Mittwoch, 4. September 2019

Kranker Körper – kranke Seele: Wie das Immunsystem Depressionen auslösen kann


Bei manchen Menschen mit einer Depression oder Schizophrenie steckt hinter den Symptomen das Immunsystem. Das könnte neue Behandlungsansätze ermöglichen.

Hannover
Gleich an mehreren Fronten hatte die 55-jährige Frau aus Berlin zu kämpfen. Sie schlug sich nicht nur mit Übergewicht herum, sondern steckte auch im tiefen dunklen Loch einer chronischen Depression. Als sie sich an der Berliner Charité bei Psychiater Christian Otte und seinen Kollegen in Behandlung begab, machten diese eine interessante Entdeckung. Die Patientin hatte leicht erhöhte Werte eines Eiweißes, das Entzündungen im Körper anzeigt. "Unsere Vermutung war, dass Entzündungen bei ihrer chronischen Depression auch eine Rolle spielen", sagt Christian Otte. „Fettleibigkeit geht oft mit einer chronischen unterschwelligen Entzündung einher“, erklärt der Psychiater. „Denn die Fettzellen produzieren entzündungsfördernde Stoffe." Das wiederum könnte Auswirkungen auf die grauen Zellen der Patientin gehabt haben. Schließlich steht das Immunsystem – mit seinen Entzündungsreaktionen – im Austausch mit dem Gehirn. Möglicherweise sorgten die entzündungsfördernden Stoffe dafür, dass sich die Produktion und Freisetzung des wichtigen Hirnbotenstoffs Serotonin veränderte, der bei Depressionen eine Rolle spielt.
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Das Beispiel der 55-Jährigen Frau aus Berlin ist bezeichnend. Denn mittlerweile haben Forscher eine antike Weisheit wiederentdeckt: "Mens sana in corpore sano – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper." Ist der Körper hingegen krank, leidet auch die Seele. Nicht selten spielt ausgerechnet das Immunsystem einen unrühmlichen Part bei der Entstehung von seelischen Störungen. „Den Zusammenhang etwa zwischen Immunsystem und Depression kennt man im Grunde aus der eigenen Erfahrung“, sagt der Neurowissenschaftler Stefan Gold von der Berliner Charité. Denn wenn man eine richtige Grippe habe, sei man oft schon einige Tage vor dem Ausbruch ziemlich übellaunig und ziehe sich zurück. "Das Immunsystem signalisiert dem Gehirn gewissermaßen, sich auf das Problem der Infektion zu konzentrieren und das Verhalten zu ändern."
Aus klinischer Erfahrung und Studien wissen Forscher: Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose, bei denen das eigene Immunsystem verrückt spielt, kämpfen häufig mit Depressionen. Das lässt sich nicht alleine mit der geringeren Lebensqualität infolge der Schmerzen erklären. Umgekehrt zeigt sich: Verabreicht man Patienten mit entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma antientzündliche Medikamente, werden sie weniger depressiv. Genau darauf setzte auch Christian Otte bei der Behandlung seiner 55-jährigen Patientin mit Depressionen. Zusätzlich zu Antidepressiva und Psychotherapie behandelten er und seine Kollegen sie mit einem Statin, einem Cholesterinsenker, der auch ihre Entzündungswerte verringern sollte. Nach dem Aufenthalt in der Klinik in Berlin ging es der Patientin besser. "Wir vermuten, dass dabei auch das Statin mit seiner antientzündlichen Wirkung eine positive Rolle gespielt hat", sagt Otte.
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Rund 500 Kilometer von Berlin entfernt nimmt Manfred Schedlowski am Uniklinikum Essen seit Jahren genauer unter die Lupe, wie Immunreaktionen die grauen Zellen negativ beeinflussen. Zu diesem Zweck fordert der Medizinpsychologe das Immunsystem von gesunden Menschen heraus. Seinen Freiwilligen spritzt er Moleküle aus der Zellhülle bestimmter Bakterien, die eine Immunreaktion auslösen. Allerdings nur in einer relativ geringen Dosis. "Wir wollen die Menschen damit ja nicht schwer krank machen, sondern eine zeitlich begrenzte Immunreaktionen anstoßen", sagt er. "Nach sechs Stunden ist das Theater auch wieder vorbei." Und da zeigt sich nicht nur ein Anstieg von bestimmten Zytokinen, Immunbotenstoffen im Blut. Die Probanden fühlen sich auch niedergeschlagener und ängstlicher. Doch nun kommt das Entscheidende: Im Nervenwasser, das Gehirn und Rückenmark umspült, konnten die Forscher ebenfalls Zytokine nachweisen. Die zunächst ins Blut freigesetzten Zytokine dringen also in die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit vor und gelangen dann wahrscheinlich ins Gehirn. Auf Aufnahmen aus dem Magnetresonanz-Tomografen konnte Schedlowski sehen, dass im Zuge der Entzündungsreaktion Areale im Gehirn stärker aktiv waren, die für die Entstehung von Emotionen wichtig sind. Auch bei anderen psychischen Störungen wie Schizophrenie stießen Forscher immer wieder auf erhöhte Entzündungsmarker im Körper und im Gehirn.
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All diese Erkenntnisse machen Hoffnung auf neue Therapien für Menschen mit seelischen Leiden. Ein Trend in der Psychiatrie geht derzeit dahin, bereits für andere Indikationen zugelassene Medikamente, die in das Immunsystem eingreifen, bei Untergruppen von psychischen Erkrankungen zu testen. In Studien konnten Forscher etwa bei depressiven Patienten beobachten, dass diese nach einer Behandlung mit „Immunblockern“ weniger Symptome zeigten. Doch Stefan Gold, der Berliner Neurowissenschaftler, dämpft mögliche euphorische Erwartungen. "Wer nun auf ein Wundermittel hofft, den muss ich enttäuschen. Denn es gibt Hinweise, dass die Behandlung nur den Patienten hilft, die auch vor der Therapie erhöhte Entzündungswerte haben."
Das ist auch kein Wunder: "Depressionen sind sowohl von der Entstehung her als auch vom Verlauf eine äußerst heterogene Erkrankung", betont Manfred Schedlowski. "So spielen Entzündungen mit Sicherheit eine Rolle als Auslöser bei Depression, das gilt aber längst nicht für alle Depressionen oder depressiven Menschen." Auch bei anderen psychischen Erkrankungen wird nur bei einem Teil der Patienten das Immunsystem der Übeltäter sein. Doch zumindest diese Patienten könnten von den neuen Erkenntnissen profitieren. Zuvor müssen die viel versprechenden Studienergebnisse allerdings noch den Sprung in die klinische Praxis schaffen.

