf 2,9. Für die Frühverrentung sind seelische Erkrankungen sogar die häufigste Ursache. Im vorvergangenen Jahr betraf dies mit 71.300 Menschen rund 43 Prozent der vorzeitig wegen geminderter Erwerbsfähigkeit aus dem Beruf Ausgeschiedenen.
Auch branchenbezogen gibt es große Unterschiede. Das BMAS zitiert dazu aus Befragungen durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Danach befördern vor allem gravierender Termin- und Leistungsdruck, sehr hohes Arbeitstempo, besondere emotionale Anforderungen und häufige Unterbrechungen der Tätigkeit psychische Erkrankungen. Dem fühlten sich besonders Sozialarbeiter, Lehrer und Freiberufler im wissenschaftlichen und technischen Bereich ausgesetzt, gefolgt von Beschäftigten in der Gastronomie, der Versicherungsbranche, im Logistik- und Transportgewerbe sowie im IT-Bereich.

Diese Entwicklung wird auch für das Kapital zum Bumerang. In ihrem letzten Jahresbericht schätzte die BAuA die Kosten für dadurch bedingten Ausfall in der Produktion und der Bruttowertschöpfung auf insgesamt knapp 34 Milliarden Euro. Zehn Jahre zuvor lag diese Summe noch bei rund 12,4 Milliarden Euro. In diesem Zeitraum stieg auch der Anteil der durch psychische Probleme verursachten an allen krankheitsbedingten wirtschaftlichen Ausfallkosten von elf auf 16 Prozent.
Auf die Frage nach einem schriftlichen »Konsens« zwischen Politik, Arbeiter- und Unternehmensvertretern aus dem Jahr 2013 gab sich das BMAS reserviert. Es gebe noch Prüfbedarf, teilte es mit. Und: »Betriebliche Gehaltslösungen könnten eher zum Ausgleich von Anforderungen vorhandenen Ressourcen beitragen.« Damals hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), das BMAS und die Arbeitgeberverbände zwar ein »gemeinsames Grundverständnis von psychischer Belastung in der Arbeitswelt« bekundet. Letztere hatten allerdings eine vom DGB vorgeschlagene Antistressverordnung abgelehnt und sich lediglich bereit erklärt, mit den Kassen stärker zu kooperieren. Das verpflichtet sie jedoch zu nichts.
Die Linke-Abgeordnete Jutta Krellmann spricht sich ebenfalls für eine solche Verordnung und flächendeckende Arbeitsschutzkontrollen aus, da »Beschäftigte über ihre Belastungsgrenze getrieben« würden. Unternehmen setzten sie immer stärker unter Druck und forderten mehr Flexibilität. »Auch der ökonomische Schaden wird größer, und die Bundesregierung schaut Däumchen drehend zu«, kritisierte Krellmann. Konsequenzen forderte auch DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Sie bezeichnete die Untätigkeit der Regierung als »Frechheit«. »Flexibilität, Arbeitsstress und Verdichtung als Risikofaktoren für psychische Erkrankungen befinden sich seit Jahren auf hohem Niveau, und dieses Problem wird sich nicht von selbst in Luft auflösen«, so Buntenbach.

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/351861.h%C3%B6her-schneller-burnout.html

Mit Zimmerpflanzen gegen Depressionen

Zimmerpflanzen galten lange als spießig und verstaubt. Jetzt kehren sie zurück als grüne Gefährten in Sozialen Netzwerken.
 
Katzendamen sind passé. „Plant lady is the new cat lady“, steht auf der grünen Brosche in Form eines Pflanzenblatts, die auf einem Pinboard in Sarah Remskys Wohnung befestigt ist. Remsky ist 25, angehende Journalistin, hat in Köln, London und Berlin gelebt, studiert Internationale Beziehungen an der FU Berlin – und: Ihr Zuhause ist ein urbaner Dschungel.
Anzeige
Anzeige
50 bis 60 Pflanzen ranken sich aktuell in Remskys 45-Quadratmeter-Wohnung in Wedding die Wände hoch. „Normalerweise sind es doppelt so viele“, erzählt Remsky, doch die eine Hälfte steht schon in Köln bei ihrem Vater, wo die Studentin ihre Masterarbeit schreiben wird. Mit einem Kombi hat er sie dorthin transportiert. Wenn ihr Vater die Pflanzen hütet, hat sie ein gutes Gefühl. „Er hatte schon immer einen grünen Daumen“, sagt sie. Obwohl er selbst eher Drachenbäume oder Grünlilien hat, „so typische 90er- Jahre-Spießer-Zimmerpflanzen, die rumstehen und verstauben“, sagt Remsky und rollt nachsichtig mit den Augen.

