Mittwoch, 7. August 2019

Ausgesorgt durch Sporterfolge? Burnout machte Sven Hannawald Strich durch Rechnung

 

Für den ehemaligen Skispringer Sven Hannawald ist seine Familie mit der Geburt von Töchterchen Liv am 17. Mai 2019 vollständig.
„Es hat vorher noch etwas gefehlt, und jetzt fühlt es sich komplett an. Unser Haus wird jetzt auch bald fertig. Alles, wovon ich immer geträumt habe, eine Familie mit der richtigen Frau, ist jetzt Wirklichkeit geworden“, sagte er in einem Interview des Magazins "Bunte". Mit den zwei Kindern sei es nun aber auch eine „große Herausforderung“.

Hannawald freut sich über Geburt einer Tochter

Der 44-Jährige, der als erster Deutscher alle vier Springen innerhalb einer Vierschanzentournee gewinnen konnte, ist froh, dass mit Liv ein Mädchen gekommen ist. „Sonst würden wir vielleicht über ein drittes Kind nachdenken“. Er sei jedoch den ganzen Winter von Donnerstag bis Montag für den TV-Sender Eurosport unterwegs. „Mit drei Kindern undenkbar“. Sohn Glen kam vor zwei Jahren auf die Welt.
Nach der Komplettierung der Familie wird sich der Sportler sogar passende Tattoos zulegen. „Ich möchte die Koordinaten von Glens und Livs Geburt tätowieren lassen. Für größere Sachen bin ich nicht der Typ.“

Wegen Burnout: Hannawald hat noch nicht ausgesorgt

Gegenüber der "Bunten" räumt Hannawald auch mit der Meinung auf, er habe als Spitzensportler finanziell bereits in jungen Jahren ausgesorgt. Er habe seine Karriere wegen eines Burn-outs abrupt beenden müssen. Hätte er noch einige Jahre weiterspringen können und genügend Preisgelder und Werbeeinnahmen erzielt, müsste er sich keine Sorgen mehr machen. „Diese Zeit fehlt mir. Und ein Haus im Münchner Raum baut sich auch nicht von selbst.“

Quelle: https://www.focus.de/sport/mehrsport/ex-skispringer-ausgesorgt-durch-sporterfolge-burnout-machte-sven-hannawald-strich-durch-rechnung_id_11004913.html

Montag, 5. August 2019

Nur diese Schokolade hilft gegen Depressionen


Kann Schokolade bei Depressionen helfen?

Im April 2010 schrieb der Spiegel „Depressive essen mehr Schokolade. Welche Rolle spielt Schokolade bei einer Depression? Eine Studie hat jetzt ergeben, dass depressive Menschen einen stark erhöhten Schokoladenkonsum aufweisen. Die Forscher rätseln, ob die Süssigkeit die Krankheit verursacht oder verhindert“ (1).
Fast zehn Jahre später erschien im Juli 2019 eine Studie (2) der University College London im Fachmagazin Depression and Anxiety, in der geradewegs das Gegenteil festgestellt wurde, nämlich das Glückliche mehr Schokolade essen und Depressive so gut wie gar nicht.
Es sei ausserdem die erste Studie, in der man untersucht habe, wie sich verschiedene Schokoladensorten auf Depressionen auswirken können, so die Forscher. Denn das Risiko für eine Depression sinkt merklich, wenn man Schokolade isst, aber nur bei einer ganz bestimmten Sorte.

Wer dunkle Schokolade isst, hat seltener Depressionen

Die Wissenschaftler werteten die Daten von 13.626 Erwachsenen aus der US National Health and Nutrition Examination-Studie in Bezug auf den Schokoladenkonsum und den psychischen Zustand der Teilnehmer aus. Andere mögliche Einflüsse auf die Stimmung wurden berücksichtigt, etwa Bildung, Sport, Einkommen, Gewicht, Rauchen und chronische Beschwerden – um sicher zu gehen, dass wirklich ausschliesslich die Wirkung der Schokolade erkannt werden konnte.
In der Gruppe, die nie Schokolade ass, litten 7,6 Prozent der Befragten an Depressionen. In der Milchschokolade-Gruppe waren es nur geringfügig weniger, nämlich 6,2 Prozent. Von jenen aber, die dunkle Schokolade naschten, waren nur 1,5 Prozent depressiv. Ihr Risiko, Depressionen zu erleiden, war um 70 Prozent geringer als bei jenen, die keine Schokolade mochten. Es kommt also offenbar sehr darauf an, welche Art Schokolade man präferiert.
 