Quelle: https://www.kn-online.de/Nachrichten/Wissen/Kranker-Koerper-kranke-Seele-Wie-das-Immunsystem-Depressionen-ausloesen-kann

Dienstag, 3. September 2019

Depression

Schlafprobleme: So verhalten Sie sich richtig

 
Wer Stress im Beruf hat, wird davon bisweilen bis in den Schlaf verfolgt. Die Probleme können zu Schlafstörungen führen. Eine aktuelle forsa-Umfrage der KKH Kaufmännische Krankenkasse hat ergeben, dass das Grübeln über den Job fast jeden zweiten von rund 1.000 Befragten (41 Prozent) um den allnächtlichen Schlaf bringt.
 
Wer Stress im Beruf hat, wird davon bisweilen bis in den Schlaf verfolgt. Die Probleme können zu Schlafstörungen führen. Eine aktuelle forsa-Umfrage der KKH Kaufmännische Krankenkasse hat ergeben, dass das Grübeln über den Job fast jeden zweiten von rund 1.000 Befragten (41 Prozent) um den allnächtlichen Schlaf bringt. Das Problem: Negativer Stress kann nicht nur psychische Leiden wie Depressionen und Angststörungen, sondern auch Muskel- und Herzerkrankungen verursachen. 37 Prozent werden durch private Probleme um die Nachtruhe gebracht.

Gefährlich: Jeder Achte sagt, dass er kurz vor dem Schlafengehen noch länger mit Smartphone, Tablet oder PC beschäftigt ist und deshalb keine Ruhe findet. Knapp die Hälfte der Befragten lenkt sich sogar mit dem Smartphone ab, um wieder zur Ruhe zu finden. Das ist allerdings völlig kontraproduktiv und kann zu einem Teufelskreis führen: Wer gestresst ist, kann krank werden und dadurch noch schlechter schlafen. Darüber hinaus führt die Digitalisierung dazu, dass viele Angestellte rund um die Uhr und überall erreichbar sind, selbst nach Feierabend. Bedeutet: Man verlernt völlig, sich eine Auszeit zu gönnen.

Die Experten der KKH raten zu Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation sowie zum Hören von Entspannungsmusik, um wieder in den Schlaf zu finden. Berufstätige sollten zudem nicht über den Feierabend hinaus erreichbar sein und in ihrer Freizeit wirklich abschalten. Die KKH rät außerdem dazu, mindestens eine halbe Stunde vor dem Schlafen offline zu gehen. Und: Immer mal wieder ein oder zwei Tage Urlaub zu nehmen, bringt wenig. Um sich richtig zu erholen, sind längere Auszeiten von zwei Wochen oder mehr nötig.
 