Die Zimmerpflanzen von Remsky sind alles andere als gewöhnlich. Sie sind exotisch, kommen aus Thailand, Brasilien oder Kolumbien, haben klingende Namen wie Alokasie, Calathea oder Begonia Corallina und sie brauchen eine ganz besondere Fürsorge. Kurzum: Sie sind die Perserkatzen unter den Zimmerpflanzen. Tagsüber stehen sie im Rampenlicht diverser Vollspektrum- oder Blau-Rot- Spektrum-Lampen – Lichtquellen, die die Fotosynthese unterstützen.

Der Luftfeuchtigkeitsmesser auf einem der Pflanzenregale zeigt 37 Prozent. „Oh, das ist viel zu wenig, es sollten 60 oder 70 Prozent sein“, sagt Remsky, springt auf und schaltet ein Gerät an, das nun anfängt, nach und nach kalten Dampf zu versprühen. „Der Luftbefeuchter wurde eigentlich für Babyschlafzimmer entwickelt“, erklärt Remsky.

Angefangen hat alles mit einer Monstera

Tatsächlich versteht sie sich als Pflanzenmama. Auf Instagram postet sie unter dem Namen @misscalathea und verwendet unter ihren Bildern Hashtags wie #proudplantmom, #crazyplantlady oder #planterina. Und damit ist sie keine Einzelgängerin. Unter dem Hashtag #urbanjungle finden sich mehr als zwei Millionen Bilder von sogenannten Plantstagrammern.
Tropische Zimmerpflanzen erobern die sozialen Netzwerke und die Großstädte. Ein städtischer Urwald in den eigenen vier Wänden, ein grüner Rückzugsort inmitten von Beton und Trubel. „Man enturbanisiert sich zu Hause“, so beschreibt es Remsky. Menschen wie sie holen sich den Dschungel nach Berlin. Oder nach New York, nach London oder Melbourne.
Angefangen hat das bei Remsky im vergangenen August mit einer Monstera. Damals hatte sie keinen Schimmer, dass diese mondäne Pflanze mit den auffällig geschlitzten tiefgrünen Blättern den Namen Monstera trägt und dass Remsky selbst einmal diverse Monstera-Blätter aus Ton formen und sich ins Regal stellen oder montags auf Instagram Bilder zum #monsteramonday posten würde. Remsky befand sich in einer beginnenden Depression und wollte sich etwas Gutes tun. Sie hatte die Pflanze bei einem Inneneinrichtungsblogger gesehen, fand sie schick, ging in den Baumarkt und kaufte sich ein Exemplar des In-Grüns.
 

Als die Pflanze kurz darauf ihre schicken Blätter hängen ließ und drohte einzugehen, packte Remsky der Ehrgeiz. Zu lieb hatte sie ihre Monstera schon gewonnen. Eine Freundin riet ihr, sie zu trimmen, Pflanzenlampen zu besorgen. „Probier’s doch mal mit einer Sansevieria, einem Gummibaum, mit Balsamäpfeln oder mit Glücksfedern“, riet ihr die Freundin. „Das sind Anfängerpflanzen, die kann man auch mal einen Monat vergessen.“ Damit begann Remskys Shoppingtour.
1500 Euro hat sie ihre neue Leidenschaft seit August gekostet. Und ein paar Stunden Arbeit pro Woche. „Es ist weniger als man denkt“. Remsky lacht. „Ich weiß, es ist ein etwas nerdiges Hobby“, sagt sie. „Aber die Pflanzen haben mir geholfen, meine Depression in den Griff zu bekommen.“ Ihre Calathea-Sammlung hat sie besonders in ihr Herz geschlossen – „auch wenn es sich immer so anfühlt, als würde ich die anderen betrügen“, sagt sie. „Oh, Du kriegst ja wieder ein neues Blatt!“, ruft sie freudig, als sie ihre Calathea Makoyana vom Regal holt. Noch so eine Designpflanze.

Sie tauscht Ableger mit anderen Instagrammern

Im Regal finden sich auch Buchtitel wie „How to raise a plant and make it love you back“ oder „Wild at Home“. Heute geht Remsky kaum noch in den Baumarkt, wenn sie eine Pflanze sucht. Die allermeisten findet sie online. Oder sie tauscht Ableger ihrer Pflanzen mit anderen Instagrammern. Einen „Swap“ nennt man das in der Community. Dort erstellen die User sogenannte „Wish Lists“.
Inzwischen gibt es in Berlin Anlaufpunkte für Menschen wie Remsky: das Pflanzencafé „The Greens“ in der Alten Münze in Mitte. Oder die Pflanzenläden „Botanical Room“ in Kreuzberg und den „Plant Circle“ in Neukölln. Bei Monika Kalinowska, der Inhaberin vom Plant Circle, hat Remsky diverse Kurse besucht.
Darunter einen Keramik-Workshop, schließlich brauchen die Pflanzen ja auch Töpfe, oder einen zum Thema „Wie mache ich meine eigene Erde?“. Alles auf Englisch, denn Kalinowska stammt aus Polen und wie viele Hipster-Hypes ist auch diese Szene in Berlin international.

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/instagrammerin-sarah-remsky-mit-zimmerpflanzen-gegen-depressionen/24188614.html