Quelle: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/news/dunkle-schokolade-stimmung-190805085.html

Kommunikation verrät den Gemütszustand


Die Häufigkeit und Zeiten der Nutzung des Smartphones sowie die Wortwahl in der Kommunikation verraten einiges über den Nutzer

Erste Anzeichen einer Depression sind vor allem bei Kindern und Jugendlichen oft erst zu erkennen, wenn es schon eine »richtige« Depression ist, weiß der Tübinger Psychologe Stefan Lüttke. Um die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen oder Rückfälle zu vermeiden, hat der Wissenschaftler mit seinem Team ein Frühwarnsystem in Form einer App entwickelt. »Aus der Forschung wissen wir, dass Menschen in einer depressiven Phase ›anders‹ schreiben als sonst«, sagt Lüttke.

Sie verwenden zum Beispiel eher negative oder absolute Wörter wie »nie« und »kein«, »alles« und »immer« sowie häufiger die Ich-Form. Sie brauchen länger, um auf Nachrichten zu antworten und lassen ein Schwarz/Weiß-Denken erkennen. Über eine Studie will der Wissenschaftler nun herausfinden, ob sein Konzept, Betroffenen über das Smartphone erste Hilfe anzubieten, funktioniert. (GEA)

Quelle: https://www.gea.de/neckar-alb/kreis-tuebingen_artikel,-kommunikation-verr%C3%A4t-den-gem%C3%BCtszustand-_arid,6158933.html

Sonntag, 4. August 2019

Mehr und mehr Kinder fallen ins Burnout — selten sind Helikopter-Eltern schuld daran


Vor einigen Jahren saß Michael Schulte-Markwort einem Neunjährigen gegenüber, der zu ihm sagte: „Wenn ich den Übergang aufs Gymnasium nicht schaffe, dann ist mein Leben gelaufen.“ Schulte-Markwort ist ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. In seinen Sprechstunden hatte er es bis dahin eher mit älteren Patienten zu tun gehabt, die solche Sätze sagten, mit Jugendlichen, vor allem Mädchen, kurz vor dem Abitur.

Vor einigen Jahren saß Michael Schulte-Markwort einem Neunjährigen gegenüber, der zu ihm sagte: „Wenn ich den Übergang aufs Gymnasium nicht schaffe, dann ist mein Leben gelaufen.“ Schulte-Markwort ist ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. In seinen Sprechstunden hatte er es bis dahin eher mit älteren Patienten zu tun gehabt, die solche Sätze sagten, mit Jugendlichen, vor allem Mädchen, kurz vor dem Abitur.

Zwischen drei und fünf Prozent aller Minderjährigen in Deutschland leiden laut Schulte-Markwort an einem Burnout, also einer Erschöpfungsdepression. Der typische Verlauf: „Anfangs haben die Kinder oft Konzentrationsstörungen“, sagt er. „Das führt dazu, dass sie einen Leistungstrieb entwickeln – sie lernen und arbeiten immer mehr. Irgendwann kommen Schlaf- und Appettitstörungen dazu, es stellt sich Erschöpfung und Traurigkeit ein. Dann werden die Kinder antriebslos, kommen überhaupt nicht mehr weiter.“

Helikopter-Eltern sind selten Schuld am Burnout

Der erste Gedanke: Sicher sind der Auslöser überehrgeizige Eltern, „pushy parents“ nennt Schulte-Markwort sie. Diese nervigen Mütter und Väter, die ihre Kinder zu schulischen Höchstleistungen antreiben und sie nachmittags dann zu Geigenunterricht, Spanischstunden und Judotraining schicken. Doch wer sie verdächtigt, liegt falsch. Die meisten Eltern, sagt Michael Schulte-Markwort, wollen ihr Kind nicht überfordern, sondern schützen, und sagen ihm: „Für uns musst du das nicht tun.“ Die Kinder zwingen sich selbst, mehr zu leisten, bessere Noten zu schreiben, ein Einserabi zu schaffen. Aber warum?