Quelle: http://unternehmen-heute.de/news.php?newsid=592383

Ausgebrannt: 8 Anzeichen für ein Burnout!


Stressresistenz wird in fast jeden Beruf gefordert. Allerdings können nur die wenigsten mit dem Druck im Job und im Privatleben umgehen. Im schlimmsten Fall kann dies auch zu einem Burnout führen.

Fühlst du dich nun schon seit einiger Zeit ausgelaugt, gereizt und depressiv? Dann könnten dies mögliche Hilferufe deines Körpers sein, der dir zu verstehen geben möchte, dass es Zeit wird, eine Auszeit einzulegen

Neigt man zu perfektionistischen Mustern, übertriebenem Ehrgeiz und verfügt darüber hinaus auch noch über ein ausgeprägtes Helfersyndrom, dann ist es wahrscheinlicher, dass man früher oder später unter konstantem Druck zerbricht.
Davor sicher, ist allerdings niemand so richtig. Ob du eventuell an einem Burnout erkranken könntest, erkennst du an folgenden acht Warnsignalen:
Schwierigkeiten mit der Konzentration
Jeder von uns hat hin und wieder Tage, an denen er sich weniger gut konzentrieren kann als an anderen. Bei Burnout-Gefährdeten geht dies jedoch so weit, dass sie sich nicht einmal eine Pause gönnen, selbst wenn ihr Körper sie förmlich darum anfleht. Statt arbeitstechnisch kürzer zu treten, gehen Betroffene dann meist erst aufs Ganze und versuchen über ihre persönlichen Grenzen hinaus, zu funktionieren.
Rückzug
Weil sie für die Arbeit leben, bleibt abseits davon nur noch wenig Zeit für andere Bereiche des Lebens. Burnout-Gefährdete ziehen sich daher häufig auch zurück und verbringen die wenige Freizeit, die ihnen bleibt, mit sich selbst. Alles andere wäre für sie einfach zu anstrengend.
Versagensangst
Die Angst zu Versagen kommt durch einen symptomatischen Leistungseinbruch und das Gefühl den alltäglichen Herausforderungen nicht mehr gewachsen zu sein. Viele treten in diesen Situationen noch mehr aufs Gas und vergessen dabei vollkommen, zu entspannen und sich auszuruhen.
Dauerhafte Unzufriedenheit
Jeder Mensch hat ein bestimmtes Limit. Manche wollen diese Grenze allerdings nicht akzeptieren und treiben sich immer weiter, wodurch sie unter dem Druck zusammenfallen. Häufig fühlt man sich auch von den Kollegen gestört, reagiert gereizt auf alltägliche Anfragen und ist generell unzufrieden mit seiner Gesamtsituation.

Depressive Grundstimmung Depressionen zählen zur Volkskrankheit schlechthin. Während man anfänglich durch gereizte, ängstliche, aggressive und müde Stimmungen auffällt, kann dies im schlimmsten Fall in einer Depression münden. Das Stresshormon Cortisol hemmt nämlich die Produktion des Glückshormons Serotonin und eine depressive Grundstimmung nimmt Überhand.
Körperliche Warnzeichen
Neben einer unruhigen Stimmung und Schlafstörungen machen sich auch häufig Kopf- und Rückenschmerzen sowie Schwindel bemerkbar. In besonders schlimmen Fällen verändert sich sogar das Blutbild.
Unentwegte Müdigkeit
Chronische Müdigkeit ist mitunter das stärkste Symptom. Dadurch wird dem Körper verdeutlicht, dass er Ruhe braucht. Allerdings ignorieren viele Betroffene dieses Problem, wodurch sie an Schlafstörungen leiden, da der Stress, der sich untertags bemerkbar macht, die Ein- und Durchschlafphasen stört.
Rasante Gewichtszunahme
Kommt es zu Stress verschafft sich das Stresshormon Cortisol einen Weg in unsere Bauchspeicheldrüse, wodurch die Insulinproduktion gestört und Kohlenhydrate in die Fettzellen gelagert werden. Der gesenkte Blutzuckerspiegel, der dadurch entsteht, erhöht das Verlangen nach Zucker.