„Weil die Eltern ihnen diesen Leistungsdruck vorleben, oft unbewusst“, sagt Michael Schulte-Markwort. Viele Kinder wachsen mit Müttern und Vätern auf, die sich zwischen Job und Kindererziehung fast zerreißen. Mit erschöpften Erwachsenen voller Zukunftsängste. Wenn Mama sagt: „Ich weiß nicht, ob ich die Auflage meiner Zeitung halten kann“ oder Papa um die Rendite seiner Firma fürchtet, dann kriegen Kinder das mit. Und bekommen selbst Angst, später einmal erfolglos zu sein.
Lest auch: Eine Psychologin erklärt, warum manche Kinder nicht einschlafen und was Eltern dagegen tun können
Dass viele Kinder so denken, bestätigt auch der Präventionsradar 2018 der Krankenkasse DAK. „Meine Schulleistungen sind wichtig und können mein ganzes Leben bestimmen“: Diesem Satz stimmten 80 Prozent der befragten Kinder zu. Klingt nach Stress – und ist es auch. Die Schule ist für alle befragten Kinder die größte Stressquelle in ihrem Leben, unabhängig von Altersgruppe oder Schulform. Und das ist schwierig zu ändern, meint Michael Schulte-Markwort – außer man krempelt das gesamte System um. „Deutsche Pädagogik orientiert sich immer an Defiziten“, sagt er. „Die Lehrer hier sagen den Kindern nur, dass sie von 50 Wörtern 20 falsch geschrieben haben. Nicht, dass 30 richtig waren.“ Es sei kein Wunder, dass Kinder in Deutschland reihenweise demotiviert seien und keine Lust auf Schule hätten.
Was richtig wäre, machen andere Länder vor. Michael Schulte-Markwort hat mit vielen Kindern gesprochen, die von einem Austauschjahr in angloamerikanischen Ländern zurück nach Deutschland gekommen waren. Er fragte sie: „Was war der größte Unterschied in der Schule?“. Die Lehrer dort, erzählten ihm die Kinder, hätten nicht auf Fehlern der Schüler herumgehackt. „Wenn die Kinder in einer Aufgabe etwas falsch machten, dann kam manchmal der Lehrer zu ihnen, um sich zu entschuldigen, dass er es vorher wohl nicht richtig erklärt habe“, sagt Schulte-Markwort. „In Deutschland würde man das für einen Witz halten. Kein Lehrer würde das machen.“
Doch was können Eltern tun, um gestresstem Nachwuchs zu helfen? Das Thema „Leistung“ einfach manchmal auszuklammern, könnte schon viel bewirken. Kinder, sagt Schulte-Markwort, brauchen Zeit mit ihren Eltern. Er lasse Vater, Mutter und Kind deswegen oft jeweils ihren eigenen Stundenplan aufschreiben. Anschließend legen alle ihren Tagesablauf nebeneinander. Gemeinsam mit dem Psychiater suchen sie dann nach „Inseln der Gemeinsamkeit“. Wer ist wann mit wem zusammen? Wo ist noch Raum für gemeinsame Zeit?
Es muss Phasen geben, wo alle gemeinsam am Tisch sitzen und essen, sagt Schulte-Markwort. Und dabei können Eltern und Kinder auch über den nächsten Schwimmbadausflug reden statt über die anstehende Klassenarbeit.

Quelle: https://www.businessinsider.de/burnout-bei-kindern-nicht-immer-sind-die-eltern-schuld-2019-8?IR=T

Freitag, 2. August 2019

Top-Golferin berichtet von Burnout

 

Die ehemalige Golf-Weltranglistenerste Park In Bee hat erklärt, in der Vergangenheit an einem Burnout gelitten zu haben. Wie die 31-jährige Südkoreanerin vor der am Donnerstag beginnenden British Open in Woburn erklärte, habe sie wegen der Erkrankung zwischenzeit- lich einen Verzicht ihrer Titelverteidigung bei Olympia 2020 in Tokio in Erwägung gezogen

Als Konsequenz habe sie ihren Turnierplan um ein Drittel reduziert. Weiterhin nehme sie sich "jetzt mehr Zeit, um nach Hause zu gehen und Spaß zu haben. Wenn du nicht spielst, merkst du, wie sehr du es vermisst. Ich bin vielleicht nicht mehr so gut wie vorher, aber es geht darum, es zu genießen und mein Selbstvertrauen zurückzugewinnen", erklärte sie.
Park gewann zwischen 2013 und 2015 sechs von sieben Major-Turnieren und führte die Weltrangliste souverän an


Quelle: https://www.n-tv.de/incoming/Top-Golferin-berichtet-von-Burnout-article21179916.html

 

Donnerstag, 1. August 2019

Krankschreibungen durch Depressionen steigen: Doch Probleme werden oft belächelt


Der DAK-Psychobericht 2019 zeigt, dass sich die Zahl der Fehltage durch psychische Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten verdreifacht hat. Arbeitgebern fehlt es an Sensibilisierung.

Psychische Erkrankungen sind ein Problem unserer Gesellschaft, dass von einigen inzwischen zwar offen kommuniziert wird, jedoch in vielen Kreisen immer noch ein Tabu darstellt. Dieser Status führt dazu, dass sich die Situation der Betroffenen noch weiter verschlimmert, weil sie sich entweder nicht trauen über ihre Probleme zu sprechen oder gar ausgegrenzt werden. Dabei zeigt der DAK-Psychoreport 2019 eindeutig, dass psychische Erkrankungen ernst genommen werden müssen, denn: Die Anzahl der Krankschreibungen aufgrund von Depressionen und Co. hat sich in den letzten Jahren mehr als verdreifacht. Für den Bericht wurden die Daten von 2,5 Millionen Erwerbstätigen ausgewertet,

Depressionen und Anpassungsstörungen als Hauptauslöser

2018 war jeder 18. Arbeitnehmer wegen einer psychischen Erkrankung krankgeschrieben. Hochgerechnet kommt man auf einen Wert von 2,2 Millionen Betroffenen. Im letzten Jahr lagen psychische Erkrankungen auf dem dritten Platz der häufigsten Krankheitsursachen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies 236 Fehltage pro 100 Arbeitnehmer. Die meisten Krankschreibungen verursachten dabei Depressionen mit 93 Fehltagen pro Arbeitnehmer, direkt gefolgt von Anpassungsstörungen mit 51 Tagen. Besonders letztere verzeichneten in den vergangenen Jahren einen enormen Anstieg. Grund hierfür ist, laut DAK-Vorstandschef Andreas Storm, dass Betroffene sich von ihren Ärzten mehr ernst genommen fühlen. In den meisten Praxen sind psychische Leiden kein Tabu mehr und dementsprechend erfolgen auch eher Krankschreibungen dahingehend.

Die Zahl der Fehltage aufgrund von Burnout sei in den letzten sechs Jahren stark gesunken. Jedoch wurde 2018 wieder ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet mit 5,3 Fehltagen je Versicherten. Besonders im Alter nimmt die Diagnose Burnout wieder zu. Arbeitnehmer über 60 leiden häufiger daran und verzeichnen neun Fehltage. Der Anstieg der Krankschreibungen wegen Burnouts – das Syndrom wurde von der WHO erst dieses Jahr als Krankheit anerkannt – sollte, trotz der niedrig klingenden Zahl, ernst genommen werden. Besonders Arbeitnehmer stehen hier in der Verantwortung ihre Mitarbeiter zu entlasten und zu unterstützen. Schritt eins dafür ist es, psychische Erkrankungen anzuerkennen und vorzubeugen.

Unterschiede nach Geschlecht, Branche, Bundesland 

Wenig überraschend gibt es auch eine Gender Gap in diesem Bereich des Lebens. Frauen werden fast doppelt so oft krankgeschrieben wie Männer. So verzeichnen die weiblichen Erwerbstätigen 298 Fehltage, die männlichen lediglich 183. Die Ursache dafür ist nicht, dass Frauen „weicher“ sind als Männer, sondern sich eher eingestehen, dass sie ein Problem haben. Tatsächlich scheinen die Themen Burnout, Depression und Co. in Männerkreisen stärker verpönt zu sein und ein Zeichen von „Schwäche“ darzustellen. So ist es nicht verwunderlich, dass männliche Betroffene sich ihre Krankheit teilweise nicht eingestehen und somit auch keinen Arzt aufsuchen.