Quelle: https://www.kosmo.at/ausgebrannt-8-anzeichen-fuer-ein-burnout/2/

Montag, 2. September 2019

Stressmanagement: Als Führungskraft Burnout erkennen


Eine Führungskraft erzählte im Seminar Stressmanagement nachfolgende Begebenheit: Sie führt ein Team mit sieben Mitarbeitern, ihre Abteilung ist Teil des Stammhauses eines Konzerns mit mehreren Tausend Mitarbeitern. Ihr Team besteht aus drei langjährigen Mitarbeitern und vier neuen, jungen Akademikern, die üblicherweise direkt von der Uni angeworben werden. Seit einigen Jahren gibt es im Team unter den jungen Mitarbeitern eine hohe Fluktuation, weil sie entweder diese Beschäftigung als Sprungbrett zu anderen Abteilungen sehen, oder sie entscheiden sich, nach ein bis zwei Jahren wieder zurück an die Uni zu gehen, um weiter zu studieren oder die lang ersehnte Weltreise anzutreten oder eine Auszeit für Familie und Hausbau zu nehmen oder….

Die Belastung nimmt zu

Die langjährigen Mitarbeiter werden durch diese regelmäßige Fluktuation dreifach belastet: Sie haben zusätzlich zu den eigenen, schwierigeren und herausfordernden Tätigkeiten die Einarbeitung der neuen Mitarbeiter und dazu die Aufgaben all jener, die zwischen Austritt und Neueintritt, also in der Übergangszeit, zwischen den bestehenden Mitarbeitern aufgeteilt werden.
Die Stimmung der einzelnen langjährigen Teammitglieder leidet unter der Mehrfachbelastung, was sie teilweise grantig und ungehalten werden lässt. Die Einarbeitung der neuen Mitarbeiter ist zu kurz, zu schnell, zu emotional – weil entweder keine Zeit ist, oder weil den Neuen schon von vornherein unterstellt wird, dass sie – wie ihre Vorgänger – das Team nach der Einarbeitung wieder verlassen werden. Darunter leidet das Teamklima, weil sich „langjährig und neu“ – „jung und alt“ – „erfahren und unerfahren“ nicht wohlwollend und wertschätzend gegenübertreten.
Ein Grund mehr, dass die Neueintritte binnen kürzester Zeit das Team wieder verlassen. Ein Teufelskreis, dessen andauernde Entwicklung so fatal war, dass einer der langjährigen Mitarbeiter die Diagnose Burnout bekam und über Monate ausgefallen ist.

Wenn die Burnout-Falle zuschnappt

Die übrigen zwei langjährigen Mitarbeiter beschließen gemeinsam mit dem Abteilungsleiter, dass sie dem langjährigen Kollegen den Arbeitsplatz sichern und sich daher die Aufgaben dieses Kollegen untereinander aufteilen. Doch damit war die Vierfachbelastung vorprogrammiert – sobald der nächste junge Kollege seinen Austritt bekundet. Und dies ließ nicht lange auf sich warten …. Es dauerte nicht sehr lange, bis auch der nächste langjährige Kollege ein Burnout-Syndrom entwickelte.
Alle Teilnehmer in der Kleingruppe hielten den Atem an: Was passiert, wenn von drei erfahrenen Mitarbeitern nur mehr einer übrig bleibt und der Rest der Mitarbeiter neu ist? Und wenn die neuen Kollegen Unterstützung brauchen, aber weder vom Arbeitstempo noch vom Wissen her den Ausfall der zwei erfahrenen Kollegen ausgleichen können?
Die Antwort in diesem konkreten Fall war: Die Abteilung ist so gut wie aufgelöst. Ganze Aufgabenpakete werden gegenwärtig von anderen Abteilungen übernommen, wichtige Projekte werden an externe Dienstleister ausgelagert.

Stressmanagement ist eine Führungsaufgabe

Die Moral dieser Geschichte: Es ist die Aufgabe von Führungskräften, die organisatorischen Strukturen von Abteilungen zu managen und den Fortbestand dieser Abteilungen sicher zu stellen. Dazu gehören die richtige Anzahl der Mitarbeiter, das benötigte fachliche Know-how, moderne Arbeitsmittel, eine moderne Arbeitsumgebung und der förderliche, wertschätzende Umgang miteinander. Denn die richtige Struktur bildet die Basis, der Umgangston und die Umgangsformen im Team, das Arbeitsklima, die Wertschätzung für Leistung und Einsatz, Anerkennung, Respekt und Achtsamkeit für unterschiedliche Bedürfnisse, entscheiden über das Gesamtwohlbefinden der Mitarbeiter

Quelle: https://www.bildungaktuell.at/management/stressmanagement-burnout-erkennen/0019645/

Samstag, 31. August 2019

Justin Bieber: Manische Depression?


Wie schlecht geht es Justin Bieber wirklich? Der Sänger scheint an einer Krankheit zu leiden, die schon viele kreative Köpfe heimgesucht hat …
Seit Jahren erleben wir, wie Justin Bieber (25) vor den Augen der Welt vom Jungen zum Mann wird. Immer wieder kam es zu Exzessen, Zusammenbrüchen und dann wieder Phasen der Versöhnlichkeit. Und obwohl es in Sachen Liebe und Karriere aktuell sehr gut für ihn läuft, scheint er gerade wieder eine schwere Phase zu durchleben.
Zuflucht findet der Künstler in schweren Zeiten insbesondere in seinem Glauben und seiner Gemeinde. Erst diese Woche spielte er ein kleines Konzert in seiner Kirche.

Depressionen, Panikattacken und ADHS

Auf Instagram spricht er aktuell sehr offen über seine Gefühle. Schon im März teilte er seinen Fans mit, dass es ihm gerade nicht gut geht. Während seiner langen Tour um die ganze Welt, habe er sich zunehmend einsam und isoliert gefühlt. Ein Gefühlszustand, den er leider nur zu gut kennt, denn Justin Bieber leidet seit Jahren unter Depressionen, Panikattacken und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung).
Während ADHS eine chronische Krankheit mit Höhen und Tiefen ist, kommen Depressionen für gewöhnlich in Schüben. Gerade unter kreativen Künstlern ist die Krankheitsform „manische Depression“ oft zu finden.
Bei dieser Art der Depression wechseln sich „gute“ kreative Phasen mit „schlechten“ depressiven Phasen ab. In den guten Zeiten sprüht die Person vor Lebensfreude und wird von ihrer Umwelt oft als herausragend energetisch und charismatisch wahrgenommen, während die Person in den schlechten Zeiten, in ein umso tieferes Loch als Traurigkeit und Antriebslosigkeit fällt. Nicht selten wendet sich der Kreis der Bewundere dann ab.

Dank an Hailey Baldwin

Justin Bieber ist bei Weitem nicht der Erste, der offen zu seinen psychischen Problemen steht: Auch Ryan Gosling (38) wurde mit ADHS diagnostiziert, Lady Gaga (33) spricht offen über ihre Panikattacken und Demi Lovato (27) ließ sich 2010 stationär wegen ihrer Depression behandeln.
Wie bei jeder Krankheit, egal ob körperlich oder seelisch, hilft soziale Unterstützung bei der Genesung immens. Glücklicherweise weicht seine Ehefrau, Hailey Baldwin (22), ihm wie versprochen auch in den schlechten Zeiten nicht von der Seite.
Auf Instagram bedankte er sich dafür aufrichtig bei ihr. Wir hoffen, dass es dem Musiker bald wieder besser geht.

Quelle: https://www.klatsch-tratsch.de/aktuelles/justin-bieber-manische-depression-468633/

Freitag, 30. August 2019

Gesundheitsrisiko Instagram: Wer zu viel scrollt, wird krank!


Wie gefährlich ist Instagram? Eine Studentin hat ihre Altersgenossen gefragt und festgestellt: Unsere Gesundheit leidet ziemlich unter dem ständigen Scrollen durch die App. Social Media Burnout, Fomo und der Vergleich mit anderen können zum Gesundheitsrisiko werden.

Kaum aufgewacht, ist der erste Griff zum Handy. Instagram, Facebook und Whatsapp kurz checken. Schwups, 30 Minuten weg. Ohne unser Smartphone geht fast gar nichts mehr. Die Vorteile überwiegen, und doch klagen immer öfter Menschen über Nervösität, Gemütsschwankungen und das Gefühl, etwas zu verpassen. Vor allem Instagram lässt die Fomo (Fear of missing out) wachsen. Ist die App also gesundheitsschädlich?
Vanessa Häusler hat das untersucht. Als Absolventin des Medien- und Kommunikationsmanagementstudiengangs an der SRH Fernhochschule hat die
33-Jährige in ihrer Bachelorarbeit "Auswirkungen von sozialen Netzwerken auf die Gesundheit der Nutzer der Generation Y am Beispiel des Social Media Tools Instagram" das Gesundheitsrisiko Instagram unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Wir sind alle abhängiger als wir denken!
LEAD: Wie sind Sie auf das Thema "Gesundheitsrisiko Instagram" gekommen?
Vanessa Häusler: Da ich beruflich auch für meinen Arbeitgeber Instagram nutze, war klar, dass auch meine Bachelorarbeit das Thema Instagram behandeln sollte. Im vergangenen Jahr habe ich dann viele Artikel zum Thema Instagram und Social Media Burnout gelesen, dass ich mich entschlossen habe, selbst das Thema Gesundheitsrisiko Instagram anzugehen.