Ein Blick auf die verschiedenen Branchen verrät, dass besonders die öffentliche Verwaltung und das Gesundheitswesen unter psychischen Erkrankungen leiden. So kamen beim erstgenannten 358 Fehltage auf 100 Arbeitnehmer, bei letzterem 236 Fehltage. Außerdem werden Erwerbstätige im Saarland am häufigsten wegen psychischer Leiden krankgeschrieben, dich gefolgt von Bremen und Berlin. Umgekehrt verzeichnet Bayern die wenigsten Fehltage nach entsprechender Diagnose.

Das Bewusstsein für psychische Erkrankungen ist in den letzten Jahren gestiegen und das Thema immer weiter aus der Tabuzone gerückt. Von einer weitgehenden Akzeptanz kann jedoch noch lange nicht die Rede sein. Vielen Unternehmen, aber auch Einzelpersonen, fehlt es an Sensibilisierung. Nichtsdestotrotz ist es gut, dass immer mehr Betroffene sich bei ihrem Arzt sicher fühlen und sich ihre Probleme eingestehen – und sich vor allem krankschreiben lassen, um diese beispielsweise zu behandeln oder ihnen mit Hilfe entgegenzutreten. Je mehr Aufklärungsarbeit betrieben wird, umso mehr Akzeptanz und vor allem Hilfe können Betroffene erfahren. Und so hören vielleicht auch die sinnfreien Ratschläge wie „Sei doch nicht so weich/sensibel/traurig/gestresst“ irgendwann auf und entwickeln sich zu einer ernsthaft helfenden Hand.

Quelle: https://onlinemarketing.de/jobs/artikel/dak-psychoreport-krankschreibungen-durch-depressionen-steigen-probleme-belaechelt

Mittwoch, 31. Juli 2019

Lehrer mit Burnout in Krankenhaus eingeliefert, weil er in den Sommerferien so viel Unterricht vorbereitet hat


Berlin (dpo) - Am vergangenen Wochenende wurde ein Lehrer des Axel-Schulz-Gymnasiums in Berlin ins Krankenhaus eingeliefert. Er hatte einen akuten Fall von Burnout erlitten, während er in den Sommerferien Unterricht vorbereitete. Die Lehrergewerkschaft ist alarmiert und fordert gesonderte Erholungspausen zusätzlich zu den als besonders arbeitsintensiv geltenden Schulferien.
Mittlerweile geht es Michael Koch (32) wieder besser. Die Erschöpfung, die ihn so plötzlich überfallen hat, ist weg. Koch kann sich bereits wieder aufrichten und erste, zur Entspannung verordnete Cocktails schlürfen.

"Die Leute haben gar keine Ahnung, wie hart wir Lehrer in den Sommerferien arbeiten müssen", erklärt Koch, der Englisch und Geschichte unterrichtet. "Schon während der Schulzeit ist es hart. Wir haben zum Teil bis zu 25 Stunden Arbeit pro Woche. Also Dreiviertelstunden jetzt. Und dann kommen noch Korrekturen, Elternabende und Unterrichtsvorbereitung dazu."
Doch in den großen Sommerferien sei es besonders schlimm. Immerhin müsse in dieser Zeit das komplette kommende Schuljahr vorbereitet werden. "Und das in nur sechs Wochen! Jeder, der mal sechs Wochen am Stück Urlaub hatte, weiß, dass man in der kurzen Zeit nichts schaffen kann. Und anders als im Unterricht kann ich nicht einmal den Videowagen reinrollen und einen Film anmachen, wenn ich keine Lust habe."
Besonders erschwerend kommt hinzu: Oft bleiben Lehrern von den sechs Wochen nur vier, weil sie zwei Wochen im Urlaub verbringen: "Das ist für uns nunmal die einzige Chance zum Verreisen; also abgesehen jetzt von den Weihnachtsferien, den Winterferien, den Osterferien und den Herbstferien."
Michael Koch ist nun für mindestens sechs Monate krankgeschrieben. "Aber keine Sorge, ich faulenze in der Zeit nicht, sondern werde jede Sekunde damit verbringen, das zweite Halbjahr vorzubereiten."

Quelle: https://www.der-postillon.com/2019/07/burnout-sommerferien.html