LEAD:Sie haben für ihre Studie 300 Frauen und Männer befragt. Können Sie mehr zu den Teilnehmer*innen sagen?
Häusler: Die Teilnehmer*innen waren alles junge Menschen der Generation Y. Geboren zwischen 1981 und 1995 sind sie die jungen Menschen, die heute das Smartphone beruflich wie privat am meisten nutzen und sich auch in der Masse auf Instagram tummeln. Tatsächlich hatte ich aber mehr weibliche Untersuchungsteilnehmerinnen. 80 Prozent der Befragten waren Frauen. Außerdem waren es hauptsächlich Student*innen sowie Menschen mit akademischen Titel.
Was waren die Kernpunkte, die sich aus der Untersuchung ergaben?
Häusler: 75 Prozent aller Teilnehmer*innen gaben an, Instagram täglich zu nutzen. Für die meisten dient die App zur Vernetzung mit anderen, aber auch zur Selbstverwirklichung und fürs Gemeinschaftsgefühl. Jedoch stach heraus, dass für die meisten durch das Nutzen der App die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und dem eigenen Leben gewachsen ist. Andere klagten über Schlafmangel, seelische Problem, aber auch Gefühle der Einsamkeit und Unerfülltheit. 47 Prozent gaben zu dem an, dass sie denken, sie verbringen zu viel Zeit in der App. 36 Prozent bestätigten, dass sie das verstärkte Gefühl haben, etwas zu verpassen, wenn sie Instagram nicht regelmäßig checken. Und tatsächlich meinten 60 Prozent, dass sie die Gefahr sehen, ein Social Media Burnout zu erleiden. Viele sind sich dem Gesundheitsrisiko also bewusst, reflektieren ihre Nutzung - und ändern aber trotzdem nichts.
LEAD: Welche überraschenden Ergebnisse konnten Sie noch feststellen?
Häusler: 64 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die App noch im Bett beziehungsweise sofort nach dem Aufstehen öffnen. Gleichzeitig sagten 70 Prozent, dass sie ohne Probleme auf Instagram verzichten könnten.
LEAD: Ein Widerspruch in sich, nicht?
Häusler: Definitiv. Ich glaube, viele können gar nicht wirklich einschätzen, wie groß der Einfluss von Instagram und anderen sozialen Medien wirklich auf sie ist. Natürlich denkt man, klar, ich brauche diese App gar nicht, aber eigentlich sind wir bereits alle ziemlich abhängig.
LEAD: Warum glauben Sie, lassen wir uns so sehr von den sozialen Medien unter Druck setzen?
Häusler: Der Vorteil der sozialen Medien ist die schnelle Verbreitung von Informationen, das gemeinsame Sammeln von Wissen und auch das Teilen von tollen Erlebnissen. Jeder Prominente, jedes Unternehmen und unsere Freunde sind in diesen Netzwerken vertreten, jeder von uns wird auf irgendeine Art und Weise angesprochen.
LEAD: Und dann kommen uns FOMO und Social Media Burnout in die Quere?
Häusler: Genau. Durch die vielen schönen Bilder von tollen Orten, von schönen Menschen und jederzeit nur guter Laune, stellen wir unser eigenes Leben infrage. Die Folge: Fomo – und im schlimmsten Fall ein Social Media Burnout.
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LEAD: Wie äußert sich das denn beim Einzelnen?
Häusler: Bei der Fear of missing out, also der Angst, etwas zu verpassen, entsteht der Druck, dass man immer in die App reinschauen muss, immer auf dem Laufenden bleiben will. Außerdem haben wir so viele Wahl-Möglichkeiten, wem wir beispielsweise folgen, dass wir permanent in der Sorge sind, die falsche Entscheidung zu treffen. Gleichzeitig kann sich die FOMO auch noch anders äußern – nämlich in Bezug auf unser eigenes Leben. Wenn man ständig das vermeintlich tolle Leben anderer auf Instagram betrachtet, kommt einem das eigene Leben plötzlich schrecklich normal vor. Man fühlt sich ausgeschlossen, hat Angst davor, abgelehnt zu werden und wünscht sich plötzlich das Leben eines Influencer-Stars. Gebündelt kann das Auswirkungen auf die Psyche haben.
LEAD: Und beim Thema Social Media Burnout?
Häusler: Das Social Media Burnout ist die Weiterentwicklung des normalen Burnouts. Instagram fordert ständig unsere Aufmerksamkeit, gleichzeitig sind wir dazu angehalten, immer wieder neuen Content zu liefern. Hält man diesem Druck nicht stand, gerät man schnell in eine Abwärtsspirale von Konzentrationsverlust, Nervösität und auch Selbstwertzweifeln. Der Druck frisst einen förmlich auf. Gerade Influencer*innen brauchen immer öfter Social Media Pausen, da das ständige Online-Sein seinen Preis hat.
"Es ist erschreckend, welchen Einfluss diese App auf unser Leben hat"
LEAD:Aber Instagram kann ja nicht nur für uns zur Gefahr werden, sondern auch für andere. Inwiefern wird das problematisch?
Häusler: Genau. Gerade der Tourismus klagt über Instagram. Viele Orte erleben nur dank der App einen Hype, der Massentourismus zieht ein, an Orte, die überhaupt nicht dafür gemacht sind. Gleichzeitig – und das ist das Absurde – gibt es mittlerweile Hotels, die anbieten, dass man dort entspannen kann und sie für einen das Posten von Fotos auf dem Instagram-Kanal übernehmen. Es ist erschreckend, welchen Einfluss diese App auf unser Leben hat.

LEAD: Was raten Sie denn jungen Menschen, die Instagram lieben, dennoch merken, dass sie unglücklich sind?
Häusler: Unbedingt das eigene Nutzungsverhalten reflektieren und sich fragen: Warum bin ich unglücklich? Wenn ich die Antworten darauf habe, muss ich reagieren und mein Verhalten ändern. Es gibt ja beispielsweise Apps, die andere Apps nur für eine gewisse Zeit freischalten. Auch kann man die App in einem Untermenü verstecken, sodass der Zugriff nicht ganz so leicht fällt. Die Benachrichtigungen lassen sich ausschalten, man kann bestimmte Kanäle deabonnieren und grundsätzlich einfach bewusster mit der App umgehen.
LEAD: Wohin geht die Zukunft ihrer Meinung nach?
Häusler: Ich denke, langfristig werden wir uns alle einen bewussteren Umgang mit den sozialen Medien antrainieren. Der Vorstoß von Instagram, die Likes zu verbergen, geht schon in die Richtung Social Wellbeeing. Auch Instagram ist sich bewusst, dass sich was ändern muss.
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Quelle: https://www.lead-digital.de/gesundheitsrisiko-instagram-wer-zu-viel-scrollt-wird-krank/

Donnerstag, 29. August 2019

Burnout: Die Schattenseite der Digitalisierung


Moderne Technologien erleichtern uns das Leben jeden Tag – beruflich wie privat. Doch die Digitalisierung hat nicht nur gute Seiten, sie macht auch krank.

Die Zahlen sind erschreckend: Mit 37 Prozent sind psychische Erkranken wie Depressionen und Burnout der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit. „Im Vergleich zu vor zehn Jahren ist das eine Zunahme von 40 Prozent“, alarmiert Amar Banerjee. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung des Versicherungskonzerns Swiss Life, der die Studie in Auftrag gab. Häufig genannte Gründe sind Stress, Leistungsdruck und eine mangelhafte Work-Life-Balance. Es scheint, als seien Burnout und Co. immer populärer werdende Modekrankheiten. Schließlich mussten die Menschen vor hundert Jahren noch viel härter arbeiten als wir heute. Hinzu kommt, dass moderne Technologien uns einen großen Teil der Mühe abnehmen. Aber tun sie das wirklich? Oder sind sie vielleicht sogar ein Grund für die steigenden Krankheitszahlen?

Um die Folgen der Digitalisierung auf uns und unsere Psyche verstehen zu können, ist es wichtig, zunächst einen tieferen Blick in die Evolution der Arbeit selbst zu werfen. Denn während es heute geradezu als schick gilt, bis um 20 Uhr im Büro zu sitzen und auch im Urlaub für seinen Chef und die Kollegen erreichbar zu sein, war das Arbeiten im Mittelalter noch mit einem eindeutig negativen Image behaftet. Wer harte, körperliche Arbeit verrichten musste, der gehörte zur Unterschicht. Muße und Vergnügen waren allein dem Adel vorbehalten. Erst mit der Reformation wandelte sich dieses Bild. Luther spaltete nämlich nicht nur die Kirche, sondern sorgte mit seinen Thesen auch in der Arbeitswelt für einen Umschwung. „Wer faul ist, der lebt in Sünde“, lautete das Urteil des Reformators. Und so erhob sich hartes Arbeiten zu einer Art christlicher Tugend.

Leben, um zu arbeiten

Mit der industriellen Revolution wendete sich das Blatt jedoch erneut: Technischer Fortschritt und die Elektrisierung machten das Leben in den wachsenden Städten zwar komfortabler, doch gleichzeitig schien die Welt immer rastloser zu werden. 16-Stunden-Schichten gehörten in den Fabriken zur Normalität. Und: Immer häufiger klagten Patienten über ein seltsames Unwohlsein, Konzentrationsschwäche, Ermüdung und Reizbarkeit. Der New Yorker Mediziner George Miller Beard machte vor allem die großstädtische Reizüberflutung für die Symptome verantwortlich. Der 1869 von ihm geprägte Begriff der „Neurasthenie“, der im Deutschen häufig mit „reizbare Schwäche“ übersetzt wird, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine der häufigsten Diagnosen.
Burnout ist also kein neues Phänomen. Es hat lediglich einen neuen Namen. Und genau genommen ist es nicht einmal eine Krankheit. Beim Burnout handelt es sich um eine ganz natürliche Reaktion des Körpers – beim Menschen genauso wie bei Tieren. Sehen wir uns mit einer vermeintlichen Gefahr konfrontiert, reagiert der Körper, indem er einen Cocktail aus Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol ausschüttet. Herz und Lunge werden stärker durchblutet. Der Geist ist hellwach. Für unsere Vorfahren war das überlebenswichtig, um kritische Situationen blitzschnell abwägen und reagieren zu können.
Durch den Wald jagen und uns gegen wilde Tiere verteidigen müssen wir schon lange nicht mehr. Das hormonelle Stresssystem in unserem Körper ist aber immer noch dasselbe. Hält der Stress an, führt das zu einer Überproduktion an Cortisol – und das macht krank. Umfragen zufolge zählt bis zu ein Drittel der arbeitenden Bevölkerung zur Risikogruppe der Burnout-Patienten. Die Annahme, wer mehr arbeitet, sei eher gefährdet, ist jedoch ein Trugschluss. Der Vergleich zeigt: In den 50er Jahren war es in der Metall- und Elektroindustrie noch völlig normal, 48 Stunden die Woche zu arbeiten. Und auch der Urlaubsanspruch war noch deutlich geringer. Für die Forderung von 18 Tagen musste die IG Metall zur damaligen Zeit heftige Gegenwehr einstecken. Wie kann es also sein, dass wir trotz angenehmerer Bedingungen den Arbeitsalltag heute als so viel stressiger empfinden?

Wenn 24/7 krank macht

Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Arbeitswelt von heute und damals besteht in der Frage nach dem Wie: Während es in den 50ern noch an der Tagesordnung war, mit den Händen anzupacken, arbeitet inzwischen rund die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer am PC. Diese neue Technologie hat Bereiche wie die Kommunikation und die Datenverarbeitung zwar maßgeblich revolutioniert. Eine Folge davon ist aber auch, dass wir gezwungen sind, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu leisten. Wir stehen geistig in ständiger Alarmbereitschaft – und das meist bei körperlich kompletten Stillstand.
Das setzt sich in unserem Privatleben nahtlos fort: Dank unseres Smartphones sind wir immer erreichbar. Apps wie Instagram zeigen uns außerdem eine Welt der Perfektion, in der Erfolg, Geld und Schönheit mit Glück aufgewogen werden. Wir stecken also sowohl beruflich als auch privat oft in einer Spirale der Selbstoptimierung. Fälle wie der des schwedischen DJs Avicii zeigen jedoch: Es kann jeden treffen – völlig unabhängig davon, wie perfekt sein Leben nach außen hin auch scheint. Die Dokumentation „True Stories“ zeigte, wie der enorme Druck den jungen Musiker allmählich krank machte. Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Magenschmerzen. Der toxische Cocktail aus Stresshormonen legt nach und nach Organe und Psyche lahm. Bis man schließlich nicht mehr kann.

Der Feind in uns

Schuld ist etwas, das Wissenschaftler als „Burnout-Gen“ bezeichnen. Es verdeutlicht, dass das Empfinden von Stress nicht nur eine Frage äußerer Faktoren ist. Der Grund für die individuelle Wahrnehmung von Stress ist die in Gefahrensituationen ausgeschüttete Menge an Cortisol, die bei jedem unterschiedlich ist und von außen nicht beeinflusst werden kann. Sie ist angeboren. Während manche also in Anbetracht von Deadlines, Meetings und Präsentationen einen kühlen Kopf bewahren, können andere dieses Tempo nur eine gewisse Zeit lang mithalten. Die Stresshormone in ihrem Blut machen sie kurzfristig extrem leistungsfähig. Hält dieser hormonell betrachtete Ausnahmezustand jedoch an, sind Konzentrationsschwäche, Schlaf- und Verdauungsstörungen oft die Folge.

Quelle: https://t3n.de/news/burnout-schattenseite-digitalisierung-1186188/